Three Ravens

Diskussionen über einzelne Songs von LIBERA

Re: Three Ravens

Beitragvon Manuel » Montag 5. April 2021, 18:55

Filiarheni hat geschrieben:Unsere Beiträge haben sich gekreuzt, Manuel. Ich gucke mir das später an. :) Meiner bezieht sich also komplett auf das, was mawi vorher geschrieben hatte.


Was ein Timing, oder? :D Ich hatte im Gegensatz zu dir eh nur Spekulationen beizutragen. Ich werde mir deinen Beitrag noch in Ruhe durchlesen, bin aber schon beim ersten Überfliegen total beeindruckt! :oops: Ich muss mir das Lied wohl noch mindestens 20 Mal anhören und ein paar Bücher zum Thema Musiktheorie bestellen :D
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Re: Three Ravens

Beitragvon Filiarheni » Donnerstag 8. April 2021, 22:52

Ich spekuliere auch, so ist es nicht. Die eingesetzte Technik kann es einem schwermachen, etwas eindeutig herauszuhören. Man hat bei Mother of God zum Beispiel schon geglaubt, dass dort ein Instrument eingesetzt wurde, das Lied ist aber a cappella.

Jedenfalls habe ich mir das Original mit Sarah Leonard noch mal angehört. Sie singt das betreffende Zwischenspiel mit allem Drum und Dran, was dagegen sprechen könnte, dass Alessandro in Liberas Cover übrig bleibt, wenn das stufenweise Wiederherunterturnen von ganz oben als Einheit gesehen wird (was es ja auch ist). Andererseits ist sie natürlich ganz auf sich gestellt. Robert dagegen hat für das Lied noch zwei Solisten hinzugezogen, die einen vernünftigen Part haben sollten, der die Nennung als Solisten im Booklet rechtfertigt. Und wenn er an dieser Stelle tatsächlich so vorgegangen wäre wie von mir beschrieben - ich bin halt nicht sicher, warne ich! -, fände ich das sehr tricky und reizvoll von ihm gesetzt.

Ich wollte mir immer schon mal in der Pause heimlich Roberts Tablet ausleihen.

Übrigens mag ich Sarah Leonards Stimme bei dem Lied inzwischen. Es liegt etwas Unheimliches darin, das hier sehr gut passt. Der Orchestersatz in dem turbulenten zweiten Zwischenspiel gefällt mir dagegen gar nicht, dramatisch ja, aber zu laut, zu schwerfällig, wenn man die hellen, flexiblen Libera-Stimmen danebenhält.
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Re: Three Ravens

Beitragvon Filiarheni » Freitag 9. April 2021, 11:20

Filiarheni hat geschrieben:Ich spekuliere auch, so ist es nicht. Die eingesetzte Technik kann es einem schwermachen, etwas eindeutig herauszuhören. Man hat bei Mother of God zum Beispiel schon geglaubt, dass dort ein Instrument eingesetzt wurde, das Lied ist aber a cappella.

Will sagen, man kann heraus-, aber auch Dinge in die Musik hineinhören, die gar nicht da sind. Etwas verwechseln wie in diesem Beispiel oder auch ergänzend hören. Ganz häufig nimmt man auch Parts überhaupt nicht bewusst wahr, die einem erst dann auffallen, wenn sie plötzlich fehlen.

U. a. deswegen würden mich Liberas Noten so brennend interessieren.
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Re: Three Ravens

Beitragvon mawi » Freitag 9. April 2021, 20:23

Entweder muss uns Robert jetzt wirklich die Noten zur Verfügung stellen (die ich allerdings nicht lesen kann), oder aber ein Video von den Studioaufnahmen. Ich plädiere für Letzteres, da kann man dann gleich noch die Mimik beobachten. :)

Filiarheni hat geschrieben:Man hat bei Mother of God zum Beispiel schon geglaubt, dass dort ein Instrument eingesetzt wurde, das Lied ist aber a cappella.

Dazu schrieb ich nach nach Erscheinen des Albums Beyond:
mawi hat geschrieben:Den Abschluss der CD bildet Mother of God, ein Lied, das von Anfang bis zum Ende harmonisch zusammen von ganzen Chor gesungen wird. Sehr zurückhaltend ist hier das Instrumental, das so verhalten während der Gesangsparts im Hintergrund agiert, dass man das Gefühl bekommt, es gibt keines. Oder ist dieses sogar auch aus Stimmen gebildet? Ich kann es nicht sagen.

Ich hörte ein Instrumental hatte aber gleichzeitig Zweifel. Jetzt habe ich mir das Lied noch einmal angehört und habe das Gefühl, dass das gehörte Instrumental durch die tiefen Stimmen „verursacht“ wird, möglicherweise auch durch einen leichten Hall.


Filiarheni hat geschrieben:Übrigens mag ich Sarah Leonards Stimme bei dem Lied inzwischen. Es liegt etwas Unheimliches darin, das hier sehr gut passt. Der Orchestersatz in dem turbulenten zweiten Zwischenspiel gefällt mir dagegen gar nicht, dramatisch ja, aber zu laut, zu schwerfällig, wenn man die hellen, flexiblen Libera-Stimmen danebenhält.

Unheimlich war auch mein Gedanke und schwerfällig empfinde ich es auch. Allerdings ist das Instrumental durch das Fehlen der zusätzlichen Stimmen auch auch klarer, variantenreicher und bietet Spielraum für noch mehr Bilder. Gerade in den Zwischenstücken werden die Instrumente nicht zusätzlich durch die Stimmen überlagert. Aber Liberas Version ist für mich trotzdem wesentlich gefälliger zu hören, gerade weil es schön flüssig ist. Interessanterweise habe ich aufgrund der Schwerfälligkeit des Originals das Gefühl, dass dieses auch langsamer gesungen wird. Aber das Original ist in der Gesamtlänge kürzer als Liberas Version, die allerdings am Ende auch wesentlich länger ausklingt. Legt man die Lieder übereinander, dann merkt man, dass das Grundtempo beider Lieder fast identisch ist. Manchmal singt Sarah Leonard sogar ein wenig schneller.

Durch die zusätzlichen Recherchen bin ich nun auch noch auf das Album The Tyburn Tree (Dark London) von John Harle und Marc Almond gestoßen, bei dem Sarah Leonard auch sporadisch zu hören ist. Marc Almond habe ich besonders in den 80er und 90er Jahren gerne gehört. Hier ist es dann eher das Instrumental das mich reizt und in einer 5.1-Aufnahme (die es nicht gibt) könnte es ein absolut phantastisches und gruseliges Klangerlebnis geben. Aber das ist nun offtopic.


Filiarheni hat geschrieben:Will sagen, man kann heraus-, aber auch Dinge in die Musik hineinhören, die gar nicht da sind. Etwas verwechseln wie in diesem Beispiel oder auch ergänzend hören. Ganz häufig nimmt man auch Parts überhaupt nicht bewusst wahr, die einem erst dann auffallen, wenn sie plötzlich fehlen.

Stimmt, und gerade den letzten Teil habe ich mir so auch schon häufiger gedacht. Bei Libera z.B. dort, wo sie als Ergänzung zu einem anderen Künstler singen. Ihr Gesang fällt dann manchmal kaum auf, aber würde man sie weglassen, dann würde man es deutlich merken. Bei Hope for the Future von Paul McCartney suche ich sie allerdings immer noch...

Manuel hat geschrieben:Meine ebenfalls keineswegs fundierten Mutmaßungen zu den anderen offenen Fragen:

- die Stimme im "Instumental" ist für mich nicht die von Gregor und ich würde sie eher Alex als Alessandro zuordnen
- den letzte kurzen Teil nach Alex' Höhenflug übernimmt wieder Gregor (für mich klingt es nicht so, als könnte es sich um dieselbe Stimme handeln)
- das "loved ONE" am Ende traue ich tatsächlich Gregor zu, für mich klingt es nach ihm

Theoretisch alles möglich. Ob Gregor seine Stimme so hochziehen konnte vermag ich nicht einzuschätzen, aber zumindest lag es sonst nicht in seinem Aufgabenbereich.


Filiarheni hat geschrieben:Mit Strophe 3 bin ich so weit auch einverstanden. Ich höre hier ein Terzett (wunderschön übrigens die beiden Zeilen von "Down there" bis "might go"!  ). Das "With a" wäre bei mir aber auch noch grün.

Finde ich auch sehr gelungen. Bei „With a“ höre ich allerdings (noch) keine zusätzlichen Stimmen.

Filiarheni hat geschrieben:4. Strophe: ja, aber die 4. Zeile muss meiner Meinung nach komplett grün sein und wahrscheinlich auch die 7., wobei ich mir bei Letzterem nicht völlig sicher bin.

Bei Zeile 4 höre ich am Anfang tatsächlich auch noch zusätzliche Stimmen, bei Zeile 7 liegt noch irgendetwas anderes darüber. Ich vermag es nicht auszumachen, kann es also weder bestätigen noch das Gegenteil behaupten.

Filiarheni hat geschrieben:Du meinst "one"? Das war für mich immer Alex.   

Ja, das meine ich. Dann wären wir uns hier einig, aber trotzdem nicht sicher.
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Re: Three Ravens

Beitragvon Manuel » Samstag 10. April 2021, 16:58

Ich habe eure Analysen gespannt verfolgt, danke euch! :D Die vielen feinen Details des Songs kann ich mit meinen aktuellen technischen Möglichkeiten nicht so heraushören, wie ich es mir wünschen würde - da besteht definitiv noch Verbesserungsbedarf :geek: Trotzdem hat sich mir das Lied nun noch auf eine ganz andere Weise erschlossen, wie wundervoll!

Wo es u. a. auch um die Parts der Solisten geht, stellt sich mir noch die Frage, ob es hierfür eine Regel bei Libera gibt, wer als solcher im Booklet genannt wird. Wenn ich mir einfach mal Silent Night vom Album Christmas Carols with Libera (2019) herauspicke (auch wenn es jahreszeitlich nicht ganz passt, ich höre es trotzdem immer gerne :lol: ), sind hier ganze fünf Solisten genannt. Mit Blick auf http://www.libera-songs.de/ (wo sonst? ;) ) stelle ich fest, dass teils vier, wenn nicht fünf Jungen gleichzeitig singen, nachdem sie nacheinander in die jeweilige Strophe eingestimmt haben. Wenn nun rein theoretisch der halbe Chor einstimmt, werden diese dann alle als Solisten geführt, oder gilt nur als Solist, wer einen Teil mit einer maximalen Anzahl an anderen Sängern gemeinsam singt? Ich hoffe, dass meine Frage (frei nach Herbert Grönemeyer: "Wann ist ein Solist ein Solist?" :mrgreen: ) halbwegs verständlich formuliert ist.
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Re: Three Ravens

Beitragvon mawi » Samstag 10. April 2021, 20:00

Manuel hat geschrieben:Wo es u. a. auch um die Parts der Solisten geht, stellt sich mir noch die Frage, ob es hierfür eine Regel bei Libera gibt, wer als solcher im Booklet genannt wird. Wenn ich mir einfach mal Silent Night vom Album Christmas Carols with Libera (2019) herauspicke (auch wenn es jahreszeitlich nicht ganz passt, ich höre es trotzdem immer gerne :lol: ), sind hier ganze fünf Solisten genannt. Mit Blick auf http://www.libera-songs.de/ (wo sonst? ;) ) stelle ich fest, dass teils vier, wenn nicht fünf Jungen gleichzeitig singen, nachdem sie nacheinander in die jeweilige Strophe eingestimmt haben. Wenn nun rein theoretisch der halbe Chor einstimmt, werden diese dann alle als Solisten geführt, oder gilt nur als Solist, wer einen Teil mit einer maximalen Anzahl an anderen Sängern gemeinsam singt? Ich hoffe, dass meine Frage (frei nach Herbert Grönemeyer: "Wann ist ein Solist ein Solist?" :mrgreen: ) halbwegs verständlich formuliert ist.

Erst einmal, ich gebe keine Garantie, dass die Angaben auf meiner Seite immer richtig sind. 8-)
Wann ein Solist zum Solist wird, das kann ich nicht hundertprozentig sagen. Zumal wir ja bei Three Ravens auch festgestellt haben, dass die Solisten nicht zwangsweise mit textlichem Gesang auffallen.
Im Prinzip kann man sagen: der Solist, den Solisten zusätzlich unterstützende bzw. begleitende Stimmen und besondere Stimmen im Instrumental, meistens die gesungenen Vokalisen, das sind im Regelfall die genannten Solisten.
Bei Silent Night auf dem letzten Christmas-Album ist es allerdings vergleichsweise einfach. Hier sind die fünf genannten Namen alle an dem Lied beteiligten Sänger. Der Rest schweigt. :o
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Re: Three Ravens

Beitragvon Filiarheni » Sonntag 11. April 2021, 12:32

mawi hat geschrieben:Entweder muss uns Robert jetzt wirklich die Noten zur Verfügung stellen (die ich allerdings nicht lesen kann), oder aber ein Video von den Studioaufnahmen. Ich plädiere für Letzteres, da kann man dann gleich noch die Mimik beobachten. :)

Beides, beides! :mrgreen: Na ja: Ich bin ja durchaus erfreut, dass keine originalen Libera-Partituren im Internet verfügbar sind, weil ich mich so gar nicht damit anfreunden kann, dass andere Chöre ihre Arrangements singen. Offenbar bin ich sehr puristisch. 8-) :lol:

mawi hat geschrieben:
Filiarheni hat geschrieben:[...] Mother of God [...]

Ich hörte ein Instrumental hatte aber gleichzeitig Zweifel. Jetzt habe ich mir das Lied noch einmal angehört und habe das Gefühl, dass das gehörte Instrumental durch die tiefen Stimmen „verursacht“ wird, möglicherweise auch durch einen leichten Hall.

Ich meinte sogar jemand anderen, weil ich nicht mehr auf dem Schirm hatte, was du dazu meintest. :) Aber ja, ich denke, so ist es. Und ich wünschte, sie würden das Lied endlich einmal aufführen, was spricht dagegen?

mawi hat geschrieben:
Filiarheni hat geschrieben:Ganz häufig nimmt man auch Parts überhaupt nicht bewusst wahr, die einem erst dann auffallen, wenn sie plötzlich fehlen.

Stimmt, und gerade den letzten Teil habe ich mir so auch schon häufiger gedacht. Bei Libera z.B. dort, wo sie als Ergänzung zu einem anderen Künstler singen. Ihr Gesang fällt dann manchmal kaum auf, aber würde man sie weglassen, dann würde man es deutlich merken. Bei Hope for the Future von Paul McCartney suche ich sie allerdings immer noch...

Von dem Lied wusste ich bislang gar nichts. Aber am Anfang und am Ende ... Und ganz vielleicht auch ab 2:30?

mawi hat geschrieben:
Filiarheni hat geschrieben:Mit Strophe 3 bin ich so weit auch einverstanden. Ich höre hier ein Terzett (wunderschön übrigens die beiden Zeilen von "Down there" bis "might go"! ). Das "With a" wäre bei mir aber auch noch grün.

Finde ich auch sehr gelungen. Bei „With a“ höre ich allerdings (noch) keine zusätzlichen Stimmen.

Das 2. "With a" in der 3. Strophe. Also das im Zusammenhang mit "derry down" in der letzten Zeile. Ändert das etwas an deiner Ansicht?

Manuel hat geschrieben:Ich habe eure Analysen gespannt verfolgt, danke euch! :D Die vielen feinen Details des Songs kann ich mit meinen aktuellen technischen Möglichkeiten nicht so heraushören, wie ich es mir wünschen würde - da besteht definitiv noch Verbesserungsbedarf :geek: Trotzdem hat sich mir das Lied nun noch auf eine ganz andere Weise erschlossen, wie wundervoll!

Das ist der Grund, warum es mich immer so sehr interessiert, warum genau ein Lied jemanden mehr oder weniger anspricht. Dann versuche ich, mit den anderen Ohren zu hören, und erweitere damit mein eigenes Hören. Ob ich mich der anderen Meinung anschließe, ist gar nicht wichtig, es ist einfach immer bereichernd, nicht nur musikalisch.

Zum Solistenthema hier entlang, bitte. :)
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