Frühjahrskonzert am 29.04.2017 in Ely

Gespräche rund um die Konzerte und sonstigen Auftritte von Libera

Re: Frühjahrskonzert am 29.04.2017 in Ely

Beitragvon Filiarheni » Sonntag 23. April 2017, 17:33

mawi hat geschrieben:... oder die Kathedrale zu groß,
oder der Ort zu klein.

Oder alles zusammen. Am Samstag ist ein Fest in Ely, als gelungenes Abendevent könnte man eigentlich ein Libera-Konzert besuchen. Vielleicht wäre es einfacher gewesen, den 28. April auszusuchen; am 29. ist auch irgendwas in Cambridge.

mawi hat geschrieben:Aber vielleicht kann man ja noch ein paar Altenheime in Cambridge für ein paar Stunden zwangsumsiedeln

Altenheime ... *räusper* ... sind wir alle denn ...? :o
Die Colleges müssten eigentlich hin. Ich sehe mal, ob ich noch was tun kann. :mrgreen:

mawi hat geschrieben:Das mit dem Traum ist doch praktisch, dass Du ihn jetzt schon hinter dir hast. Dann kann ja nicht mehr so viel Überraschendes passieren

Falls das ein verantwortliches Wesen mitbekommt: Für positive Überraschungen bin ich gerne zu haben (aber ein Traum ist dafür zu schade, bitte). :lol:

mawi hat geschrieben:Die gesamte erste Hälfte des Konzerts war ich trotzdem noch nicht so ganz anwesend. Zum Glück gab es ja noch ein Konzert am nächsten Tag.

:shock: Sowas kann man aber auch wirklich nur dann verkraften, wenn noch ein weiteres Konzert in Aussicht steht!!!
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Re: Frühjahrskonzert am 29.04.2017 in Ely

Beitragvon Filiarheni » Dienstag 25. April 2017, 21:21

Eigentlich wollte ich für den Rest der Woche hier blaumachen. Aber ich müsste mich mal kurz ein wenig aufregen.

Ich bin in Cambridge. (An die Einbrecher: nein, es hat keinen Sinn ;) ) Und hier ist nichts, aber auch gar nichts von einer Ankündigung des Libera-Konzerts zu sehen. :evil: :cry: Ich bin heute an mehreren langen Zäunen mit Plakaten zu Konzerten usw. vorbeigekommen, mit dem Zählen habe ich bei 250 aufgehört, und klar gab es viele Wiederholungen, aber es sind trotzdem jede Menge erschiedene Veranstaltungen, für die hier Werbung gemacht wird - auch für die Kathedrale von Ely. Wirklich, das muss mir mal jemand erklären. Darüber hinaus finden am Samstag lt. den Plakaten gleich vier (auch Chor-)Konzerte statt. Da wundere ich mich dann auch nicht mehr, dass der Kartenverkauf nicht besser aussieht. Sowas muss man doch vorher mal abchecken.

So, und jetzt rege ich mich wieder ab, vergesse das und freue mich nur noch auf das Konzert! :D :D
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Re: Frühjahrskonzert am 29.04.2017 in Ely

Beitragvon Filiarheni » Dienstag 2. Mai 2017, 10:19

Das war schon wieder ein ganz unglaublich schönes Konzert! Habe ich etwas anderes erwartet? Nnnein, nur ... nachdem London so perfekt war, hatte ich gedacht, dass ich beim nächsten Mal lieber die Erwartungen runterschraube. Das war aber gar nicht nötig, was für ein tolles Glück! :D

Diesmal schreibe ich keinen umfassenden Bericht über die einzelnen Lieder. Denn ich habe momentan das Gefühl, mich in einer Art Zwischenstadium zu befinden. Bei den ersten beiden Konzerten war ja wirklich alles neu als Live-Erlebnis. Da geht man dann ggf. mehr auf die Lieder an sich ein und weniger auf deren Vorführung im Konzert. Andererseits habe ich wiederum zu wenig Erfahrung, um richtig vergleichen, eine Entwicklung beurteilen zu können.

Deswegen drehe ich die Reihenfolge um und schreibe schon mal die Ergänzungen zu dem noch zu erwartenden Bericht von mawi. ;)

Dafür gibt es noch ein paar Dinge außen um das Konzert herum.

Zunächst der Tatort. Was für eine wundervolle Kathedrale! Ely Cathedral, ich konnte mich kaum von ihr trennen. Wie viel Zeit ich an diesem Wochenende mit ihr verbracht habe, weiß ich nicht, aber es war sehr viel. Sie ist unbedingt sehenswert! Natürlich habe ich als Kölnerin bei einer Kathedrale dieser Größe den Kölner Dom vor Augen. Alle Kölner lieben ihren Dom, das ist wahr. Aber ... hm ... die Kathedrale in Ely ist schon sehr besonders: Sie ist, wie mawi schon sagte, mächtig, sie ist sogar von Cambridge aus zu sehen, um sie sammelt sich das so kleine Städtchen Ely. Und dann kommt man sich auf der einen Seite von ihr vor wie auf dem Land! Hügelige Wiesen, riesige Bäume, blühende Bäume, mit Holzlatten eingezäunte Weiden mit Kühen, tatsächlich Landgeruch :mrgreen: und direkt dahinter die dominierende Kathedrale. Dann das Innere: So enorm groß sie auch ist, innen wirkt sie hell, transparent und leicht durch die vielen Bögen in verschiedenen Höhen, die filigranen Konstruktionen, ganz viele wunderschöne Kirchenfenster, eine hohe Kuppel usw. Sie macht einen fröhlich. Da ist nichts Monströses, Düsteres, Schweres. Absolut beeindruckendes und schönes Bauwerk in toller Umgebung!


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Man darf übrigens nicht mehr mit Taschen oder Rucksäcken auf die Türme (nur mit Führung zu besteigen), seitdem vor einiger Zeit zwei Leute mit Rucksäcken harmlos an der Führung teilnahmen und, oben angekommen, den Weg nach unten auf die etwas unkonventionellere Weise per Fallschirm antraten. :lol:

Ich hatte von fan_de_LoK den Hinweis erhalten, nicht später als 14:00 Uhr vor Ort zu sein, da Libera wahrscheinlich etwa um diese Zeit eintreffen würde. Und in der Tat: Um 14:10 hieß es "Mayday", der Libera-Bus fuhr durch die kleine Einbahnstraße vor der Kathedrale an uns vorbei und hielt in einer Parkbucht. Die Jungs stiegen aus und waren anscheinend ganz heiß auf ihr Konzert, denn sie versuchten umgehend, den direktesten Weg zur Kirche zu nehmen - nämlich den über die Kirchenmauer. Luftlinie gewissermaßen. Wenn ein paar damit anfangen, kann man sich vorstellen, was die anderen tun. Nachdem sich ausreichend viele davon überzeugt hatten, dass die Mauer zu hoch war, gaben sie sich mit dem banalen Bürgersteig zufrieden, und das war auch weise, denn sie gingen ja zunächst gar nicht in die Kathedrale, sondern in ein dazugehöriges Gebäude auf der anderen Seite.

Da klar war, dass es nachmittags einen öffentlichen Soundcheck gibt, freuten wir uns schon auf zwei Konzerte. sozusagen two-in-one. So war es dann nicht, aber es waren eine ganze Reihe vollständig gesungener Lieder, darunter zu meiner größten Freude Angele Dei (herrliches Stück), Dies Irae, das nun über eine sehr schöne Einleitung verfügt und nicht mehr so plötzlich beginnt wie die Version der CD "Libera", und Sanctus. Bei Letzterem ging ein Teil schief, da traf eine kleine Gruppe ihre Töne nicht. Die wurde dann auch von Robert noch mal herausgegriffen, und es klappte dann sofort wie auch nachher im Konzert. War schön, doch mal ein bisschen Proben zu erleben. :)

Es war übrigens nichts abgesperrt. Man muss Eintritt zahlen, um in die Kirche zu kommen, aber dann konnte man sich überall frei bewegen. Das war möglicherweise wohlkalkulierte Absicht, denn viele setzten sich und hörten zu, und auf diese Weise kam abends vielleicht, ich habe es mir nicht angesehen, doch noch mehr Publikum zusammen, als es ursprünglich aussah. Für mich steht jedenfalls fest, dass ich, hätte ich nie von Libera gehört und wäre in den Soundcheck geplatzt, abends in das Konzert gerannt wäre!

Vor dem Konzert ging ich noch mal ums Eckchen, und da hatte ich auf einmal eine Frau neben mir, die auch dahin wollte und den Weg nicht kannte. Also nahm ich sie mit und fragte sie unterwegs, wie lange sie Libera schon kennt. Sie lächelte lustig und sagte: "I'm Gregor's mum." (Jetzt hat die dämliche Autokorrektur tatsächlich "I'm Gregor's nun" daraus gemacht. War wohl ein bisschen viel Kathedralenvokabular heute.) Ich sagte ihr, dass das sehr "special" für mich sei, und darüber freute sie sich. Gern hätte ich ihr noch ein hochverdientes Kompliment über Gregor gemacht, hatte aber leider keine Möglichkeit mehr dazu.

Und dann das Konzert, herbeigesehnt und doch am liebsten immer weiter hinausgezögert, damit man es immer weiter noch in voller Länge vor sich hat. Ich saß relativ weit außen rechts in der ersten Reihe, und es war der perfekte Platz für mich. Dadurch konnte ich die Bühne sehr gut sehen, Roberts Dirigat sowie das, was sich rechts neben der Bühne abspielte. Das Orchester war wieder (üblich?) auf die beiden Seiten der Bühne verteilt, bei uns waren Tasten- und Blasinstrumente (Flöte, Oboe (wenn ich mich recht entsinne, hat der Oboist bei Smile Blockflöte gespielt, kann mich aber täuschen), Klarinette, Horn, Klavier, Keyboard), auf der anderen Seite Streicher und Schlaginstrumente. Vielleicht war es manchem Zuhörer in diesem Platzbereich zu viel, die Instrumente entsprechend laut zu hören. Aber ich habe mich sehr gefreut, sie so gut sehen zu können, und so konnte ich auch ihre Parts einmal ganz deutlich und dabei viele Details hören, die sonst gar nicht so wahrzunehmen sind. Das klanglich ausbalancierte Soll/Endergebnis gibt mir die CD. Die Instrumente haben den Chor aber nicht überlagert, falls das jetzt jemand befürchtet.

Den Einzug von der rechten Seite her konnte ich von meinem Platz aus bestens mit verfolgen Die Jungs sammelten sich hinter einer vergitterten Tür. Bei ihnen war jemand mit Kopfhörern, der sich ... ja was? ... mit der Technik verständigte oder mit demjenigen auf der anderen Seite, da zwischen beiden keine Sichtverbindung bestand? Jedenfalls gab die Person den Kindern den Start frei, sie kamen von beiden Seiten gleichzeitig herein und trafen sich auf der Bühne. Die zweite Hälfte begann etwas verzögert, die Jungen standen und standen hinter der Tür und durften nicht los; fragende Blicke und durchaus Unruhe bei den Instrumentalisten. Woran es gelegen hat, keine Ahnung. Aber zurück, glücklicherweise sind wir ja noch am Beginn des Konzerts. ;)

Vor dem ersten Lied gab es eine kurze Ansprache sowie die übliche Bandansage von wegen Filmen usw. verboten. Diese Zeit (oder war das während des Vorspiels zum ersten Lied?) wurde von einem kleinen Jungen in der hinteren Reihe - wenn ich mich bei Libera Passion richtig informiert habe, war es Luke Jelley - dazu genutzt, seine Garderobe zu ordnen. Es handelte sich um den Kampf gegen einen zu kurzen Robenärmel. Mit unglücklichem Gesicht versuchte er unaufhörlich, den rechten Robenärmel, der in der Mitte des Unterarms endete, sodass der Hemdenärmel sichtbar war, bis ganz nach unten zu ziehen. Eine widrige Angelegenheit, und der arme Kerl hatte richtig zu tun. Aber er war sofort da wie eine Eins, als das erste Lied, San Damiano, begann, auch ohne erfolgreich gewesen zu sein. Später habe ich nicht mehr darauf geachtet. Ich kann hier also leider nicht mit einem Happy End dienen, aber gut möglich, dass es eins gab.

War es Sanctus? Jedenfalls war in einem der ersten Lieder etwas im Chorklang merkwürdig. Als das Lied zu Ende war, wurde Taichi, der günstigerweise ganz rechts stand, von der Bühne geholt und in einer Ecke daneben komplett neu verkabelt, also richtig Kabel raus aus der Robe ... hat wirklich viel Interessantes geboten, dieser Sitzplatz. Von Technik habe ich keine Ahnung, aber vielleicht kann mir jemand beantworten, ob jedes Kind, das ein Mikrofon hat, individuell von der Technik angesprochen werden kann, d. h.: Wenn ein Mikrofon bei einem Jungen, der mitten im Chor steht, ausfällt, muss dann jemand die Bühne betreten und ihn holen oder kann er über sein Knöpfchen im Ohr von der Technik herausgebeten werden? Taichi konnte man ja noch recht dezent da wegholen und wieder raufschieben. Höchst professionell!

Mein unangefochtener Höhepunkt an diesem Abend war Angele Dei. Das ist ja so ein schönes Lied! Das war ganz und gar Libera-Stück, so wie ich es mir vorstelle und wie ich Libera damals verfallen bin, dieses Lied hätte als Einstiegsdroge gereicht, ganz charakteristisch: mystisch, ruhig und dann aufblühend, zweisprachig (wenn auch nur minimal) und mehr. Ich habe das Lied nicht gehört, sondern nur und nur genossen. Es löste buchstäblich eine Gänsehaut die andere ab, und das sind nun mal die genussvollsten Momente beim Musikhören.
Völlig fasziniert war ich von dem Solisten, Rocco. Wie alt ist er? Zehn erst? Hoffentlich, denn dann hat er noch eine lange Libera-Zukunft vor sich. Er hat eine auffallend schöne Stimme, klang vielleicht noch ein bisschen schüchtern, hatte aber gar keinen Grund dafür. Seine Intonation war blitzsauber, und es hat mich sehr beeindruckt, wie sicher und exakt er auch die höchsten Töne traf! Bitte mach so weiter, Rocco, und bleib Libera erhalten, solange es geht, ich freue mich auf deine weitere Entwicklung! :!:

Danach traten zwei Jungen vor und hielten eine Ansprache. Der eine fing an, dann war der andere, Victor, dran. Sendepause. Wie war mein Text? Blackout. Es ratterte sichtbar. Dann kam mit verlegenem Lächeln ein zögerndes: "My name is Victor." Das war richtig, und ab da lief es. Ich liebe ja die kleinen Pannen bzw. Ruckeleien, die machen ein Live-Konzert so unverwechselbar. Es lebt. Und er hat ja auch die nötige Zeit bekommen, sich zu erinnern, ohne dass jemand vorschnell sichtbar eingriff. Fand ich gut.

Angel. Solo von Camden, der auch eine wunderbare Stimme hat, leider mit Hauch. Den empfinde ich durchaus als einschränkend. Wenn er den noch wegbekommen könnte, dann ... wow! Ich würde wahrscheinlich umfallen und nie wieder aufstehen. Camdens Stimme unterscheidet sich von denen aller anderen aktuellen Solisten, sie hat für mich etwas Besonderes, Interessantes. Ich kann nur versuchen zu beschreiben, was ich meine. Sie hat so ein Strahlen, eine gewisse leuchtende Tiefe, die keine der anderen hat, auch wenn deren Töne in ihrer Form noch so vollkommen sind. Zwischendurch habe ich die Augen geschlossen, um Camdens Stimme ganz auf mich wirken lassen zu können. Gänsehaut - von seiner Stimme!
Stellvertretend für alle anderen Lieder möchte ich mich bei bei diesem Lied auch endlich einmal der Lichttechnik widmen. Denn diesmal war ich erstmals in der Lage, sie zu würdigen. Bisher hatte ich nie richtig darauf geachtet, ich war immer ganz vom Chor mit Beschlag belegt. Diesmal ging es schon - man entwickelt sich offenbar weiter - ich sah bewusst hin, und das war gut, weil die Wirkung in dieser Kathedrale extrem beeindruckend war. Beim Übergang von Camdens zweiter Strophe zum Refrain steigerte sich die Musik und mit ihr das Licht: Der hintere und obere Bereich der Kathedrale wurden jetzt mit ausgeleuchtet; das Lied bekam eine musikalische Dimension, der eben auch räumlich entsprochen wurde. Das muss von der Plätzen am Mittelgang aus unschlagbar ausgesehen haben. Auch bei anderen Liedern kam das vor - ach, hätte man dieses Konzert in Ely Cathedral nur auf DVD gebannt!!! :!:

Ausdrücklich lobend erwähnen möchte ich auch einmal, dass das Licht bei Libera überhaupt hervorragend eingesetzt wird Es führt kein Eigenleben, es lenkt nicht von der Musik ab, sondern tut genau das, was es soll: Es unterstützt und verstärkt die Wirkung der Musik. Toll gemacht und in diesem Fall die Raumverhältnisse der Kathedrale optimal genutzt!

Salva Me kann von mir aus ewig im Programm bleiben. Immer wieder ein klasse Stück, das so gut wie niemals von mir "geskippt" wird. Das Lied hat so viel Schwung, so viel positive Energie, geht voller Spannung immer weiter auf den Höhepunkt zu - es wird mir nie zu viel. Diesmal wurden die Salvas von Taichi gesungen, das war auch in Ordnung, aber Gabe gefällt mir weit besser. Heimlich habe ich den Wechsel bedauert. Den Vergleich zu Vallendar muss ich ziehen. Damals konnte ich nicht fassen, was Gabe da tatsächlich live ablieferte: wie mühelos und absolut lupenrein er diese Töne sang, allesamt wunderschön rund. Sensationell, ehrlich. (Ich untertreibe.)

Die Kinder waren meistens ernst und konzentriert. Aber es gibt zwei Ausnahmen: Taichi, der ja immer voller Begeisterung strahlt - wenn er singt, ist der Mund so groß, dass man vom Gesicht eigentlich nur noch offenen Mund sieht und sonst nichts, süß -, und Victor, der auf mich auch immer so wirkt, als würde er es gar nicht schaffen, ernst zu gucken, selbst wenn er wollte. Er muss lächeln, er kann nicht anders, weil Singen und Auftreten solchen Spaß macht. So kommt er mir vor, das war auch in London im Dezember schon so. Aber zwischen zwei Liedern sah ich plötzlich ganz viele von ihnen lächeln. Oh, dachte ich, was gab es denn grade so Lustiges? Habe ich wieder nicht mitbekommen und muss nachher jemanden fragen. Dann begann Smile, und ich musste nachher niemanden mehr fragen. War sicher eine ausdrückliche Anweisung gewesen, die man auch recht schnell wieder vergaß ... ;)
Smile hat bei mir kaum Chancen. Natürlich ist der Libera-Stil gelungen, sie haben es schön gesungen - normal. Ich mag halt das Lied nicht gern. Aber Gabes Solo konnte ich natürlich trotzdem genießen, er ist ein exzellenter Sänger und Solist!

Nach dem Lied kam noch eine Ansprache von Tadgh (Aussprache übrigens "Taig", falls es jemanden interessiert), in der er sagte, es gäbe nicht viel zu lächeln für sie, denn jetzt käme das letzte Lied. Das war Exsultate, dann kam noch ein knappes Libera als Zugabe, und jetzt muss man sieben Monate auf das nächste Libera-Konzert warten - zumindest in ... ähm ... Europa. :shock: :(

Es hat Spaß gemacht, die Jungs wiederzusehen, und Spaß, sie beim Singen zu beobachten. Gähnen muss man zwischendurch natürlich auch mal. Samuel-Francis hat allerdings einmal so lange gegähnt, dass ich fürchtete, es endet nie. :lol:

Was mir während der Konzerte jedesmal sehr gefällt, sind die Jungen in der letzten Reihe, die die tiefen Stimmen beisteuern. Sie sind alle ganz ruhig, ganz souverän, verhalten sich völlig unauffällig und überlassen den anderen Jungs die Show. Sie machen immer einen sehr guten Eindruck, wirklich erwachsen. Man merkt ihnen die viele Erfahrung an.

Da ich mich ja letztes Mal darüber beschwert hatte, dass das Publikum nicht lange genug klatschte, um auch das letzte Kind noch bei seinem Abgang von der Bühne zu begleiten: Das war diesmal beide Male (Pause, Ende) besser, wenn auch noch nicht ganz gut. Auch das Klatschen am Ende der Lieder habe ich diesmal in keinem Fall als so übereilt empfunden.

Dieses sehr gelungene Konzert war gleichzeitig von meinen dreien dasjenige, bei dem mir die Liedauswahl am wenigsten gefiel. Ersetzt hätte ich gerne (Smile ging ja nicht, das sehe ich ein) Sanctus, Sacris Solemnis, Joyful, joyful, What A Wonderful World, Sempiterna, Exsultate - nicht in allen Fällen, weil ich sie weniger mag (wie könnte ich das z. B. von Sempiterna je behaupten, ich liebe dieses Lied!), sondern weil ich gerne auch mal andere Lieder live hören würde. Aber es war auch das Konzert mit den insgesamt am besten gelungenen Soloparts. Diesmal gab es nur wenige Unebenheiten. Supergutes Konzert! Danke an alle, die Libera sind, danke an den Libera staff. :D

Kurz:
Bestes Lied des Abends: Angele Dei
Beste Solisten des Abends: Rocco und Gabe

Am Schluss verabschiedete man sich von einigen mit den Worten, man sehe sich im November/Dezember. 20 Stunden später war November (es stimmt wirklich, guckt mal aus dem Fenster). Allerdings befand man sich nicht in einer Kirche in England, sondern in Stansted am Flughafen, wo ich zufällig über drei Konzertbesucher aus Deutschland fiel, die parallel zu mir nach Hause flogen. Das hat irgendwie das Konzerterlebnis unerwartet noch einmal verlängert. :)

Übrigens war dieses Wochenende nicht nur für mich ein ganz besonderes, sondern auch für meine B&B-Gastgeberin: Am Freitagabend erhielt sie nämlich einen Heiratsantrag! Und nahm ihn am Samstag an. Sie war also an diesem Wochenende genauso high wie ich, nur aus einem anderen Grund. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wirbelte das Konzert in meinem Kopf herum, ich konnte nicht schlafen, 3 - 4 Stunden waren es vielleicht letztlich, und ich nahm mir vor, sie am Morgen zu fragen, wie sie das in ihrer Situation schafft. Doch sie kam mir zuvor mit ihren ersten Worten morgens, sie habe in dieser Nacht fast nicht geschlafen.
Ach ja, und in ihrer Bewertung über mich (Airbnb lässt Gastgeber und Gast sich gegenseitig bewerten) steht: „I suggest that you ask her about the choir Libera she followed here.“ :lol:

P.S. Cambridge + Ely = 51,4 km zu Fuß, wenn man dem Schrittzähler Glauben schenkt, den ich spaßeshalber mitgenommen hatte. :mrgreen:

Hm, das waren besagte "Ergänzungen". Ich hätte im Ernst nicht gedacht, dass ich doch so viel zu schreiben hätte.
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Re: Frühjahrskonzert am 29.04.2017 in Ely

Beitragvon Filiarheni » Samstag 6. Mai 2017, 22:45

Hier ist nun auch die angesprochene (angesprungene, um bei der Wahrheit zu bleiben) Kirchenmauer. Leider war ich zu spät sortiert und habe die Jungen erst erwischt, als sie es sich schon anders überlegt hatten. Oder, was wahrscheinlicher ist, von den Chaperones anders überlegt worden waren.
:mrgreen:


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(Bitte um Nachsicht wegen der mangelnden Bildqualität, ich musste das Bild zuschneidrn.)
:
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Re: Frühjahrskonzert am 29.04.2017 in Ely

Beitragvon mawi » Montag 8. Mai 2017, 17:59

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LIBERA in ELY am 29.04.2017


Irgendwie fällt es mir in der letzten Zeit immer schwerer Buchstaben und Wörter in sinnvoller Reihenfolge anzuordnen. In den Tagen nach dem Konzert habe ich Little Hallingbury, London Shoreditch und Norwich immer wieder ein paar Eindrücke in mein Tablet gehackt und nun, wo ich wieder zu Hause bin, das Ganze versucht irgendwie vernünftig zu ordnen.

Andere Berichte habe ich bislang noch nicht gelesen, vorsichtshalber, denn ich möchte mich ja nicht von den Worten anderer beeinflussen lassen.


Hatte ich den letzten Bericht nicht auch mit Robert begonnen? Nun, ich tue es wieder. Ich finde es interessant, dass sich nicht nur der Chor gezwungener Massen immer wieder verändert, sondern mit ihm auch Robert Prizeman. Allerdings langsamer. Vor Jahren noch war er kaum zu sehen, da er seinen Platz gerne an der Seite wählte und während des Dirgierens auch noch Piano spielte. Seit einiger Zeit ist sein Platz aber vor dem Chor, das Piano anderweitig besetzt. Aber auch wenn mit dem neuen Tablet als Ersatz für die Notenblätter der Fortschritt Einzug gehalten hat, so bedient sich Robert doch weiterhin analoger Hilfsmittel. Und so geschah es beim Lied Smile, dass Robert während des Liedes ein kleines Blatt Papier in die Luft hielt und von links nach rechts dem gesamten Chor zeigte. Kurz danach hatte er den Taktstock zwischen den Zähnen.

Was auf dem Zettel zu sehen war konnte ich vorerst nur erahnen. Nach dem Konzert reichte ein Blick in Roberts Mappe aus um Gewissheit zu bekommen. Nein, ich habe nichts angefasst und das Blatt lag verkehrt herum mit einem Pfeil auf der Rückseite. Aber man könnte trotzdem erkennen, was auf der anderen Seite zu sehen war: Eine lachende Sonne. Dass dies jetzt eine direkte Auswirkungen auf die Gesichter der Sänger gehabt hätte, kann ich so nicht bestätigen. Dabei hätte Robert doch eigentlich nur auf Taichi zeigen müssen. Dieser Junge ist ein Phänomen. Hatte Joshua damals noch ein scheinbar immerwährendes Lächeln, so ist in Taichis Gesicht ein reines, glückliches und ehrliches Lachen zu sehen. Auch während des Singens. Dabei wäre ja nach der Namensherkunft das Lachen eher Isaacs Aufgabe. Der aber steht jetzt friedlich im Hintergrund und hat, wenn man es beschreiben möchte, in seiner langen Zeit bei Libera häufig ein eher verschmitzt-konzentriertes Gesicht gezeigt.

Und wo wir gerade dabei sind, Dauergrinsebacke Alex Gula wird auch langsam älter und ernster. Vielleicht auch, weil er sich jetzt mehr auf sein Solo konzentriert. Und er ist auch nicht mehr so laut.

Bei Wayfaring Stranger ist Alex Gula inzwischen der dritte Solist, nach Sam Wiggins und Alessandro MacKinnon-Botti. Auch Alex gibt dem Lied eine gewisse Mystik mit auf den Weg, die durch die Choreographie noch verstärkt wird. Während der Chor in Umgekehrter V-Form steht, an der Spitze offen, steht Alex anfangs im Hintergrund. Am Ende des Liedes steht Alex dann an der Spitze der Formation und das V ist geschlossen. Es sind teilweise nur kleine Elemente in der Choreographie, die optisch den akustischen Eindruck verstärken, z.B., wenn sich Lücken zwischen den Sängern schließen und der Chor dann als geschlossene Formation vor dem Publikum steht, oder wenn zum Finale eines Liedes ein Schritt nach vorne gemacht wird, oder eine kleine Drehung, die bewirkt, dass in verschiedene Richtungen stehende Sänger plötzlich alle nach vorne schauen. Dabei passiert es auch, dass einzelne Sänger sich dann mal in die falsche Richtung drehen, aber das bekommt im Regelfall kaum einer mit.

Nach Ankündigung von Libera hatten wir acht neue Lieder zu erwarten, wobei es korrekt natürlich hieß, acht Lieder vom neuen Album. Eines suche ich immer noch und von den restlichen sieben waren fünf bereits vorher im Programm. Aber damit hatte ich gerechnet.

Neu waren also für uns Smile und From a Distance. Bei Smile waren wir ja eben schon Mal, gesungen wurde es von Gabriel, der damit nun auch seinen ersten Soloeinsatz hatte, sehen wir von den Salvas bei Salva Me Mal ab. Und Gabriels Solo war hervorragend, wie gewohnt mit leichter Schieflage des Kopfes, nicht aber der Stimme. Zu dem Zeitpunkt war es aber schon keine Überraschung mehr, denn zuvor hatte Gabriel bereits Far Away zu neuem Leben erweckt.

From a Distance wurde von Merlin vorgetragen, aber natürlich unter Mitwirkung aller anderen. Nicht erwartet hatte ich die Länge des Liedes, aber auch nicht seine Intensität. Das Lied enthält im Mittelteil eine Steigerung, die es in sich hat, bevor es dann wieder in den sanften Teil zurückfällt. Ohnehin eine faszinierende Eigenart einiger Lieder, dass sie ganz sanft enden und man dabei total vergessen hat, dass sie kurze Zeit vorher noch ganz anders waren. Ich war so fasziniert von dem Lied, dass ich total vergessen habe zu beobachten, wie Merlin gesungen hat. Bei Stay with Me hatte er ja beim Singen kaum den Mund geöffnet. Dieses Lied war dann übrigens nicht mehr mit dabei.

Bleiben wir doch gleich bei den Neuigkeiten und kommen zu …. Rocco. Ihn im Kreis der Solisten zu sehen hat mich besonders gefreut, noch dazu mit einer grandiosen Stimme bei dem neuen Lied Angele Dei. Das Lied hat mal wieder eine etwas mystische Ader und man wird es wohl, wenn die CD erschienen ist, bei gedämpften Licht in aller Ruhe am Besten genießen können. Uns beim Konzert war es definitiv ein Highlight. Rocco hat hier nun Alexander Montoro als Solisten abgelöst, der es im Dezember noch in London gesungen hatte und auch auf der CD zu hören sein wird. Alex Montoro stand bei diesem Konzert als Solist leider nicht mehr zur Verfügung. Schade!

I'm dreaming of home war vor einiger Zeit schon im Konzertprogramm. Aus irgendeinem Grund mochte ich das Lied nicht so besonders, obwohl es an und für sich eine schöne Melodie hat. Nur gibt es eine kleine Stelle mit einer Wiederholung (taucht mehrmals auf), die auf mich unharmonisch wirkt. Aber das ist mein persönliches Problem. Dafür gibt es im Mittelteil eine gesungene Melodie, für die sich damals Thomas Delgado-Little verantwortlich zeichnete. Diesmal war es Camden, der erst etwas gedämpft begann, sich dann aber in klare Höhe steigerte, ohne dabei in irgendeiner Form schrill zu werden. An dieser Stelle gibt es immer Gänsehaut.

Camdens eigentliches Solo aber war – und das war keine Überraschung - Angel. Seine Stimme passt sehr gut zu dem Lied, nur neigt er an manchen Stellen etwas zum Lispeln. Aber nur an manchen, haben wir auch gar nicht gehört. Angel war ja nun eines von Isaacs ehemaligen Liedern, die er auch als erster Solist überhaupt bei Libera gesungen hat. Wie zuvor bereits geschrieben stand er nun im Hintergrund und in direkter Linie hinter dem jetzigen Solisten. So auch bei Wonderful World, das bereits seit dem Sommer letzten Jahres von Gregor gesungen wird. Und der hat seine Stimme wieder gut eingesetzt, unspektakulär, ohne Schnörkel, aber gut.

Auch seit dem Sommer letzten Jahres ist die Neuauflage von San Damiano im Programm und dieses Lied war auch diesmal der Opener des Konzerts. Diesmal hatte es Robert Prizeman übrigens nicht geschafft sein Dirigentenpult ungesehen zu erreichen. Da der Beifall offensichtlich nun ihm galt verneigte sich Robert auch höflich und freundlich vor dem Publikum, setzte sich an sein Pult und wartete. Eine Offizielle der Kathedrale wollte ja noch das Publikum begrüßen und ein paar organisatorische Sachen mitteilen, bevor dann die Musiker abschließend ihre Instrumente stimmten und schließlich die gewohnte Ansage von Libera vom Band kam.

Als all das erledigt war setzte die Musik ein und die Jungs kamen von beiden Seiten auf die Bühne. Nicht lautlos, aber ich habe schon lauteres Poltern gehört. San Damiano – gerade in der neuen Version - ist ein schwungvolles Lied und hat dann auch schon mal einen Jungen dazu verleitet eine Weile im Takt mit dem Fuß zu wippen. Solange sie nicht anfangen zu tanzen...

Das tat jemand anders. Manche nette Szenen spielen sich auch mal abseits der Bühne ab. Bei Libera (dem Lied), das als letztes Lied der ersten Konzerthälfte gespielt wurde, bekam ich einen Stubser ab und einen Hinweis auf ein Geschehnis rechts neben der Bühne. Und dort saß ganz ins Lied vertieft Eleanor mit Moose im Arm und ließ ihn liebevoll ein wenig tanzen. Eine nette Szenerie.

Dass Moose das meist gereiste Moose der Welt ist, das ist uns ja schon vor langer Zeit erzählt worden. Dass aber Moose heimlich irgendwelche die Sinneswahrnehmungen beeinflussenden Substanzen inhaliert, das wussten wir bislang noch nicht. Nur so ist es zu erklären, dass Moose irgendwann mal den Eiffelturm in New York gesehen hat, wie uns in einer Rede erzählt wurde.

Nach der Pause kam Libera zurück, während bereits die Einleitung des nächsten Songs lief. Zuvor hatte es Robert übrigens wieder nicht geschafft unbemerkt an seinen Platz zurückzukommen. Auch als der Chor komplett aufgebaut war ging das intensiver werdende Instrumental weiter. Hätte ich es nicht bei den Proben bereits gehört wäre ich auf das folgende Lied nicht gekommen. Gut, es stand auch im Programmheft. Diese Irae wurde durch diese Einleitung nicht zum üblichen Wecklied, begann aber natürlich trotzdem intensiv. Ohne Pause ging es über in Joyful, Joyful, das ohne Überraschungen verlief und wie gewohnt euphorisch endete.

Und da waren ja noch die vielen anderen Lieder, bevorzugt mit „S“ beginnend. Wie Sanctus (abschließendes Sanctus wieder von Merlin gesungen), Sacris Solemnis, bei dem Leo und Taichi die hohen Noten übernahmen, wobei besonders Taichi gut auszumachen war, Sempiterna, bei dem sich einer Viergruppe mit Gabriel, Rocco, Taichi und Emanuele (?) vor dem Chor platzierte und Salve Me. Ja, Salva Me war auch im Programm, obwohl ja Gabriel nun eine andere Aufgabe zugeteilt wurde. Seinen Platz nahm nun Taichi ein, der aber die Salvas aus dem Chor heraus sang.
Es ist erstaunlich, das zwei verschiedene Stimmen auch einen deutlichen Unterschied in der Wirkung ausmachen können. Nicht negativ gemeint. Doch während Gabriels Salvas eine leicht mystische Note hatten, mit etwas Volumen, so kam es von Taichi kindlich fröhlich und etwas flacher. Wie gesagt nicht negativ, nur anders, denn keine Stimme ist wie die andere und vielleicht ist dieser Einsatz für Taichi auch die Vorstufe zu einem echten Solo. Würde mich freuen.

Bei Amazing Grace fehlte Ciaran. Natürlich, nur nicht um es in ganzer Pracht erklingen zulassen. Schließlich gibt es ja Rocco.

Den Abschluss des Konzerts bildete Exultate, wobei Percussion-Man Jon Ormston und die Flötistin Elmear McGeown vor die Bühne traten. Besonders Jon Ormston macht es immer wieder sichtlich Spaß vor der Bühne die Bodhran zu spielen aber auch sonst zeigt der vollen Einsatz bei den Liedern.

Als Zugabe gab es leider bereits Gehörtes, bzw. Gesungenes. Und in der Summe damit nur 18 Lieder. Diese aber hatten häufig eine Länge, die die manch anderer Lieder deutlich übertraf. Somit dürfte die Gesamtdauer manch einem Konzert mit 20 Liedern entsprochen haben.


Während der Applaus brandete gingen zwei kleinere Jungs in die Mitte und zeigten auf die Musiker, die links und rechts von der Bühne angeordnet waren. Und natürlich auf Robert Prizeman. Bei anderen Chören erlebt man es meist genau umgekehrt. Da lässt sich der Chorleiter erst feiern, bevor ihm einfällt, dass den Klang ja andere erzeugt haben.

Diesmal war der gute Willen des Publikums zu erkennen, den Beifall bis zum Verschwinden des letzten Sängers zu spenden. Da aber alle über eine einzige schmale Treppe die Bühne verlassen wollten, dauerte es dafür dann doch zu lange. Ich finde es immer zu niedlich, wenn die kleinen Sänger fröhlich winkend die Bühne verlassen, wobei wohl keiner sagen kann, ob sie damit allgemein dem Publikum zuwinken, oder nur einigen Angehörigen, die sie im Publikum wissen.

Der Chor fuhr noch am gleichen Abend mit dem Bus nach London zurück und selbst im Programmheft wurde auf die etwa dreistündige Rückreise hingewiesen. Manche Kinder wurden aber auch gleich von ihren Eltern mitgenommen. Aber vorher musste noch auf die neue CD aufmerksam gemacht werden. Also verschwanden vier kleinere Sänger mit einem Stapel Flyern in Richtung Ausgänge, die sicherste Methode, alle abzufangen. Später arbeiteten sie sich dann zu den noch in der Kirche verweilenden Besuchern durch.



Noch einmal zurück ins Konzert. Natürlich gab es auch wie gewohnt einige kleine Reden, die zumeist von denjenigen gehalten wurden, die nicht als Solisten im Einsatz waren. So bekommt halt (fast) jeder seine Aufgabe.

Peter Kielty und Alex Gula übernahmen die Begrüßung, stellten den Chor an sich vor, erwähnten die beiden Kleinsten, Koji und Cassius (beide 8) und wiesen auf das neue Album hin.

Alex Menuet und Victor Wiggin erzählten über Reisen und ihre Roben, wobei die Stimme von Victor einerseits sehr niedlich klang, man sich aber gleichzeitig die Frage stellen muss, wie man diese Sprechstimme zu einer guten Gesangsstimme verwandeln kann.

Gregor und ??? erklärten, mit wie vielen verschiedenen Stimmlagen gesungen wird (es sind sieben)

Alessandro und ??? erzählten über die Sommerkonzerte des letzten Jahres und erwähnten die nächsten Konzerte in Japan und über Moose.

Peter Kielty stellte die vielen unterschiedlichen Nationen innerhalb des Chores vor, mit Alex Gula aus Polen, Alex Menuet und Victor Wiggin aus Frankreich, Theo Wood aus Mexico, Oliver Watt-Rodriguez aus Spanien, Tadgh Fitzgerald aus Irland, Alex Montoro aus Italien und Koji und Taichi Shinokubo aus Japan. Einige sicherlich mit nur teilweise ausländischen Wurzeln.

Tadgh übernahm die Verabschiedung und Ankündigung des letzten Songs, tja und dann dauerte es auch nicht mehr so lange, bis wir vor der Kathedrale standen.

LIBERA bot in ELY in hervorragendes Konzert mit einer sehr guten akustischen Abstimmung, wunderbaren Solisten und einem phantastischen Chor.

Ein paar Lieder hatten wir vor dem Konzert bereits hören können, da die Kirche bei den Proben geöffnet blieb. Allerdings nur gegen Zahlung des üblichen Eintrittsgeldes, die Konzertkarte galt noch nicht. Anders als Krakau wurde nicht das gesamte Konzert geprobt, sondern lediglich fünf oder sechs Lieder. So konnte man miterleben, wie am Anfang die Lautstärke und andere Sachen eingepegelt wurden und wie z.B. nach der Probe des Sanctus eine Gruppe noch einmal ohne musikalische Begleitung einen kleinen und im Lied immer etwas kritischen Part in drei Variationen wiederholte.

Es war ein Abend, den ich gerne mit einem kleinen Spaziergang, einer netten Unterhaltung und einem kühlen Bier abgeschlossen hätte. Tatsächlich wurde es noch eine längere Autofahrt, eine nette Unterhaltung und deutlich mehr als eine Flasche Bier. Und irgendjemand hatte doch im Auto tatsächlich das Radio angemacht....

… aber ich darf mich nicht beschweren, denn schließlich war ich ja zwei Abende später noch bei einem völlig anderen Konzert.


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bessere Bilder habe ich leider nicht.
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Re: Frühjahrskonzert am 29.04.2017 in Ely

Beitragvon Filiarheni » Mittwoch 10. Mai 2017, 23:19

Sag mal, mawi, wer von uns hat denn jetzt das Copyright an dem Kathedrale-in-blühenden-Landschaften-Foto? Das Motiv war wirklich unwiderstehlich. :lol:

(Meins ist zwar nur ein Handyfoto. Und einen Tag später als deins entstanden. Nein, ich hatte dich nicht beim Fotografieren beobachtet ...) :idea: ;)
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Re: Frühjahrskonzert am 29.04.2017 in Ely

Beitragvon mawi » Donnerstag 11. Mai 2017, 21:15

@Filiarheni

Danke, dass ich Deine Eindrücke von dem Konzert so ausführliche nacherleben darf. Sehr interessant sind für mich die vielen kleinen Details, die ich nicht mitbekommen konnte, auf die ich nicht geachtet habe oder die ich bereits wieder vergessen habe.

Noch interessanter finde ich die vielen Dinge, die wir anscheinend beide gleich empfunden haben und für erwähnenswert hielten. Wenn auch mit unterschiedlichen Formulierungen. So z.B.
- die Eigenart von Camdens Stimme
- die Salvas von Taichi im Vergleich zu Gabriel
- Roccos Stimme
- Victor bei seiner Rede
- die Länge des Beifalls am Ende des Konzerts
...

Auf ein paar Punkte will ich gleich noch einmal eingehen.

Filiarheni hat geschrieben:Deswegen drehe ich die Reihenfolge um und schreibe schon mal die Ergänzungen zu dem noch zu erwartenden Bericht von mawi.


Das ist nett von Dir.


Filiarheni hat geschrieben:Die Jungs stiegen aus und waren anscheinend ganz heiß auf ihr Konzert, denn sie versuchten umgehend, den direktesten Weg zur Kirche zu nehmen - nämlich den über die Kirchenmauer. Luftlinie gewissermaßen. Wenn ein paar damit anfangen, kann man sich vorstellen, was die anderen tun. Nachdem sich ausreichend viele davon überzeugt hatten, dass die Mauer zu hoch war, gaben sie sich mit dem banalen Bürgersteig zufrieden, und das war auch weise, denn sie gingen ja zunächst gar nicht in die Kathedrale, sondern in ein dazugehöriges Gebäude auf der anderen Seite.


Süß! Das hätte ich gerne gesehen. Zu dem Zeitpunkt stand ich hundert Meter entfernt auf der anderen Seite des Parks. Den Bus habe ich gesehen und einige Zeit später die Kinderschar, die an der Kathedrale vorbeizog. Wenig später wäre ich fast mit Alessandro und Isaac kollidiert, gerade rechtzeitig hatte ich sie noch bemerkt.

Was wäre eigentlich passiert, hätte der Bus nicht vor der Mauer sondern unten am Fluss gehalten???


Filiarheni hat geschrieben:Also nahm ich sie mit und fragte sie unterwegs, wie lange sie Libera schon kennt. Sie lächelte lustig und sagte: "I'm Gregor's mum."


Very nice! Aber die Frage hat sie damit eigentlich nicht beantwortet.


Filiarheni hat geschrieben:Vor dem ersten Lied gab es eine kurze Ansprache sowie die übliche Bandansage von wegen Filmen usw. verboten. Diese Zeit (oder war das während des Vorspiels zum ersten Lied?) wurde von einem kleinen Jungen in der hinteren Reihe - wenn ich mich bei Libera Passion richtig informiert habe, war es Luke Jelley - dazu genutzt, seine Garderobe zu ordnen. Es handelte sich um den Kampf gegen einen zu kurzen Robenärmel. Mit unglücklichem Gesicht versuchte er unaufhörlich, den rechten Robenärmel, der in der Mitte des Unterarms endete, sodass der Hemdenärmel sichtbar war, bis ganz nach unten zu ziehen. Eine widrige Angelegenheit, und der arme Kerl hatte richtig zu tun.


Hat er die Robe von Isaac geerbt? Der hatte auf den Kanalinseln das gleiche Problem. Ein Hemdärmel dürfte aber eigentlich nicht zu sehen gewesen sein, da sie unter den Roben im Regelfall keine Hemden tragen.


Filiarheni hat geschrieben:aber vielleicht kann mir jemand beantworten, ob jedes Kind, das ein Mikrofon hat, individuell von der Technik angesprochen werden kann, d. h.: Wenn ein Mikrofon bei einem Jungen, der mitten im Chor steht, ausfällt, muss dann jemand die Bühne betreten und ihn holen oder kann er über sein Knöpfchen im Ohr von der Technik herausgebeten werden?


Wissen tue ich es nicht, aber ich vermute, dass nicht jeder einzeln angesteuert werden kann. Was sie über den Knopf im Ohr hören können, ist mir ebenfalls nicht bekannt.


Filiarheni hat geschrieben:Völlig fasziniert war ich von dem Solisten, Rocco. Wie alt ist er? Zehn erst? Hoffentlich, denn dann hat er noch eine lange Libera-Zukunft vor sich. Er hat eine auffallend schöne Stimme, klang vielleicht noch ein bisschen schüchtern, hatte aber gar keinen Grund dafür. Seine Intonation war blitzsauber, und es hat mich sehr beeindruckt, wie sicher und exakt er auch die höchsten Töne traf! Bitte mach so weiter, Rocco, und bleib Libera erhalten, solange es geht, ich freue mich auf deine weitere Entwicklung!


Toll beschrieben und deckt sich mit meinem Eindruck.


Filiarheni hat geschrieben:Nach dem Lied kam noch eine Ansprache von Tadgh (Aussprache übrigens "Taig", falls es jemanden interessiert), in der er sagte, es gäbe nicht viel zu lächeln für sie, denn jetzt käme das letzte Lied.


Da hatte ich mich also doch nicht verhört. Der Schlingel. Und irgendwie hatte Tadgh auch noch ein ziemliches Grinsen in der Stimme.
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Re: Frühjahrskonzert am 29.04.2017 in Ely

Beitragvon ludwig1874 » Freitag 12. Mai 2017, 11:50

Vielen Dank euch beiden für die tollen Konzertberichte!!!! Woooooow!! Sehr, sehr anschaulich, mit den meisten Namen kann ich ja gar nichts mehr anfangen... Wie ihr ja wisst, konnte ich ja leider nur sehr früh Urlaub in Japan machen (siehe libera-dreams) und so "nur" mehrere tolle Flyer zur Tour in Japan ergattern! Ich würde echt gerne von China aus zum Konzert fliegen, ist aber extrem teuer (Flüge ab 700 Euro, fast teurer als von Deutschland aus). Also: weiter so mit euren tollen Berichten, man merkt echt euer Herzblut und eure Professionalität in Bezug auf Libera. Im Sommer ab Juli bin ich wieder in NRW, vielleicht kann man sich ja mal (wieder) treffen! Auch ich warte auf die neue CD, ist aber hier in China echt schwer zu kriegen...
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Re: Frühjahrskonzert am 29.04.2017 in Ely

Beitragvon Filiarheni » Samstag 13. Mai 2017, 13:59

:D Man weiß gar nicht, bei wem man sich zuerst bedanken soll. Ich gehe mal rückwärts:

@Ludwig, deine Begeisterung freut mich sehr, was für Komplimente an uns, danke! :oops: Herzblut - ja, das ist der richtige Ausdruck, genauso ist es.

@mawi, vielen Dank für deinen Bericht und die - wie immer - so schönen Fotos! Die Innenansichten, auch später mit dem Licht, sind atemberaubend, zweifelt irgendwer noch daran, wie schön diese Kathedrale war und wie fantastisch sie ausgeleuchtet wurde?!
Anmerkungen kommen noch, sobald ich Zeit habe. Tatsächlich, es sind doch noch ein paar übrig geblieben. ;)
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Re: Frühjahrskonzert am 29.04.2017 in Ely

Beitragvon mawi » Sonntag 14. Mai 2017, 21:58

@Ludwig: Ich schließe mich den Worten von Filiarheni an. Ich hoffe, dass Du bald die neue CD bekommen wirst, sie lohnt auf jeden Fall. Ich hatte wirklich gedacht, dass es für Dich keine größeres Problem wäre die Konzerte in Japan zu besuchen. Sehr schade. Für mich ist es momentan ein merkwürdiges Gefühl bis zur Weihnachtszeit warten zu müssen. Die Zeit scheint so unendlich lang zu sein. Aber noch wissen wir ja nicht, was dazwischen passieren wird.


@Filiarheni: nur zu Sicherheit noch einmal ein Bild von 2015 ;)

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