Three Ravens

Diskussionen über einzelne Songs von LIBERA

Three Ravens

Beitragvon mawi » Samstag 3. April 2021, 12:55

:idea:
Dem Vorschlag von Filiarheni folgend (den Gedanken hatte ich inzwischen auch schon) soll Three Ravens nun einen eigenen Thread bekommen. Bevor ich aber die bereits geschriebenen Worte zu dem Lied in diesem Thema vereine möchte ich ein paar grundlegende Informationen über das Lied beisteuern.

Three Ravens ist auf dem 2017 erschienenen Album Hope veröffentlicht worden. Der Text des Liedes geht zurück auf eine alte englische Ballade und wurde in einer Sammlung von Thomas Ravenscroft 1611 veröffentlicht. Der Text kann aber durchaus älter sein.

Musikalisch existieren verschiedene Fassungen, die meistens auf einer mittelalterlichen Melodie beruhen. Libera singt jedoch eine Version, die vom Komponisten und Saxophonisten John Harle 1996 auf seinem Album Terror and Magnificence veröffentlicht wurde. Für den Gesang zeichnet sich die Sopranistin Sarah Leonard verantwortlich, die besonders für Aufführungen zeitgenössischer klassischer Musik bekannt ist.

Das Original des Liedes ist hier zu finden:




Hier die ursprüngliche Ballade, nach Wikipedia auch in der Schreibweise von 1611.
Der kursive Text ist als Refrain deklariert, wird aber nur in der ersten Strophe angegeben.

https://en.wikipedia.org/wiki/The_Three_Ravens

There were three rauens sat on a tree,
downe a downe, hay downe, hay downe,
There were three rauens sat on a tree,
with a downe,
There were three rauens sat on a tree,
They were as blacke as they might be.
With a downe, derrie, derrie, derrie, downe, downe.

The one of them said to his mate,
Where shall we our breakfast take?
Downe in yonder greene field,
There lies a Knight slain under his shield,
His hounds they lie downe at his feete,
So well they can their Master keepe,

His Hawkes they flie so eagerly,
There's no fowle dare him come nie
Downe there comes a fallow Doe,
As great with yong as she might goe,

She lift up his bloudy head,
And kist his wounds that were so red,
She got him up upon her backe,
And carried him to earthen lake,

She buried him before the prime,
She was dead her self ere euen-song time.
God send euery gentleman,
Such haukes, such hounds, and such a Leman.




Und hier die Übersetzung von Theodor Fontane

https://de.wikisource.org/wiki/Die_drei_Raben_(Fontane)


Die drei Raben

Drei Raben saßen auf einem Baum,
Drei schwärzere Raben gab es kaum.

Der eine sprach zu den andern zwei’n:
„Wo nehmen wir unser Frühmahl ein?“

Die andern sprachen: „„Dort unten im Feld
Unterm Schilde liegt ein erschlagener Held.

Zu seinen Füßen liegt sein Hund
Und hält die Wache seit mancher Stund.

Und seine Falken umkreisen ihn scharf,
Kein Vogel, der sich ihm nahen darf.““

Sie sprachen’s. Da kam eine Hinde daher,
Unterm Herzen trug sie ein Junges schwer.

Sie hob des Toten Haupt in die Höh,
Und küßte die Wunden, ihr war so weh.

Sie lud auf ihren Rücken ihn bald
Und trug ihn hinab zwischen See und Wald.

Sie begrub ihn da vor Morgenroth,
Vor Abend war sie selber todt.

Gott sende jedem Ritter zumal,
Solche Falken und Hunde und solches Gemahl.



Im weiteren Verlauf möchte ich die bislang bereits geschriebenen Kommentare aus zwei Threads hier noch einmal zusammenführen. Diese bleiben natürlich den ursprünglichen Beiträgen erhalten.
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Re: Three Ravens

Beitragvon mawi » Samstag 3. April 2021, 13:02

Beiträge aus dem Spekulationsthread zur CD Hope (nachgereicht)


12.11.2016
Filiarheni hat geschrieben:Irgendwie habe ich fälschlich gedacht, es gäbe schon einen Thread zu der CD, die da auf uns zukommt. :? Dann fange ich jetzt einen an.

Das Lied auf den von Libera veröffentlichten Bildern heißt "The Three Ravens", links steht Treble. Das Lied kannte ich vorher nicht. Die Noten entsprechen auf jeden Fall nicht der Version, die nach Youtube besonders bekannt zu sein scheint, es gibt dort fast nur diese Version, aber die Taktart/Rhythmus passen nicht. Also habe ich versucht herauszufinden, ob es sich überhaupt um denselben Text oder einen ganz anderen handelt. Das Foto bekomme ich nicht scharf genug, um den Text eindeutig ausmachen. Trotzdem, hm - steht hier:

"Down there comes a fallow doe,
As great with young as she might goe,"
?

0ced12b1.m.jpg
0ced12b1.m.jpg (24.96 KiB) 2280-mal betrachtet

Dann ja.

Auf der Suche nach einer anderen Vertonung konnte ich schließlich eine Fassung finden, bei der Taktart und Rhythmus mit dem Notenbild übereinstimmen. Die Melodie zwar ganz und gar nicht, aber die könnte ja auch jemand anders zu singen haben ... ;) Und dort bei dem Youtube-Beispiel wird von einem John Harle gesprochen, und wenn ich mich bemühe, kann ich das rechts oben auf dem Blatt herauslesen. Falls das stimmt, handelt es sich um eine Vertonung des Textes von "The Three Ravens" für "A History of England", einer BBC-Fernsehserie, Musik von John Harle.

e13e37cf.l.jpg
e13e37cf.l.jpg (38.96 KiB) 2280-mal betrachtet


Zu viel Fantasie? :?:

Wie auch immer, eins steht fest: Wäre ich Libera-Sänger, würde ich in den Foren mitlesen und mich amüsieren, wie wir hier spekulieren, forschen, diskutieren. Man kann Libera wahrhaftig nicht vorwerfen, dass sie nicht für unsere Beschäftigung sorgen. :lol:


15.11.2016
mawi hat geschrieben:Ich denke schon dass der ein oder andere mal in die Foren schaut. Mangels Sprachkenntnissen kommen sie hier allerdings nicht weit. Wobei, heute werden die Seiten ja gleich automatisch übersetzt.


Tolle Recherche übrigens zu dem zu erwartenden Song "The Three Ravens". Ich habe bei Youtube in die ursprüngliche Version mal reingehört. Es ist ein durchaus interessantes Lied, für das ich mir LIBERA als Interpreten sehr gut vorstellen kann. Die gehörte Stimme des Originals kann micht nicht ganz überzeugen.



Irgendwie hoffe ich schon, dass der Sänger, der das Blatt hält, auch der Solist des Stückes ist. Gregor hat mir bei den letzten Konzerten sehr gut gefallen und seine klare, schnörkellose Stimme kann dem Lied, natürlich in Kombination mit dem Chor, eine besondere Note verleihen.


16.11.2016
Filiarheni hat geschrieben:Ach ja, ein Link wäre nicht verkehrt gewesen. Danke fürs Nachholen!

Yep, sehe ich genauso. Das Lied finde ich sehr schön und auch zu Libera passend, aber mit dem in der Originalfassung vorgefundenen Gesang kann ich mich auch nicht anfreunden, was ja zum Glück nebensächlich ist: Wir haben Libera - es wird gut (auf manches ist Verlass)!

P.S. Was Übersetzungsmaschinen so alles (anrichten) können, erlebt man ja zuweilen hier und da ... ;)


21.03.2017
Filiarheni hat geschrieben:Klingt wirklich vielversprechend. Am meisten bin ich auf das zweite Lied aus, scheint sehr schön zu sein, aber es war natürlich wieder klar, dass das der kürzeste Ausschnitt ist. :roll: Und The Three Ravens ist dabei. Ich weiß nicht, irgendwie hänge ich an dem Lied, wahrscheinlich weil ich mich so viel damit befasst habe. In der Hoffnung, dass es das dann auch verdient. ;) Ich bin jetzt so un-ge-dul-dig!!!





Beiträge aus dem Thread zum Album Hope


14.05.2017
mawi hat geschrieben:
Und dann kam: Three Ravens.

Der Hammer! Dieses Lied sticht heraus und das in mehrfacher Hinsicht.
Schon der Beginn des Liedes verrät: hier ist etwas anders. Und tatsächlich ist Three Ravens alles andere als ein typisches Libera-Lied. Eine etwas schräge instrumentale Einleitung wird begleitet von typisch mystischen Rufen. Dann beginnt Gregor mit einem vierstrophigen Part, unterbrochen von einem melodiösen und spannenden Zwischenstück.

Gregors klare und schnörkellose Stimme passt perfekt zu dem höheren Tempo des Liedes, das Instrumental und der Chor harmonieren hier besonders gut und bereits mit den ersten Klängen wird eine gewisse Dramatik aufgebaut, die zwar scheinbar mit Beginn von Gregors Gesang verschwindet, später aber wieder einsetzt, sich steigert und ihren Höhepunkt noch deutlich vor Ende des Liedes hat. Trotzdem verbleibt eine gewisse Anspannung (oder Beklemmung) bis zum letzten Ton. Genial! Ich weiß nicht, ob es Gregor ist, der seine Stimme in der entscheidenden Phase des Liedes in die Höhe schraubt, vielleicht auch Alex Montoro, wohl aber nicht das Saxophon. Die von Gregor gesungenen Strophen erinnern ein wenig an den Song You where there aus dem Computerspiel ICO, dass damals von Steven Geraghty gesungen wurde.


31.05.2017
Filiarheni hat geschrieben:So, das erste Hören liegt hinter mir; und was ich sofort loswerden muss:
Völlig vom Hocker gerissen haben mich The Three Ravens und Stabat Mater. :) :!: Mehr im Moment nicht, kommt später, aber im Moment will ich erst mal nur und nur hören.



02.06.2017
mawi hat geschrieben:
Filiarheni hat geschrieben:So, das erste Hören liegt hinter mir; und was ich sofort loswerden muss:
Völlig vom Hocker gerissen haben mich The Three Ravens und Stabat Mater.


Jaaaaaaa!

Three Ravens sticht heraus und ist im Stil völlig anders. Gefällt es gerade dadurch? Das würde ja bedeuten, dass man den bisher gewohnten Stil plötzlich langweilig findet. Ich finde, das Lied überrascht durch den Aufbau. Zu Beginn wird gleich eine Spannung erzeugt, die sich mit Beginn des Gesangs auflöst, zwischenzeitlich kurz zurückkommt und wieder weicht. Zum Ende, wenn man so richtig in dem leichten Gesang drin ist, fängt man an zu erstarren und mit Ausklingen des Liedes bleibt ein Zustand der Beklemmung. Gregor hat hier richtig gut gesungen und ich denke, dass Alex Montoro für die Spitzen zuständig war.



17.06.2017
Filiarheni hat geschrieben:Three Ravens
Gregors Meisterstück!
Grandioses, magisch anziehendes Stück mit schaurigem Inhalt - englische Ballade halt. ;) Dramatisch, düster, aufwühlend, packend, überwältigend. Hier wurden alle musikalischen Möglichkeiten ausgereizt. Text und Musik sind eine Einheit, das Orchester spiegelt das Geschehen.

Das Arrangement ist bis auf ein paar Änderungen in der Instrumentierung das der Harle’schen Originalfassung, nur halt auf einen Chor übertragen. Schon bei den ersten flirrenden Klängen beschleicht einen ein Gefühl der Bedrohung. Sehr schnell beginnen dann die Läufe (des Saxofons?), die das nervöse Flattern der hungrigen Raben imitieren, die nicht an ihr Ziel kommen und sich daher das ganze Lied über nicht beruhigen können.
Den Rhythmus der Strophen finde ich super, der zieht einen richtig mit. Nach der 4. Strophe ein tosendes Zwischenspiel, in dem sich die ohnehin schon hohe Erregung noch einmal steigert. Pures Adrenalin. Die Anspannung lässt einfach nicht nach, es gibt keinerlei Erleichterung in dem Stück, noch nicht mal am Ende. Diese spitzen Schreie (z. B. 4:53) – das ist Alex, oder? Die Stimmung bleibt unheimlich. Abschließend ein extrem langer Ausklang, der einem die Zeit gibt, den Pulsschlag wieder zu regulieren.

Gregor legt mit Three Ravens eine wahre Meisterleistung hin! Der Klang seiner Stimme ist schön wie nie, und sein Ausdruck ist perfekt. Diese Fassungslosigkeit in seiner Stimme in der 4. Strophe ab „She got him up …“! :!: Beim folgenden „down, derry“ sehe ich ihn geradezu vor mir, wie er mit schreckgeweiteten Augen singt. Und das letzte „down“ hier singt er auf eine Art und Weise, die ich nicht beschreiben kann.
Die Melodie hat heftige Sprünge, dann die ganzen Dissonanzen – eine Herausforderung an sämtliche Sänger, und sie haben es toll geschafft. Sagenhaftes Stück, dessen Wirkung ich mich nicht entziehen kann! Wenn man das ganz laut aufdreht … :mrgreen: Live muss das gigantisch sein.

Three Ravens ist für mich ein besonderes Lied wegen der Anfänge letztes Jahr. Deswegen freue ich mich sehr über das Ergebnis. Es ist natürlich etwas ganz anderes als alles, was Libera je gesungen hat. Aber warum sollen sie nicht mal einen kleinen Ausflug machen?


21.06.2017
ludwig1874 hat geschrieben:Super Besprechung!
Hier meine drei Top-Titel des Albums:

1. Three Ravens
Mit weitestem Abstand!! Ist schon jetzt in der ewigen TOP5! Wie schon mal geschrieben entfaltet der Titel mit High-End-Kopfhörern seine volle dramatisch-hyptnotische Wirkung. In mir laufen bei dem Lied die wildesten Filme ab (Verfolgungsjagden mit Reitern, dunkle vorbeiziehende Wälder, alte Burgen... halt so mittelalterliche Assoziationen). Hab zuletzt das Lied zweimal ohne Unterbrechung gehört! Ach, gäbe es doch nur eine CD nur mit solchen "englischen Balladen" - ich würde Libera endgültig verfallen!

2. Venite adoremus
Der Anfang!!!...

3. Angeli die!
So übervoll, voller "Harmonien" und hohen Gesangsparts!

Viele Grüße aus Shenyang! (noch 9 Tage bis zu den Sommerferien!)



02.07.2017
mawi hat geschrieben:
Three Ravens

Filiarheni hat geschrieben:Das Arrangement ist bis auf ein paar Änderungen in der Instrumentierung das der Harle’schen Originalfassung, nur halt auf einen Chor übertragen. Schon bei den ersten flirrenden Klängen beschleicht einen ein Gefühl der Bedrohung. Sehr schnell beginnen dann die Läufe (des Saxofons?), die das nervöse Flattern der hungrigen Raben imitieren, die nicht an ihr Ziel kommen und sich daher das ganze Lied über nicht beruhigen können. 
Den Rhythmus der Strophen finde ich super, der zieht einen richtig mit. Nach der 4. Strophe ein tosendes Zwischenspiel, in dem sich die ohnehin schon hohe Erregung noch einmal steigert. Pures Adrenalin. Die Anspannung lässt einfach nicht nach, es gibt keinerlei Erleichterung in dem Stück, noch nicht mal am Ende. Diese spitzen Schreie (z. B. 4:53) – das ist Alex, oder? Die Stimmung bleibt unheimlich. Abschließend ein extrem langer Ausklang, der einem die Zeit gibt, den Pulsschlag wieder zu regulieren. 


Was soll man da noch dazu fügen? Ich nehme an, dass Alex Montoro für die höchsten Töne des Liedes verantwortlich ist. Kann man diese als Schreie bezeichnen? Kann man einen Schrei singen? Ich finde diese Stelle phantastisch, wenn er sich in drei, vier Stufen hochschraubt, den hohen Ton lange stehen lässt und in wenigen Stufen wieder abfällt um dann den tieferen Ton ausklingen zu lassen. An der Stelle meine ich auch Alex Stimme erkennen zu können, auch wenn ich nicht wüsste, wer sonst so hoch kommen kann. Und das ganze ohne Luft zu holen.

Ich habe mir die Version mit Sarah Leonard angehört. Sehr interessant der im Grunde identische Aufbau des Liedes mit den vielen vielen kleinen Unterschieden. Alleine schon die Stimme, die erst gewöhnungsbedürftig ist und in den Strophen weniger Dynamik bietet. Dafür schafft sie später auch das Flattern in die „Schreie“ zu bekommen. Das Instrumental ist weniger flüssig, bietet aber mehr Details. Allerdings wird das Saxophon sehr dominant eingesetzt, was sicher auch nicht jedermann Sache ist.

Mir gefällt die Version von LIBERA besser (welch Überraschung), weil sie flüssiger ist, Gregors Stimme klarer und der Chor in der Begleitung dem Lied den letzten Schliff gibt.

Der Anfang des Liedes und auch das Zwischenspiel nach der zweiten Strophe verraten, dass zum Ende hin noch eine dramatische Steigerung kommen wird. Beim ersten Hören hatte ich spontan damit gerechnet, dass zu Beginn der vierten Strophe eine abrupte Unterbrechung kommt. Aber es geht einfach weiter mit dem leichten Gesang um sich dann weit dramatischer zu steigern, als man es vorher für möglich gehalten hat.




Filiarheni hat geschrieben:Gregor legt mit Three Ravens eine wahre Meisterleistung hin! Der Klang seiner Stimme ist schön wie nie, und sein Ausdruck ist perfekt. 


ja, einfach traumhaft. Im ersten Augenblick denkt man, dass Gregor alle vier Strophen komplett alleine singt. Gerade wenn man es lauter hört – und es lohnt sich den Regler einmal hochzudrehen – merkt man erst, wie Gregor zwischendurch immer wieder vom Chor (im Instrumental) und einzelnen Begleitstimmen unterstützt wird.


Filiarheni hat geschrieben:Diese Fassungslosigkeit in seiner Stimme in der 4. Strophe ab „She got him up …“!  Beim folgenden „down, derry“ sehe ich ihn geradezu vor mir, wie er mit schreckgeweiteten Augen singt. Und das letzte „down“ hier singt er auf eine Art und Weise, die ich nicht beschreiben kann.


An der Stelle bemerke ich keinen Unterschied. Aber die Schreckgeweiteten Augen kann ich mit sehr gut im Schlussabschnitt vorstellen. Mit fällt dagegen die Betonung der Worte „earthern lake“ in der vorletzten Zeile der 4. Strophe auf.



Filiarheni hat geschrieben:Die Melodie hat heftige Sprünge, dann die ganzen Dissonanzen – eine Herausforderung an sämtliche Sänger, und sie haben es toll geschafft. 


Ist das so? Durch die Eingängige Melodie scheint es mir eher einfach zu singen sein. Außer der Schlussabsatz, in dem dann keine wirkliche Melodie mehr vorhanden ist. Aber ich möchte jetzt keinen Praxistest wagen.
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Re: Three Ravens

Beitragvon mawi » Samstag 3. April 2021, 13:05

Beiträge aus dem Thread Wunschkonzert


07.03.2021
Manuel hat geschrieben:Ist Three Ravens eigentlich jemals live aufgeführt worden, möglicherweise sogar von Gregor? Ich habe dazu nichts gefunden und kann es mir auch nicht vorstellen. Ich habe es daher nicht gewagt, Three Ravens in mein Konzert zu integrieren :oops:


07.03.2021
Filiarheni hat geschrieben:
Manuel hat geschrieben:Ist Three Ravens eigentlich jemals live aufgeführt worden, möglicherweise sogar von Gregor? Ich habe dazu nichts gefunden und kann es mir auch nicht vorstellen. :oops:

Nein, Three Ravens wurde nie aufgeführt, und ich bezweifle leider, dass es jemals dazu kommt. Die Überraschung war ja damals groß, dass Libera überhaupt zu so einem Lied greift. Ich mag das Lied sehr und fände es fantastisch, es live zu hören. Stellt euch die Wirkung vor! :o Dasselbe gilt wohl für Touch the Sky, eines meiner ganz oben rangierenden Lieblingslieder, das eine Aufführung so sehr verdient hätte.

Manuel hat geschrieben:Ich habe es daher nicht gewagt, Three Ravens in mein Konzert zu integrieren :oops:

Der Thread heißt ja "Wunschkonzert". Also egal wie unrealistisch, hier darf hemmungslos geträumt werden. :D



27.03.2021
mawi hat geschrieben:
Manuel hat geschrieben:Ist Three Ravens eigentlich jemals live aufgeführt worden, möglicherweise sogar von Gregor? Ich habe dazu nichts gefunden und kann es mir auch nicht vorstellen. Ich habe es daher nicht gewagt, Three Ravens in mein Konzert zu integrieren :oops:


Die Vorstellungskraft fehlt(e) mir auch, da hier drei Hürden aufeinandertreffen. Es wird ein geeigneter Saxophonist benötigt, man benötigt einen Solisten, der in der Lage ist mit feiner Stimme die vier Strophen so schön flüssig zu singen und, möglicherweise das größte Problem, man benötigt einen speziellen Hochtöner a'la Alex Montoro. Vielleicht täusche ich mich auch, aber ich kann mir vorstellen, dass nicht viele Kinder in der Lage sind, die hochgezogenen Töne am Ende des Liedes so sauber zu singen, so lange zu halten und vor allem bei der Tonhöhe nicht unangenehm schrill zu klingen. Und dann muss er ja noch von oben runterkommend in eine tiefere Tonlage wechseln. Da scheiden die kleineren Kinder im Chor schon mal aus.

Trotzdem würde das Lied auch bei mir auf der Wunschliste stehen.


28.03.2021
Manuel hat geschrieben:
mawi hat geschrieben:
Manuel hat geschrieben:Ist Three Ravens eigentlich jemals live aufgeführt worden, möglicherweise sogar von Gregor? Ich habe dazu nichts gefunden und kann es mir auch nicht vorstellen. Ich habe es daher nicht gewagt, Three Ravens in mein Konzert zu integrieren :oops:


Die Vorstellungskraft fehlt(e) mir auch, da hier drei Hürden aufeinandertreffen. Es wird ein geeigneter Saxophonist benötigt, man benötigt einen Solisten, der in der Lage ist mit feiner Stimme die vier Strophen so schön flüssig zu singen und, möglicherweise das größte Problem, man benötigt einen speziellen Hochtöner a'la Alex Montoro. Vielleicht täusche ich mich auch, aber ich kann mir vorstellen, dass nicht viele Kinder in der Lage sind, die hochgezogenen Töne am Ende des Liedes so sauber zu singen, so lange zu halten und vor allem bei der Tonhöhe nicht unangenehm schrill zu klingen. Und dann muss er ja noch von oben runterkommend in eine tiefere Tonlage wechseln. Da scheiden die kleineren Kinder im Chor schon mal aus.

Trotzdem würde das Lied auch bei mir auf der Wunschliste stehen.


Du hast recht, da muss schon einiges zusammengebracht werden! Einen geeigneten Saxophonisten vorausgesetzt könnte ich mir sowohl als Solisten für den Part von Gregor als auch für die langen, hohen Töne Dominik m. E. sehr gut vorstellen (ich denke z. B. an O For The Wings vom Online-Minikonzert). Ansonsten war, wenn ich es richtig sehe, Three Ravens das einzige Solo von Gregor. Insofern gibt es sicherlich auch unter den aktuellen Mitgliedern ein "Hidden Talent" (zumindest hidden für mich :D ), dessen Stimme genau passen würde.



28.03.2021
Filiarheni hat geschrieben:
mawi hat geschrieben:Die Vorstellungskraft fehlt(e) mir auch, da hier drei Hürden aufeinandertreffen. Es wird ein geeigneter Saxophonist benötigt, man benötigt einen Solisten, der in der Lage ist mit feiner Stimme die vier Strophen so schön flüssig zu singen und, möglicherweise das größte Problem, man benötigt einen speziellen Hochtöner a'la Alex Montoro. Vielleicht täusche ich mich auch, aber ich kann mir vorstellen, dass nicht viele Kinder in der Lage sind, die hochgezogenen Töne am Ende des Liedes so sauber zu singen, so lange zu halten und vor allem bei der Tonhöhe nicht unangenehm schrill zu klingen. Und dann muss er ja noch von oben runterkommend in eine tiefere Tonlage wechseln. Da scheiden die kleineren Kinder im Chor schon mal aus.

Manuel hat geschrieben:Du hast recht, da muss schon einiges zusammengebracht werden! Einen geeigneten Saxophonisten vorausgesetzt könnte ich mir sowohl als Solisten für den Part von Gregor als auch für die langen, hohen Töne Dominik m. E. sehr gut vorstellen (ich denke z. B. an O For The Wings vom Online-Minikonzert).

Ich denke, für Robert dürfte es kein Problem sein, einen geeigneten Saxophonisten aufzutreiben. Er ist sicher fantastisch vernetzt. Die Sache mit dem Solisten gestaltet sich da schon schwieriger.
Du schlägst Dominik als Hauptsolisten vor. Hm, Dominiks Stimme ist sehr schön, und ich traue ihm das Lied auch zu. Aber m. E. ist der Charakter seiner Stimme zu zart für dieses Lied. Und zart heißt auf keinen Fall etwas wie dünn oder schwach, denn das wäre falsch. Feinsinnig trifft es vielleicht besser. Jedenfalls ist es nur positiv gemeint! Für eine ganze Reihe Lieder passt seine Stimme wunderbar, aber in einer Power-Schauer-Ballade wie Three Ravens käme es nach meinem Gefühl zu einem Ungleichgewicht zwischen Dominiks Stimme und der instrumentalen wie vokalen Begleitung, gerade auch im Zusammenhang mit den beiden anderen Solisten. Zumal wenn es zunehmend wild wird.
Wer käme ansonsten in Frage? Luca? Er hat jedenfalls eine starke Stimme mit der geforderten Flexibilität, eine Stimme, die er technisch 1a im Griff hat, außerdem exzellente Atemkontrolle. Na ja - ich finde es schwierig, die Frage zu beantworten. Man verliert ja von außen grade etwas den Anschluss, weil man gar nicht mitbekommt, wie weit die Jungs in Sachen Stimmentwicklung sind.

Jedenfalls ist Three Ravens ein grandioses Stück, dessen Wirkung ich mich nie entziehen kann! :!: Aufregend, berauschend. Und wird von mir auch immer sehr laut aufgedreht. :mrgreen:


29.03.2021
Manuel hat geschrieben:
Filiarheni hat geschrieben:Jedenfalls ist Three Ravens ein grandioses Stück, dessen Wirkung ich mich nie entziehen kann! :!: Aufregend, berauschend. Und wird von mir auch immer sehr laut aufgedreht. :mrgreen:


Du sagst es! :) Unweigerlich spielt sich in meinem Kopf ein Film ab - so eine schaurig-schöne Handlung, uhh! Ich habe nur nie verstanden, was uns das "down" sagen soll. Vorschläge? :mrgreen:


29.03.2021
mawi hat geschrieben:
Manuel hat geschrieben:Du sagst es! :) Unweigerlich spielt sich in meinem Kopf ein Film ab - so eine schaurig-schöne Handlung, uhh! Ich habe nur nie verstanden, was uns das "down" sagen soll. Vorschläge? :mrgreen:


Das mit dem Film kommt mir so bekannt vor. ;)
Die Wörter down und derry scheinen keine Bedeutung zu haben. Derry kenne ich sonst nur als Kleinstadt aus Stephen King-Romanen. Und natürlich als Stadt in Nordirland.
Ich bin aber auf einen "Derry-Down-Chorus" gestoßen, der bereits im Mittelalter entstanden sein müsste. So hundertprozentig bin ich noch nicht schlau draus geworden, aber vielleicht kann ja unsere Expertin mit den Informationen, die Google unter dem Suchbegriff liefert, etwas anfangen.



02.04.2021
Filiarheni hat geschrieben:
mawi hat geschrieben:
Manuel hat geschrieben:Ich habe nur nie verstanden, was uns das "down" sagen soll. Vorschläge? :mrgreen:

[...]
Die Wörter down und derry scheinen keine Bedeutung zu haben. Derry kenne ich sonst nur als Kleinstadt aus Stephen King-Romanen. Und natürlich als Stadt in Nordirland.
Ich bin aber auf einen "Derry-Down-Chorus" gestoßen, der bereits im Mittelalter entstanden sein müsste.

Das "derry down" ist offenbar ein häufig verwendetes Versatzstück, das wohl auf die englische Ballade "Derry Down" aus dem späten 17. Jh., hier Version "King John and the Abbot of Canterbury", zurückgeht und, wie du schon sagtest, keine sprachliche Bedeutung hat.

In diesem Artikel kann man sich eingehend zu der Ballade informieren:
http://commonplace.online/article/music ... y-america/

Hier sind weitere Anmerkungen zur Textzeile "derry-down":
http://www.stephengriffith.com/folksong ... erry-down/

Eine andere Theorie sucht den Ursprung in Tanzanweisungen: https://www.alphadictionary.com/bb/viewtopic.php?t=3462
Sehr spekulativ und ohne Belege zu "derry down" - schon eher zu dem Wort "hey", aber interessant finde ich sie doch. Man müsste hier also nach der Verbindung von Lied und Tanz forschen. Spinnt man diesen Ansatz weiter, könnten Tanzanweisungen mitgesungen worden sein, um sich im Lauf der Zeit zu einem festen Bestandteil der Liedtexte zu entwickeln und dabei das konkrete Sprachliche zu verlieren. Ist aber wie gesagt zunächst reine Spekulation.

So bedeutet "derry down" in all seinen Varianten vielleicht tatsächlich nichts, während wir uns vordergründig davon leiten lassen, dass sie etwas zu bedeuten scheinen. Anders als "sha-la-la, diddle-dum" usw., wo man nicht auf die Idee käme, nach einer Bedeutung zu suchen. Allerdings halte ich es für sehr plausibel, dass diese Worte eine konkrete Funktion hatten, und zwar die des Refrains, damit das Publikum an diesen Stellen mitsingen oder, wie im Folksong-Link angedacht, die vortragende Person sich schon mal auf den Text der nächsten Strophe einstellen konnte.

Ich glaube ja, Three Ravens hätte einen eigenen Thread verdient, aber gerade hier beim "Wunschkonzert" kommt man ja vom Hölzchen aufs .. eh ... Ästchen.  8-)


Was nun hiermit getan ist :!: :)
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Re: Three Ravens

Beitragvon Manuel » Samstag 3. April 2021, 14:22

Vielen Dank für deine Mühen, mawi! Das Zusammentragen war sicher sehr zeitaufwendig - ich persönlich wäre spätestens bei den Zitaten wahnsinnig geworden. :mrgreen:

Schön dass Three Ravens nun verdientermaßen einen eigenen Thread bekommen hat!

Filiarheni hat geschrieben:So bedeutet "derry down" in all seinen Varianten vielleicht tatsächlich nichts, während wir uns vordergründig davon leiten lassen, dass sie etwas zu bedeuten scheinen. Anders als "sha-la-la, diddle-dum" usw., wo man nicht auf die Idee käme, nach einer Bedeutung zu suchen. Allerdings halte ich es für sehr plausibel, dass diese Worte eine konkrete Funktion hatten, und zwar die des Refrains, damit das Publikum an diesen Stellen mitsingen oder, wie im Folksong-Link angedacht, die vortragende Person sich schon mal auf den Text der nächsten Strophe einstellen konnte.


This! Genau so würde ich es nun auch deuten. Lange Zeit war für mich klar, dass "Derry" ein Ort sein muss - klar, als treuer Leser von Stephen King-Romanen. Wie mawi schon schrieb ist Derry im King-Universum nicht gerade unbedeutend. Auch im wahren Leben gibt es zumindest ein (London)Derry in Nordirland und weiß der Kuckuck wieviele Derrys es vor einigen hundert Jahren in England gegeben haben mag. :mrgreen:

... und "Down" könnte ja auch die Daune sein. Passt also irgendwie auch zu den Hauptfiguren der Geschichte. Manchmal muss man sich von solchen Interpretationen lösen. Schön klingt es ja so oder so! :)

Nun stellt sich mir noch eine Frage: In welchem Teil des Liedes ist Alessandro zu hören? Er wird in der Libera Boys Choir Database als dritter Solist neben Gregor und Alex aufgeführt. Handelt es sich womöglich um eine falsche Information, oder steht es so auch im CD-Booklet?
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Re: Three Ravens

Beitragvon mawi » Samstag 3. April 2021, 21:44

Am Anfang des zweiten Beitrags befinden sich jetzt noch die Beiträge aus dem Spekulationsthread zur CD Hope.
Diese hatte ich übersehen und der Chronologie wegen vorne eingebaut.
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Re: Three Ravens

Beitragvon Filiarheni » Sonntag 4. April 2021, 00:03

Wooow, mawi! Du hast dir enorm Arbeit gemacht! Ich hatte auch im Sinn, mich dranzumachen, aber so vollständig wäre der Threadbei mir sicher nicht geworden. Vielen Dank, perfekt! :) :) :)

Filiarheni hat geschrieben:Falls das stimmt, handelt es sich um eine Vertonung des Textes von "The Three Ravens" für "A History of England", einer BBC-Fernsehserie, Musik von John Harle.

mawi hat geschrieben:Musikalisch existieren verschiedene Fassungen, die meistens auf einer mittelalterlichen Melodie beruhen. Libera singt jedoch eine Version, die vom Komponisten und Saxophonisten John Harle 1996 auf seinem Album Terror and Magnificence veröffentlicht wurde.

"A History of Britain" wurde von 2000 - 2002 ausgestrahlt, und u. a. Wiki behauptet, dass John Harle die Musik für die Serie geschrieben habe. Daher dachte ich früher, es sei ein Auftragswerk für eben diese Serie, aber das stimmt dann so zumindest für Three Ravens nicht, sondern es wurde hier nur auf eine Harle-Komposition zurückgegriffen.

mawi hat geschrieben:
Filiarheni hat geschrieben:Die Melodie hat heftige Sprünge, dann die ganzen Dissonanzen – eine Herausforderung an sämtliche Sänger, und sie haben es toll geschafft.

Ist das so? Durch die Eingängige Melodie scheint es mir eher einfach zu singen sein. Außer der Schlussabsatz, in dem dann keine wirkliche Melodie mehr vorhanden ist. Aber ich möchte jetzt keinen Praxistest wagen.

Oh. Hierzu hatte ich nie geantwortet. Gut, dass manchmal Sachen ausgebuddelt werden. Also ja oder besser nein, es ist keineswegs einfach. Ich kennzeichne mal besonders große Intervalle und schwierige Wendungen in Blau:

"There were three ravens sat on a tree, (der ist echt heftig!)
down a down, hey down a down,
They were as black as they might be
with a down, down, down
Then one of them said to his mate
"Where shall we now our breakfast take?"
With a down, derry, derry, down, down."


Kleine Anmerkung nebenher: Auch eigentlich schlicht klingende Lieder (zu denen Three Ravens nicht zählt) können erstaunlich schwierig zu singen sein. Merkt man dann erst, wenn man sich selbst daran versucht. ;)

Manuel hat geschrieben:Lange Zeit war für mich klar, dass "Derry" ein Ort sein muss - klar, als treuer Leser von Stephen King-Romanen. Wie mawi schon schrieb ist Derry im King-Universum nicht gerade unbedeutend. Auch im wahren Leben gibt es zumindest ein (London)Derry in Nordirland und weiß der Kuckuck wieviele Derrys es vor einigen hundert Jahren in England gegeben haben mag. :mrgreen:
... und "Down" könnte ja auch die Daune sein. Passt also irgendwie auch zu den Hauptfiguren der Geschichte. Manchmal muss man sich von solchen Interpretationen lösen. Schön klingt es ja so oder so! :)

Ich habe es nicht so mit Stephen-King-Romanen (einen habe ich gelesen ...). Da überlasse ich besser euch das Feld! Das Wort Derry stammt jedenfalls aus dem Irischen ("daire") und bedeutet Eichenhain. Und mit Hain denkt man dann weiter und gelangt zum heiligen Hain ... Hierzu mehr über diesen Link: http://www.geographia.com/northern-ireland/ukider01.htm
Den Namen "Derry" hat Stephen King also vielleicht mit entsprechendem Bedacht gewählt? Aber wie gesagt, ich habe von ihm keine Ahnung.

Manuel hat geschrieben:Nun stellt sich mir noch eine Frage: In welchem Teil des Liedes ist Alessandro zu hören? Er wird in der Libera Boys Choir Database als dritter Solist neben Gregor und Alex aufgeführt. Handelt es sich womöglich um eine falsche Information, oder steht es so auch im CD-Booklet?

Nein, die Info stimmt. Ich kann es auch nicht sicher beantworten. Gregor singt die Melodie, Alex die besonders hohen Stellen (die übrigens bis zum D''' reichen, dieses dann auch noch lang ausgehalten, das ist irre!!), dann singt Alessandro ggf. das Intro und übernimmt die tieferen Lagen der Begleitung? Mawi, sag was.
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Re: Three Ravens

Beitragvon mawi » Sonntag 4. April 2021, 09:15

Filiarheni hat geschrieben:
Manuel hat geschrieben:Nun stellt sich mir noch eine Frage: In welchem Teil des Liedes ist Alessandro zu hören? Er wird in der Libera Boys Choir Database als dritter Solist neben Gregor und Alex aufgeführt. Handelt es sich womöglich um eine falsche Information, oder steht es so auch im CD-Booklet?

Nein, die Info stimmt. Ich kann es auch nicht sicher beantworten. Gregor singt die Melodie, Alex die besonders hohen Stellen (die übrigens bis zum D''' reichen, dieses dann auch noch lang ausgehalten, das ist irre!!), dann singt Alessandro ggf. das Intro und übernimmt die tieferen Lagen der Begleitung? Mawi, sag was.


Na gut, ich sag was.
Vorab muss ich erst einmal sagen, dass ich weder bei den Aufnahmen dabei gewesen bin, noch Roberts Notenblätter kenne und von daher muss ich mich rein auf mein Gehör verlassen, wobei ich auch die Erfahrungen aus den Konzerten mit einbringen kann. Wie ich mit Blick auf meine eigene Seite feststellen kann habe ich dort Alessandro nicht erwähnt. Ein Zeichen für mich, dass ihn auch nicht entdecken konnte.

Zäumen wir es mal anders auf. Welche Stimme könnte Alessandro beim Zeitpunkt der Aufnahme gehabt haben? Hier haben wir bereits das Problem, dass wir den Zeitpunkt nicht genau kennen. Die CD erschien im Mai 2017, der erste Hinweis mit dem Notenblatt tauchte im November 2016 auf. Das könnte von Proben stammen, aber vielleicht bereits von der Studioproduktion. Die Bilder habe ich im zweiten Beitrag eben noch mal ergänzt, die fehlten noch.
Im Sommer 2016 hat Alessandro noch Wayfaring Stranger und How Great Thou Art gesungen, 2017 sang Alessandro nur noch den tiefen Part in Smile. Dazwischen muss etwas passiert sein. Alessandro hatte immer schon eine besondere Stimme, nicht so hell wie die meisten Stimmen, dafür etwas mystisch gedämpft, aber trotzdem klar. In Kombination mit dem wahrscheinlich bereits eingesetzten Stimmbruch suchen wir also eine Stimme, die in etwas dem Klang eines Cellos gleicht.

Eine solche Stimme ist im "Instrumental" vorhanden, wie Filiarheni schon geschrieben hat am Anfang des Liedes, im Zwischenstück und am Ende.
Dazu wird Gregor in bestimmten Textzeilen begleitet. Wir kennen es von Konzerten, wo man dann wunderbar sehen kann, wie sich weitere Stimmen zu einer anderen dazugesellen. Hier allerdings passiert das so dezent im Hintergrund, so dass Gregors Stimme dadurch nicht beeinflusst wird. Ob es eine oder zwei Begleitstimmen sind lässt sich schwer ausmachen, ich vermute aber, dass es Alex und Alessandro sind. Ich habe den Liedtext nachfolgend reinkopiert und die entsprechenden Stellen farblich markiert.

There were three ravens sat on a tree,
down a down, hey down a down,
They were as black as they might be
with a down, down, down
Then one of them said to his mate
"Where shall we now our breakfast take?"
With a down, derry, derry, down, down

Down in yonder deep green field,
down a down, hey down a down
There lies a knight slain under his shield,
with a down, down, down
His hounds they lie down at his feet, 
so well do they their master keep
With a down, derry, derry, down, down

His hawks they fly so eagerly,
down a down, hey down a down
There's no fowl that dare him come nigh,
with a down, down, down
Down there comes a fallow doe,
as great with young as she might go

With a down, derry, derry. down, down

She lifted up his bloody head,
down a down, hey down a down
And kissed his wounds that were so red,
with a down, down, down
She got him up upon her back,
and carried him to earthern lake
With a down, derry, derry, down, down


She buried him before the prime, a derry
She was dead herself ere evensong time
God send every gentle man such hawks, such hounds,
And such a loved one



Für mich bleiben aber weitere Fragen. :?: :?:

    Wenn Alexander von seinem Höhenflug wieder nach unten kommt, da scheint es mir fast, als würde die Stimme am tiefsten Punkt ausgetauscht werden. Es könnte also sein, dass am Ende dieser Stelle Alessandro zu hören ist.
    Das letzte Wort des Liedes wird ja nur noch angedeutet und dann in die Höhe gezogen und verschwindet in der Ferne. Hier frage ich mich, ob das noch Gregors Stimme ist, oder ob hier nicht Alex sozusagen das letzte Wort hatte? :lol:
Wie seht ihr das?
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Re: Three Ravens

Beitragvon Manuel » Montag 5. April 2021, 19:33

Danke, mawi, ich hatte auch erst deine Seite bzgl. der Gesangparts geprüft und mir schon gedacht, dass die Frage nach Alessandro vermutlich nicht einfach zu beantworten ist :o

Rein von dem, was ich zu hören glaube, würde ich auf ZWEI Begleitstimmen in den von dir markierten Teilen tippen! Sofern nicht Gregors Stimme im Studio ein zweites Mal eingespielt wurde, müsste es sich in diesem Fall ja höchstwahrscheinlich um Alex und Alessandro handeln!

Meine ebenfalls keineswegs fundierten Mutmaßungen zu den anderen offenen Fragen:

- die Stimme im "Instumental" ist für mich nicht die von Gregor und ich würde sie eher Alex als Alessandro zuordnen
- den letzte kurzen Teil nach Alex' Höhenflug übernimmt wieder Gregor (für mich klingt es nicht so, als könnte es sich um dieselbe Stimme handeln)
- das "loved ONE" am Ende traue ich tatsächlich Gregor zu, für mich klingt es nach ihm

Ich finde es übrigens unglaublich spannend, wie tief man in so einen Song einsteigen kann (Lyrics, Gesangstechniken, Besetzung, etc. pp.).
Zuletzt geändert von Manuel am Montag 5. April 2021, 19:35, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Three Ravens

Beitragvon Filiarheni » Montag 5. April 2021, 19:34

Hier sind weitere Bilder von damals; sie waren im Studio.

Beim Christmas Concert genau vier Monate nach Vallendar (2.12.2016) stand Alessandro bereits in der Back Row, was mein einziger Wermutstropfen in diesem Konzert war, da ich mich so darauf gefreut hatte, ihn noch einmal zu hören. Aber lassen wir das, ich habe schon genug darüber lamentiert. :cry: Also, die Aufnahmen fanden dem Tweet zufolge im Oktober 2016 statt. Deswegen ist m. E. Alessandro hier für die Mittellage zuständig.

Was die von dir gekennzeichneten Stellen angeht, höre ich Strophe 2 so ähnlich wie du.
Im Zwischenspiel von der 2. zur 3. Strophe denke ich, dass beim ersten Mal Alessandro in besagter Mittellage singt und bei der Wiederholung Alex zur Steigerung der Dramatik eine Oktave höher dazustößt.
Mit Strophe 3 bin ich so weit auch einverstanden. Ich höre hier ein Terzett (wunderschön übrigens die beiden Zeilen von "Down there" bis "might go"! :D ). Das "With a" wäre bei mir aber auch noch grün.
4. Strophe: ja, aber die 4. Zeile muss meiner Meinung nach komplett grün sein und wahrscheinlich auch die 7., wobei ich mir bei Letzterem nicht völlig sicher bin.

Zwischenspiel 4. - 5. Strophe:
mawi hat geschrieben:  Wenn Alexander von seinem Höhenflug wieder nach unten kommt, da scheint es mir fast, als würde die Stimme am tiefsten Punkt ausgetauscht werden. Es könnte also sein, dass am Ende dieser Stelle Alessandro zu hören ist.

Jetzt muss ich kurz weiter ausholen: Genau die Stelle fiel mir bisher auch auf, dachte aber, dass es nicht Alessandro, sondern Gregor sein könnte, der schon vor seiner Strophe wieder übernimmt. Warum sollte man so etwas machen? Damit der Übergang klanglich nicht zu unterschiedlich wirkt, wenn Gregor auf demselben Ton die nächste Strophe beginnt. Allerdings denke ich jetzt anders: Ich meine im Zwischenspiel mehrfach eine Stimme (Alessandro) zu hören, die zwischen a' und d'' wechselt, während Alex sich in den höchsten Höhen vergnügt. Das sind genau die beiden Schlusstöne des Zwischenspiels. Deswegen überlege ich jetzt, dass es sich hier um den auslaufenden Part von Alessandro handeln könnte, während Alex bereits vorher (nach f'') aussteigt. Sicher bin ich mir nicht. Aber es wäre musikalisch vertretbar.

Weiterhin bin ich unschlüssig, wer Einleitung und Schlussteil singt: Kann das wirklich Alessandro sein? Oder ist es doch eher Alex? An Gregor glaube ich nicht, wäre von der Aufteilung der Stimmen her nicht sinnvoll.

mawi hat geschrieben:Das letzte Wort des Liedes wird ja nur noch angedeutet und dann in die Höhe gezogen und verschwindet in der Ferne. Hier frage ich mich, ob das noch Gregors Stimme ist, oder ob hier nicht Alex sozusagen das letzte Wort hatte? :lol:

Du meinst "one"? Das war für mich immer Alex.  :?

Oh je, Manuel, eine harmlose Frage von dir und dann sowas! :geek: :lol:
Zuletzt geändert von Filiarheni am Montag 5. April 2021, 19:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Three Ravens

Beitragvon Filiarheni » Montag 5. April 2021, 19:43

Unsere Beiträge haben sich gekreuzt, Manuel. Ich gucke mir das später an. :) Meiner bezieht sich also komplett auf das, was mawi vorher geschrieben hatte.
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