Neue Libera CD/DVD "Hope" (Ankündigung)

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Re: Neue Libera CD/DVD "Hope" (Ankündigung)

Beitragvon ludwig1874 » Mittwoch 21. Juni 2017, 11:51

Super Besprechung!
Hier meine drei Top-Titel des Albums:

1. Three Ravens
Mit weitestem Abstand!! Ist schon jetzt in der ewigen TOP5! Wie schon mal geschrieben entfaltet der Titel mit High-End-Kopfhörern seine volle dramatisch-hyptnotische Wirkung. In mir laufen bei dem Lied die wildesten Filme ab (Verfolgungsjagden mit Reitern, dunkle vorbeiziehende Wälder, alte Burgen... halt so mittelalterliche Assoziationen). Hab zuletzt das Lied zweimal ohne Unterbrechung gehört! Ach, gäbe es doch nur eine CD nur mit solchen "englischen Balladen" - ich würde Libera endgültig verfallen!

2. Venite adoremus
Der Anfang!!!...

3. Angeli die!
So übervoll, voller "Harmonien" und hohen Gesangsparts!

Viele Grüße aus Shenyang! (noch 9 Tage bis zu den Sommerferien!)
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Re: Neue Libera CD/DVD "Hope" (Ankündigung)

Beitragvon mawi » Sonntag 25. Juni 2017, 19:50

Dass die neue CD „Hope“ sehr schön geworden ist, das hatten wir ja nun einstimmig festgestellt. Aber sie ist nicht nur schön, sie ist auch anders. In mehrfacher Hinsicht.
Da ist die Auswahl der Lieder: Klar, Three Ravens sticht total heraus und ist vom Stil her völlig anders, ist aber daher nicht repräsentativ für den Rest der CD. Mit Liedern wie Smile, I'm dreaming of home, From a Distance hat sich eine andere Melodieform etabliert und selbst die Lieder des japanischen Komponisten (Angel und Home) klingen ein wenig danach. Im ersten Augenblick wirken viele Lieder recht seicht.
Anders ist aber auch der Aufbau vieler Lieder. Zeichneten sich die intensiveren Lieder bislang dadurch aus, dass sie zum Ende hin druckvoller werden und ekstatisch enden, so haben eigentlich alle Lieder auf der CD einen sehr sanften Ausklang. Von San Damiano einmal abgesehen.
Intensive Stellen finden sich trotzdem, nur ahnt man es am Anfang noch nicht und am Ende hat man es schon wieder vergessen. Ich schrieb so etwas Ähnliches schon einmal.
Bei den mystischen und auf eher kirchlichen Themen basierenden Liedern hat man auch nicht einfach nur den bewährten Stil verwendet sondern diesen mit neuen Elementen ergänzt, so dass diese anders wirken als alle vorangegangenen.

So hält fast jedes Lied mindestens ein kleines Highlight parat, bei manchen sind es auch mehrere.

Auch der Sound ist anders. Libera-typische Elemente sind dabei zwar nicht verloren gegangen. Wenn man jetzt aber versucht Lieder verschiedener CDs zu mischen, dann klappt das mit allen CDs bis „Peace“. Mit Wonderful World und allen nachfolgenden Liedern (ich lasse die Weihnachts- und Live-CDs dabei mal außer acht) haben sich irgendwie die Stimmen verändert. So ist Isaac der erste Solist gewesen, dessen Stimme nicht dem üblicherweise „perfekt“ klingenden Knabensopran entspricht. Dafür hat seine Stimme einen anderen Reiz, was wiederum zu den von ihm gesungenen Liedern passt. Es ist die Natürlichkeit der Stimme, gepaart mit leichten Vibrationen und den kleinen Überraschungen, wenn plötzlich ein glockenheller Klang zu hören ist. Allerdings scheint Isaac sehr konzentriert singen zu müssen um nicht mit der Stimme abzurutschen und manchmal scheinen die Tonsprünge dann etwas groß zu sein. Wissenschaftler könnten jetzt wahrscheinlich ein Buch darüber schreiben, ich bin selber schon kurz davor. Jedenfalls hat man seiner Stimme keinen zusätzlichen Hall hinterlegt oder sie sonst irgendwie abgerundet. Auch bei allen anderen Solisten kann man feststellen, dass ihre Stimmen unverfälscht und natürlich klingen. Die einzigen Ergänzungen sind zusätzliche Stimmen aus dem Chor.

Und wo wir gerade beim Chor sind, auch der klingt bisweilen anders. Nicht was den Gesangsstil angeht, aber des öfteren kann man immer wieder einzelne Stimmen im Chor hören. Auch hier hat man sich mit zusätzlichem Hall zurückgehalten und erhält dadurch einen natürlicheren Klang. Dafür nicht ganz so sphärisch.

Ich möchte das jetzt nicht in irgendeiner Form bewerten. Besser oder schlechter, die Frage stellt sich für mich nicht. Nicht weil es LIBERA ist, sondern weil mir beides gefällt und es so passt wie es gesungen wurde.

Übrigens, wer hat die japanische und die internationale CD schon einmal im Vergleich gehört? Ich habe das Gefühl, dass sie unterschiedlich klingen. Die Japanversion ist sehr ausgewogen, die internationale etwas höhenlastig. Finde ich. Vielleicht spinne ich auch schon.


Zu den Liedern. Da möchte ich auch den ausführlichen Bericht von Filiarheni zurückgreifen und dazu ein wenig kommentieren.

Aber nach und nach und jetzt gleich mit dem ersten Lied.

Salve Regina
Filiarheni hat geschrieben:Salve Regina
Nutzt Schuberts Impromptu op. 90, Nr. 3. Normalerweise bin ich keine Freundin dieser Art Libera-Stücke. …. Nur denke ich immer, wenn der Komponist es hätte singen lassen wollen, hätte er es selbst so komponiert. Bin da wohl etwas puristisch. Umso größer meine Überraschung, dass ich mit Salve Regina sofort einverstanden war.


Danke schon mal die Mithilfe. Da ich das Instrumentalwerk dazu nicht kenne brauchte ich mir darüber schon einmal keine Gedanken machen. Und definitiv fand ich es auch beim ersten Hören schon seeehr schön.


Filiarheni hat geschrieben:Das ist ein besonders friedliches Stück. Wunderschön warm und ruhig gesungen. Wenn in der zweiten Strophe die tieferen Stimmen singen, wird mir das Herz weit. Ich finde diesen tiefen Chorklang unheimlich schön!


perfekt beschrieben. Das mit den tieferen Stimmen kommt ja noch bei anderen Liedern vor und ich finde es jedes Mal schön und passend. Dabei sind die tiefen Stimmen aber nicht ganz alleine, sondern werden von etwas höheren begleitet, die mal mehr, mal weniger stark zum Vorschein kommen. Die tiefen Stimmen befinden sich übrigens in der Stimmlage „Alt“. Korrigiert mich bitte, wenn es anders ist.


Filiarheni hat geschrieben:Rocco, super Solist! Er hat eine kristallklare Stimme und kann brillant singen, wir durften ihn ja erleben. Er hätte unbedingt mehr Solo verdient! Warum hat er keine ganze Strophe bekommen? Ich brenne auf weitere Lieder (Aufnahmen) mit ihm, die es hoffentlich geben wird!


Das ist ja immer das Problem. Roccos Stimme ist jetzt wunderschön und schon macht man sich Sorgen, wie lange und wie oft man sie wohl noch so hören wird. Und schon ist das nächste Konzert gebucht. Ich bedauere es sehr, dass Roccos Solo tatsächlich nur aus einem Wort besteht. Aber dieses eine Wort, dieses Mini-Solo, das ist das kleine Highlight dieses Liedes. Die Stimmfarbe in Verbindung mit der Art und Weise, wie Rocco das Wort Maria singt, einfach traumhaft. Ich mag es ja nicht, wenn das „R“ so stark gerollt wird, aber ohne ein gerolltes „R“ kann man Maria dann schlecht verstehen. Rocco schafft es, das „R“ in Maria nur soweit „anzurollen“, dass genügend Betonung vorhanden ist, es aber nicht streng oder gekünstelt klingt.

Ich bin froh, dass ich Roccos Stimme beim letzten Konzert ein ganzes Lied lang genießen konnte.



wird fortgesetzt...
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Re: Neue Libera CD/DVD "Hope" (Ankündigung)

Beitragvon ludwig1874 » Montag 26. Juni 2017, 00:28

Nun beginnt auch für mich das Warten auf die CD! Ich habe doch tatsächlich gestern um ca. 3.30 Uhr in der Nacht (Zeitverschiebung) ein echtes Promo-Exemplar von "Hope" ersteigert!! Der absolute Traum!! Die Scheibe steckt in einer einfachen Plastiktasche. Auch typisch: Die CD ist, wie bei solchen kleinen Stückzahlen, eine CD-R. Die CD kommt aus GB und ich freue mich schon sehr!! Ein echtes Verschenk-Exemplar der Plattenfirma an Medien wie Radio oder Zeitungen!
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Re: Neue Libera CD/DVD "Hope" (Ankündigung)

Beitragvon mawi » Sonntag 2. Juli 2017, 20:53

Filiarheni hat geschrieben:[Jetzt wollte ich grade etwas mit "Salami" zu meinem Sohn sagen und habe stattdessen mit "Salve Regina" angefangen.]


Jetzt stell Dir vor, dass passiert Dir im Supermarkt an der Wursttheke. :lol:



Es geht weiter mit der CD


San Damiano


Filiarheni hat geschrieben:Tja, das Lied hatte ich mir mit neuem Sound aufgenommen gewünscht – hier ist es. Breiter, klarer, selbstbewusster als die Fassung von 1992.


Aber trotzdem irgendwie abgeschwächter als live gesungen. Aber schließlich muss es ja auch noch einen Grund für den Besuch eines Konzertes geben.

Filiarheni hat geschrieben:Das unbeschwerte San Damiano bringt eine Verschnaufpause unter so vielen ernsten, komplexen Stücken des Albums. Allerdings ist es wiederum so unbeschwert, dass es vielleicht gerade deswegen in beiden Versionen der CD mehr an den Rand gestellt wurde.


Wahrscheinlich ist es egal an welcher Position es auf der CD zu finden ist. So richtig will es nicht zu den anderen Liedern passen. Macht aber nichts. Interessant finde ich beim „Santa Maria“ wie viele Stimmen zu hören sind und wie sich zwischendurch die Zusammensetzung ändert und mal die höheren, mal die tieferen Stimmen dominieren. Sehr schön gelungen ist auch der instrumentale Abschluss des "Santa Maria" in der Mitte des Liedes, nach dem es sofort mit dem eigentlichen Text weiter geht.


Smile

Filiarheni hat geschrieben:Die Harmonien verursachen eine seltsame Stimmung in mir, die mir nicht gefällt. 


Es klingt melancholisch und ich muss dabei immer an White Christmas denken, dass ich schon bei den Weihnachtsliedern meistens überspringe. Trotzdem höre ich es mir gerne an, was wahrscheinlich daran liegt, dass es einfach schön gesungen ist. Von LIBERA und Gabriel. So hast Du es ja auch geschrieben.
Gelungen ist auch hier der Einsatz der tieferen Stimmen (ähnlich wie bei Still Still Still, um bei den Weihnachtsliedern zu bleiben). Im ersten Augenblick scheint Smile gesanglich ein eher einfaches Stück zu sein. Doch weit gefehlt. Der Chor wird sehr raffiniert eingesetzt, die Stimmzusammensetzung ändert sich ständig, Gabriel singt mal alleine, mal mit einer Begleitstimme und kurze Zeit später singt der Chor und wechselt kurz darauf von Text auf Melodie. Es besteht kein festes wiederkehrendes Muster, vielmehr ist der Gesang ein langsamer, sich stetig verändernder Fluss.


Stabat Mater

Filiarheni hat geschrieben:Stabat Mater
Dieses Lied hatte mich innerhalb von Sekunden! Ich fühlte mich sofort buchstäblich in die Musik hineingesogen und hatte nur noch den Gedanken: „O Gott, ist das ein schönes Lied! Robert, was hast du gemacht?!“ Ich liebe solche Musik. Die Melodie ist außergewöhnlich schön und rund und dann dieses Changieren zwischen Moll und Dur. 
Einzig der Streichersound ist mir an manchen Stellen allzu zuckerig.

Robert hat den Text perfekt umgesetzt. Erschütterung und Trauer werden richtig ausgelebt. Es trifft mich ins Herz, am meisten bei „cruce“ (2:32). Isaacs schmerzvoller, eindringlicher und liebevoller Gesang rührt mich zu Tränen. Der Chor singt ebenfalls besonders einfühlsam. Ich bin sehr beeindruckt von der gesamten sängerischen Leistung bei diesem ernsten Lied. 

Es ist leise, aber genau das verdeutlicht es umso mehr: Die Verzweiflung ist da, aber man weiß auch, dass es nicht zu ändern ist und man damit fertigwerden muss. Gegen Ende wird die Musik plötzlich noch einmal drängender, sie beschleunigt deutlich und wird lauter. Hier bäumt sich noch einmal etwas auf und zieht sich dann wieder zurück und beruhigt sich. Aber Marias Schmerz bleibt: „dolorosa“ als letztes Wort.

Interessant finde ich einen Vergleich mit dem Stabat von 2001, das eine einzige Offenbarung für mich war. Stabat empfinde ich als stillen, intimen, hinnehmenden, betenden Schmerz (kleine Tonschritte) mit einem Schwerpunkt auf den Harmonien, und ich fühle das auch mit, aber mehr beobachtend bzw. beschreibend. Irgendwie scheint hier noch durch, dass der Sinn des Ganzen letztlich ja ein guter war. Stabat Mater ist sehr ruhig, schreit aber gleichzeitig mit vielen Seufzern, Verlängerungen zentraler Wörter („dolorosa“) und großen Tonsprüngen die Verzweiflung hinaus. Robert hat alles in die Melodie gelegt. Maria erzählt hier, so wirkt es auf mich, ihr Leid selbst, und gleichzeitig erlebe ich es unmittelbar mit ihr.
Stabat – herzerweichend; Stabat Mater – herzzerreißend. 


Wenn ich Stabat Mater höre während ich Deinen Text dazu lese, dann nehme ich das Lied wesentlich intensiver wahr. Zuletzt war es ohnehin schon eines von zwei Liedern, das ich mir ganz bewusst mal zwischendurch angehört habe. Nun aber habe ich eine Erklärung dafür und weiss, dass es sich um eine perfekte Umsetzung dessen handelt, was es ausdrücken soll. Danke! An Filiarheni für die Aufklärung, an Robert für die Idee und Umsetzung und an Libera für die gesangliche Leistung.


...wird fortgesetzt.
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Re: Neue Libera CD/DVD "Hope" (Ankündigung)

Beitragvon mawi » Samstag 8. Juli 2017, 20:47

I'm Dreaming of Home

Filiarheni hat geschrieben:@mawi, welches sind die Stellen, die du als unharmonisch empfindest? Meinst du die, wo das Wort „home“ bei „I’m dreaming of home“ nach oben geht, z. B. bei 1:58?


Im Prinzip genau die Stelle, aber nicht durch die Melodie zu dieser Textzeile, sondern durch den gleichen Aufbau der folgenden Zeile.


Filiarheni hat geschrieben:Leider wirkt Camdens Stimme in dem so sanften Lied an einer Stelle schrill. Das ist nicht seine Schuld - was haben die Techniker da bitte gemacht?  Ich habe mir das Lied auf verschiedenen Geräten mit und ohne Kopfhörer angehört, und es ist mehr oder weniger immer da. Dabei hat Camden eine so tolle Stimme! Wie ein Sonnenstrahl oder auch wie ein wohltuend wehender Wind. Und sehr erwachsen (wie alt ist er eigentlich?). Er setzt so gefühlvoll ein bei 2:14. Das nahtlose Wechselspiel zwischen ihm und dem Chor ab da ist ein Genuss, und dann kommt dieser Ton bei 2:53 zu plötzlich zu laut, und Camdens Gesang fällt an der Stelle aus dem Lied heraus. Das wird ihm nicht gerecht! Es ist schade und unnötig, dass man das nicht vernünftig ausbalanciert hat. 


Hmmm, ich kann nichts Schrilles feststellen. Auch nicht dass es zu laut wird. Am Ende seines Gesangs, wenn die Stimme so richtig hoch geht und förmlich das Lied verlässt, dann stellt sich bei mir regelmäßig Gänsehaut ein. Erst recht im Konzert.


Angel


Filiarheni hat geschrieben: Seine Art, Angel zu singen, hat etwas Schutzbedürftiges, was perfekt zu dem Text passt. 


Schöne Beschreibung. Gefällt mir!



From A Disctance

Filiarheni hat geschrieben:Das ausgedehnte Wiederholen der Textstelle „God is watching us“ betont, worum es geht. Sehr gelungenes Arrangement von Sam Coates!



erinnert ein wenig an die vielen Wiederholungen bei Motetten.


Filiarheni hat geschrieben:Und an dieser Stelle muss ich mal lobend hervorheben, dass es bei den Popstücken und überhaupt auf dieser CD keine schnulzigen Schlenker gibt wie bei Eternal Light: Das ist ein schönes Lied, aber die Schlenker sind furchtbar.


Da kann ich Dir leider nicht folgen. Was für Schlenker meinst Du bei Eternal Light? Mag sein, dass es für den ein oder anderen insgesamt etwas schnulzig wirkt. Insgesamt vereinen sich Gesang und Instrumental zu einem erhebenden Klangteppich. Mit Ausnahme des gewollten Bruchs nach der ersten Strophe befindet sich das Lied die ganze Zeit in einem sanft welligen Fluss.

Bei From A Distance finde ich schon eher, dass die ein oder andere Schleife zu viel des Guten ist. Aber ich habe mich dran gewöhnt. Live hat es auch mich deutlich intensiver gewirkt, ja ich fand es richtig toll.



Angele Dei

Filiarheni hat geschrieben:Ein atemberaubendes Lied mit mystischen Harmonien im ganzen Raum und einem tollen Solo von Alex Montoro, dessen Stimme auch irgendwie mystisch klingt. Live ist es unschlagbar, da kommt keine Aufnahme dran. Tatsächlich war ich beim ersten Hören der CD enttäuscht. Was sich zum Glück gelegt hat, dennoch gehört das Lied grundsätzlich ins Konzert, wo es erst seine volle Wirkung entfalten kann: diese riesigen Klänge, die einen einhüllen und sich nach oben schwingen. Dafür eignet sich eine Kathedrale ideal. 


So ist es.


Filiarheni hat geschrieben:Und das möge bitte für lange Zeit im Konzertprogramm bleiben.


Und bitte gaaaanz lange mit Rocco!!!!!! Ich möchte es unbedingt mit seiner Stimme noch einmal hören.


Benedictus Deus


Filiarheni hat geschrieben:Mark McKenzie hat mit dieser Erweiterung wirklich alle Register gezogen. Dass es weitergeht, signalisiert der jetzt veränderte Akkord bei 1:19 („Gloria in“). Der macht mich buchstäblich schwach, und das hallt nach.


In der Kurzfassung ist auch das Instrumental anders. Das Lied ist an besagter Stelle am Höhepunkt angekommen und vom Orchester dominieren Pauken und Trompeten. Wunderbar! Aber ich froh, dass es eine verlängerte Fassung gibt...


Filiarheni hat geschrieben:Zentraler Punkt für mich ist die „Gloria“-Stelle ab 1:56. 


Das kommt hin. Interessant ist der Aufbau des Liedes, dass aus mehreren sich nicht wiederholenden Teilen besteht. Trotzdem passt alles zusammen.



Filiarheni hat geschrieben:bis mich dann die Realität auf den Boden zurückholt (soeben wird mir bewusst, dass hier ja auch die Melodie abwärts geht  ),


Ich mag es ja, wenn ein Lied lang und sanft ausklingt. Und das Amen hier ist seeehr lang.


Filiarheni hat geschrieben:@mawi: Hat deine Musikanlage den Test bestanden? 


Ich habe den Test noch nicht gemacht. Meine aktuelle Anlage hat es bislang überlebt, aber Benedictus Deus wird zweifelsohne der Härtetest für den neuen Verstärker. Erst einmal die „schrille“ und durchdringende Stimme von Thomas, dann zum Ende das vom Chor in höchster Tonlage gesungene Gloria...
Ich kaufe nur, wenn er den Test besteht.



Three Ravens

Filiarheni hat geschrieben:Das Arrangement ist bis auf ein paar Änderungen in der Instrumentierung das der Harle’schen Originalfassung, nur halt auf einen Chor übertragen. Schon bei den ersten flirrenden Klängen beschleicht einen ein Gefühl der Bedrohung. Sehr schnell beginnen dann die Läufe (des Saxofons?), die das nervöse Flattern der hungrigen Raben imitieren, die nicht an ihr Ziel kommen und sich daher das ganze Lied über nicht beruhigen können. 
Den Rhythmus der Strophen finde ich super, der zieht einen richtig mit. Nach der 4. Strophe ein tosendes Zwischenspiel, in dem sich die ohnehin schon hohe Erregung noch einmal steigert. Pures Adrenalin. Die Anspannung lässt einfach nicht nach, es gibt keinerlei Erleichterung in dem Stück, noch nicht mal am Ende. Diese spitzen Schreie (z. B. 4:53) – das ist Alex, oder? Die Stimmung bleibt unheimlich. Abschließend ein extrem langer Ausklang, der einem die Zeit gibt, den Pulsschlag wieder zu regulieren. 


Was soll man da noch dazu fügen? Ich nehme an, dass Alex Montoro für die höchsten Töne des Liedes verantwortlich ist. Kann man diese als Schreie bezeichnen? Kann man einen Schrei singen? Ich finde diese Stelle phantastisch, wenn er sich in drei, vier Stufen hochschraubt, den hohen Ton lange stehen lässt und in wenigen Stufen wieder abfällt um dann den tieferen Ton ausklingen zu lassen. An der Stelle meine ich auch Alex Stimme erkennen zu können, auch wenn ich nicht wüsste, wer sonst so hoch kommen kann. Und das ganze ohne Luft zu holen.

Ich habe mir die Version mit Sarah Leonard angehört. Sehr interessant der im Grunde identische Aufbau des Liedes mit den vielen vielen kleinen Unterschieden. Alleine schon die Stimme, die erst gewöhnungsbedürftig ist und in den Strophen weniger Dynamik bietet. Dafür schafft sie später auch das Flattern in die „Schreie“ zu bekommen. Das Instrumental ist weniger flüssig, bietet aber mehr Details. Allerdings wird das Saxophon sehr dominant eingesetzt, was sicher auch nicht jedermann Sache ist.

Mir gefällt die Version von LIBERA besser (welch Überraschung), weil sie flüssiger ist, Gregors Stimme klarer und der Chor in der Begleitung dem Lied den letzten Schliff gibt.

Der Anfang des Liedes und auch das Zwischenspiel nach der zweiten Strophe verraten, dass zum Ende hin noch eine dramatische Steigerung kommen wird. Beim ersten Hören hatte ich spontan damit gerechnet, dass zu Beginn der vierten Strophe eine abrupte Unterbrechung kommt. Aber es geht einfach weiter mit dem leichten Gesang um sich dann weit dramatischer zu steigern, als man es vorher für möglich gehalten hat.




Filiarheni hat geschrieben:Gregor legt mit Three Ravens eine wahre Meisterleistung hin! Der Klang seiner Stimme ist schön wie nie, und sein Ausdruck ist perfekt. 


ja, einfach traumhaft. Im ersten Augenblick denkt man, dass Gregor alle vier Strophen komplett alleine singt. Gerade wenn man es lauter hört – und es lohnt sich den Regler einmal hochzudrehen – merkt man erst, wie Gregor zwischendurch immer wieder vom Chor (im Instrumental) und einzelnen Begleitstimmen unterstützt wird.


Filiarheni hat geschrieben:Diese Fassungslosigkeit in seiner Stimme in der 4. Strophe ab „She got him up …“!  Beim folgenden „down, derry“ sehe ich ihn geradezu vor mir, wie er mit schreckgeweiteten Augen singt. Und das letzte „down“ hier singt er auf eine Art und Weise, die ich nicht beschreiben kann.


An der Stelle bemerke ich keinen Unterschied. Aber die Schreckgeweiteten Augen kann ich mit sehr gut im Schlussabschnitt vorstellen. Mit fällt dagegen die Betonung der Worte „earthern lake“ in der vorletzten Zeile der 4. Strophe auf.



Filiarheni hat geschrieben:Die Melodie hat heftige Sprünge, dann die ganzen Dissonanzen – eine Herausforderung an sämtliche Sänger, und sie haben es toll geschafft. 


Ist das so? Durch die Eingängige Melodie scheint es mir eher einfach zu singen sein. Außer der Schlussabsatz, in dem dann keine wirkliche Melodie mehr vorhanden ist. Aber ich möchte jetzt keinen Praxistest wagen.


wird fortgesetzt...
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Re: Neue Libera CD/DVD "Hope" (Ankündigung)

Beitragvon mawi » Dienstag 11. Juli 2017, 20:22

Hymn to Mary

Filiarheni hat geschrieben:Ich mag Hymn To Mary sehr gern, auch wenn es den Chor einmal ganz ausklammert, und zwar gerade wegen seiner Schlichtheit und weil es so sanft ist. 


und so kurz. Je weniger Sänger ich in einem Lied höre, desto mehr fehlt mir etwas. Hier passt das Lied tatsächlich als Übergang nach einem dramatischen Lied sehr gut. Schlicht und sanft ist es wirklich.


Filiarheni hat geschrieben:Ein ideales Lied für Isaac mit seiner freundlichen Stimme. 


:)


Filiarheni hat geschrieben:Bei „run“ in der 2. Strophe geht ihm offenbar gleich die Luft aus, und genau damit singt er dieses „run“ besonders unwiderstehlich.


Dieses Gefühl hatte ich ja schon häufiger bei Isaac, aber es ist nie passiert. Und vielleicht klingt seine Stimme gerade deswegen so interessant.



Venite Adoremus

Filiarheni hat geschrieben:Ganz wundervolles, stark gregorianisch geprägtes Lied und in jeder Hinsicht Libera-typisch! Die Einleitung ist ein wahrer Klangrausch! Außergewöhnlich lang und ein einzigartiges Spiel mit Klängen, ein immer stärker werdendes Ineinanderfließen der Stimmen und Harmonien. 


Hat es so in dieser Form bislang auch noch nicht gegeben, glaube ich. Auch, dass man die verschiedenen Stimmen so differenziert hört.



Filiarheni hat geschrieben:Ich weiß nicht, wo das herkommt, aber ich habe währenddessen eine Unterwasservision, 


Jean-Michel Jarre – Waiting for Cousteau !


Filiarheni hat geschrieben:Und mal wieder die Frage: Wer hat denn da wohl die Vokalisen gesungen? Sehr gelungener Übergang von Solist zu Solist bei 3:32. Ich würde ja gerne ein Kompliment machen, aber wem?


käme jemand anders als Alex Montoro in Frage? Taichi? Ich denke Alex, da er die größte Sicherheit beim Singen der Vokalisen hat. Allerdings beruht die Annahme natürlich auf den gehörten Konzerten. Wer weiss, wenn Robert da noch in der Hinterhand hatte?

Was ich so auch noch nicht gehört hatte ist die zwischenzeitliche Begleitung der Chorstimmen durch die Vokalisen (oder wird in der hohen Stimmlage tatsächlich noch der Text gesungen?), so dass die tieferen Stimmen einen glockenhellen Klang an die Seite gestellt bekommen, wie Buchstaben, die man mit einem Schmuckrand versieht. Und das immer wiederkehrend.

Filiarheni hat geschrieben:Merlins Gesang fügt sich sehr gut in den Charakter dieses Lied ein, und der starke Hall tut das Seine.


Super gesungen von Merlin. Es ist einer der Solisten, den ich nicht an der Stimme erkenne. Nachdem er in Ely „From a Distance“ so wunder bar gesungen hat bin ich dann auch froh, dass Merlin auch auf der CD mit einem Solo dabei ist.



Home

Filiarheni hat geschrieben:Mir gefällt Ciarans sanfter Gesang, er hat wirklich auch eine sehr schöne Stimme.


Definitiv! Vor einigen Jahren, ich meine es war bei der Kanalinsel-Tour, habe ich mal geschrieben, dass ich nahe dran war Ciaran und Isaac zu verwechseln, obwohl sie eigentlich völlig anders aussehen. Hier geht es mir mit der Stimme ähnlich. Ciarans Stimme ist gradliniger, aber die Grundstimme ist sehr ähnlich. Wenn ich nicht gerade realisiere welches Lied ich höre, dann denke ich dass Isaac singt. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich diesen aus dem Chorgesang noch heraushöre. Zumindest bei diesem Lied. Oder ich bilde es mir ein.


Jupiter

Filiarheni hat geschrieben:Festlich und klasse instrumentiert mit Orgelklang und Gong. 


vor allem finde ich die Entwicklung des Liedes klasse. Die Melodie beginnt sehr langsam und einsam, der Chor leitet sanft in das eigentliche Lied über, aber die Melodie bleibt gefühlt zu langsam. Das ändert sich auch nach dem Refrain nicht, dafür verschwindet „I vow to thee my country“. Nach einem kurzen instrumental übernimmt wieder der Chor um das Lied sanft seinem Höhepunkt entgegen zu steigern und gleich darauf ist „I vow to thee my country“ wieder da. Wie man es kennt. Und die letzte, von Taichi gesungene Textzeile ist natürlich der krönende Abschluss. (ich wollte erst schreiben „Taichis letzte Worte“, aber das wäre dann wohl sehr unglücklich formuliert).



Wayfaring Stranger

Filiarheni hat geschrieben:


Ja, da habe ich keinen „Artikel“ von Dir gesehen. Daraus deute ich, dass Du die CD mit der DVD eingelegt hattest. Denn Wayfaring Stranger ist auf der normalen Japanausgabe und der internationalen Ausgabe vertreten. Dieses Lied ist zwar nicht mein absoluter Favorit. Aber ich finde es faszinierend, wie es anfangs ruhig mit einem etwas mystischen Solo beginnt, vom Chor dann recht unspektakulär weitergeführt wird und mit einer bereits etwas verratenden Überleitung sehr intensiv wird. Doch selbst hier gibt es eine weitere Steigerung, aus der das Lied kurze Zeit später langsam „zusammenfällt“ und ganz ruhig endet. Das alles mit perfekten Übergängen, absolut fließend und rund.
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