Neue Christmas-CD 2019 "Christmas Carols with Libera"

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Neue Christmas-CD 2019 "Christmas Carols with Libera"

Beitragvon Filiarheni » Mittwoch 19. Dezember 2018, 14:06

"Look out for a new Christmas CD in 2019" :!: Ganz unauffällig hat Libera diesen Hinweis in das Programmheft für das Brighton-Konzert hineingeschmuggelt.

Jetzt wird es wieder spannend: Welche Lieder werden wohl auf dem Album sein? Ist ja auch noch die Frage, ob es eine ganze CD oder wieder eine EP wird. Und welche Lieder wünschen wir uns? Ich denke, sicher sind:

I Saw Three Ships
Das Lied wurde in Brighton gesungen und ist ganz neu, in einem mitreißenden Arrangement von Sam Coates übrigens.

In the Bleak Midwinter und Do You Hear What I Hear. Diese zwei wurden ebenfalls in Brighton gebracht, das letztere Stück schon 2017. Beide Stücke wären in meinen Augen fällig für eine Neuaufnahme. Bislang existieren nur Aufnahmen aus der Vor-Libera-Zeit, als sie noch Angel Voices waren. Übrigens stammen sie auch beide vom Album "Angel Voices 3" von 1997. Hier noch mal danke an mawi für die schnelle Infoquelle Libera-songs.de.

Ich würde mich auch sehr über Wexford Carol mit Tadhg freuen. Das fand ich in Brighton sehr schön. Oder Tadhg muss ein anderes Lied singen, wenn es nach der EP "Libera at Christmas" zu früh ist. Ich nehme alles. :mrgreen:

Und dann gab es auch noch das in Brighton gesungene Sextett Silent Night. Nachdem es sich, leicht instrumental unterstützt, um fast dieselbe Konstruktion wie Nearer My God to Thee handelt, das uns ja nicht auf CD gegönnt wurde, klappt es jetzt vielleicht damit.

Ich würde es auch sehr begrüßen, wenn sie für das Album die Männerriege so aufstocken würden, wie sie es in Brighton und vorher im Oktober in London gemacht haben.
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Re: Neue Christmas-CD 2019 "Christmas Carols with Libera"

Beitragvon mawi » Donnerstag 27. Dezember 2018, 00:09

schon wieder??? :o

Dann hatte ich mich also doch nicht verhört. Ich meinte so etwas auch bei den Ansagen gehört zu haben. In das Programmheft hatte ich bislang kaum reingeschaut. :oops:

Mit der präsentierten Version von "I saw three Ships" kann ich mich natürlich auf eine neue Weihnachts-CD nur freuen. Was bleibt einem übrig, um an eine solche Aufnahme zu gelangen, die hoffentlich dann auch der Konzertversion entspricht.

Als Super-Deluxe-Ausgabe dann bitte gleich noch eine CD "Nine Lessons and Carols" von 2018 mit beifügen.
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Re: Neue Christmas-CD 2019 "Christmas Carols with Libera"

Beitragvon Filiarheni » Sonntag 4. August 2019, 00:03

Seit dem 23. Juli kennen wir das Erscheinungsdatum der japanischen Ausgabe = 16. Oktober.

Zwei Tage später wurde auch die Trackliste bekannt gegeben:

  1. The Angel Gabriel
  2. Do You Hear What I Hear
  3. In the Bleak Midwinter
  4. I Saw Three Ships
  5. Noel Nouvelet
  6. Silent Night
  7. In Dulci Jubilo
  8. Carol of the Bells
  9. Wexford Carol
  10. Once in Royal David's City
  11. Sing Lullaby
  12. Poor Little Jesus
  13. Ding-Dong Merrily on High
  14. Gaudete
  15. What child is This

In der japanischen Ausgabe enthalten sind noch

  1. Angel
  2. For the Future
  3. Headlight Taillight

Dann sickerte durch, dass auf der internationalen CD 17 Lieder sein werden. Es fehlen also noch zwei.

Interessanterweise wurden während der US-Tour, die gerade im Gang ist, noch ein paar Aufnahmen von Solisten und von Eimear McGeown gemacht.
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Re: Neue Christmas-CD 2019 "Christmas Carols with Libera"

Beitragvon mawi » Sonntag 18. August 2019, 21:19

Schade, dass es jetzt schon bekannt wurde. :o
Die Spannung für die Weihnachts-CD wurde bereits im Hochsommer vernichtet. :shock: :evil:............................................................................................... ;)......................................... :lol:

Dafür entschädigt die Liste der aufgeführten Lieder. Zur Hälfte ist es ein "Nine Lessons and Carols", selbstverständlich ohne Lessons.
Gerade die ersten drei sind ja auch sehr sanfte Lieder mit schönen Melodien. I saw three Ships, da freue ich mich natürlich besonders drauf.
Bei den Liedern, die in jüngerer Vergangeheit bereits aufgeommen wurde, müssen wir abwarten, ob es tatsächlich Neuaufnahmen gibt, oder eine Wiederverwertung stattfindet.

Insgesamt jedenfalls eine sehr schöne Zusammenstellung :!: :)
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Re: Neue Christmas-CD 2019 "Christmas Carols with Libera"

Beitragvon Filiarheni » Donnerstag 19. September 2019, 12:28

Mawi, jetzt muss ich leider ganz heftig spoilen, denn gestern hat Libera Records auch die letzten Geheimnisse gelüftet.

Wer also bis zum offiziellen Erscheinen der CD so jungfräulich wie möglich bleiben möchte, hat jetzt noch die Gelegenheit, woandershin abzubiegen.

Für alle anderen (ja, auch ich habe es gelesen, so standhaft bin ich denn doch nicht, zumal man sonst anderen sehr lange mit dem Informationsstand hinterherhinkt und man sich über die CD austauschen und darauf freuen kann. Es gibt nämlich sehr viel Grund zu noch mehr Vorfreude und eine für mich ebenso riesige wie willkommene Überraschung): :D

_______________________________________

01. The Angel Gabriel
Music – Traditional 
Arranged – Robert Prizeman
Words – Traditional – English paraphrase – Sabine Baring–Gould
Solo – Victor Wiggin

02. In Dulci Jubilo
Music – Traditional 
Arranged – Robert Prizeman 
Words – Traditional

03. Do You Hear What I Hear
Music – Gloria Shayne 
Arranged – Robert Prizeman 
Words – Noel Regney

04. In the Bleak Mid–winter
Music – Gustav Holst 
Words – Christina Rossetti 
Arranged – Robert Prizeman Solo – Dominik Clarke

05. Ding Dong Merrily on High
Music – Traditional 
Arranged – Sam Coates 
Words – George Woodward

06. Sing Lullaby (The Infant King)
Music – Traditional 
Arranged – Sam Coates 
Words – Sabine Baring–Gould
Solo – Dominik Clarke

07. I Saw Three Ships
Music – Traditional 
Arranged – Sam Coates  
Words – Traditional

08. Walking in the Air
Music – Howard Blake 
Arranged – Robert Prizeman 
Words – Howard Blake
Solo – Luca Brugnoli

09. Once in Royal David’s City
Music – Henry Gauntlett 
Arranged – Robert Prizeman 
Words – Cecil Frances Alexander
Solos – Victor Wiggin, Daniel White & Mathias Montoro

10. Carol of the Bells
Music – M Leontovych  
Arranged – Robert Prizeman

11. O Little town of Bethlehem (Tune "St. Louis")
Music – Lewis Redner 
Arranged – Robert Prizeman 
Words – Phillips Brooks 
Solo – Oliver Watt–Rodriguez

12. Poor Little Jesus
Music – Traditional 
Arranged – Sam Coates 
Words – Traditional
Solo – Luca Brugnoli

13. Noël Nouvelet
Music – Traditional 
Arranged – Sam Coates 
Words – Traditional
Solos – Victor Wiggin, Oliver Watt–Rodriguez & Neo Parson

14. Silent Night
Music – Franz Gruber 
Arranged – Robert Prizeman 
Words – Joseph Mohr
Solos – Luca Brugnoli, Benedict Bywater, Mathias Montoro, Victor Wiggin & Dominik Clarke

15. What Child is This
Music – Traditional 
Arranged – Robert Prizeman 
Words – William Chatterton Dix
Solos – Daniel White & Benedict Bywater

16. Wexford Carol
Music – Traditional 
Arranged – Robert Prizeman 
Words – Traditional (Carúl Loch Garman)
Solo – Tadhg Fitzgerald

17. Gaudete
Music – Traditional 
Arranged – Robert Prizeman 
Words – Traditional
Solo – Samuel–Francis Collins


Special Tracks


18. For the Future
Music, Words & Produced – Seiji Kameda 
Arranged – Robert Prizeman
Solos – Oliver Watt–Rodriguez, Daniel White, Koji Shinokubo, Oliver Mycka, Mathias Montoro & Victor Wiggin

19. Headlight Taillight
Music – Miyuki Nakajima 
Arranged – Takayuki Hattori & Robert Prizeman

20. Angel
Music – Takatsugu Muramatsu 
Arranged – Takatsugu Muramatsu & Robert Prizeman
Words – Robert Prizeman
Solo – Isaac London

_______________________________________


Ok - nur die vorletzten Geheimnisse sind gelüftet. Ein paar haben sich nämlich durch die Liste erst noch ergeben. Z. B.:

Silent Night: 5 Solisten, aber 6 haben es in den Konzerten letztes Jahr gesungen. Was bedeutet das? Oder wurde lediglich ein Name vergessen?

Wird es bei Noël Nouvelet ein richtiges Terzett geben oder wechseln sich die drei Jungen nur ab?

Und natürlich: Ist In Dulci Jubilo eine Neuaufnahme? Ich gehe davon aus, dass es keine ist.


Ich finde die Trackliste super und auch die Tatsache, dass sie bei den Solisten wirklich aus dem Vollen geschöpft haben. Cassius ist leider nicht dabei, aber ich denke, dass die Aufnahmen zu früh für ihn waren. Nächstes Mal (nächstes Jahr?) ist er sicher dabei. Vielleicht singt er bei Carol of the Bells ja wieder den Schluss, ohne dass es erwähnt wurde?

Die Überraschung ist Walking in the Air , darüber bin ich völlig elektrisiert! Und dann auch noch mit Luca, der in Arundel ja mehr als vielversprechend war und sich das in den USA fortgesetzt hat, wie zu vernehmen war. Da ich von Liams Stimme nie sehr begeistert war, bin ich jetzt ganz erwartungsvoll! :D
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Re: Neue Christmas-CD 2019 "Christmas Carols with Libera"

Beitragvon mawi » Sonntag 22. September 2019, 19:45

Filiarheni hat geschrieben:Mawi, jetzt muss ich leider ganz heftig spoilen, denn gestern hat Libera Records auch die letzten Geheimnisse gelüftet.


Da es sich um eine durchweg positive Vorabinformation handelt sei dir verziehen. ;)

Es freut mich, dass unter den Solisten genau die Namen sind, die wir uns dort wünschen. Und besonders freue ich mich auf die dritte Auflage vom Wexford Carol mit Tadhg als Solisten.
Wenn ich mich richtig erinnere hatte ich mir dies bereits für das Christmas-Concert in Brighton gewünscht... und bekommen :!: :D


Filiarheni hat geschrieben:Ok - nur die vorletzten Geheimnisse sind gelüftet. Ein paar haben sich nämlich durch die Liste erst noch ergeben. Z. B.:

Silent Night: 5 Solisten, aber 6 haben es in den Konzerten letztes Jahr gesungen. Was bedeutet das? Oder wurde lediglich ein Name vergessen?

Wird es bei Noël Nouvelet ein richtiges Terzett geben oder wechseln sich die drei Jungen nur ab?

Und natürlich: Ist In Dulci Jubilo eine Neuaufnahme? Ich gehe davon aus, dass es keine ist.


Bei allen drei Liedern werden wir wohl abwarten müssen. Ich gehe allerdings auch davon aus, dass In Dulci Jubilo neu aufgenommen wurde. Die gleiche Frage stellt sich übrigens auch bei Carol of the Bells, da ja auch hier keine Solisten vorkommen (außer ganz am Ende, aber das zählt wohl nicht). Dann wäre es auch ein komplett neues Christmas-Album, wenn wir von den Special Tracks absehen.

Obwohl das Thema Weihnachten in den letzten Jahren zu häufig auf CD geb(r)annt zu sein scheint, so ist es doch in Wahrheit erst das zweite Christmas-Studioalbum.
Besonders freuen würde ich mich, wenn es aufnahmetechnisch dann auch an das erste heranreicht.

Ach so, zumindest in Japan wird man Isaac so schnell wohl nicht los...
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Re: Neue Christmas-CD 2019 "Christmas Carols with Libera"

Beitragvon mawi » Sonntag 22. September 2019, 21:45

Das Cover scheint auch fertig zu sein :D

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Re: Neue Christmas-CD 2019 "Christmas Carols with Libera"

Beitragvon mawi » Samstag 28. September 2019, 15:26

Nun ist die CD auch offiziell von LIBERA angekündigt. Titel: Christmas Carols with Libera

Das Cover wurde bei der Gelegenheit auch veröffentlicht und sieht jetzt etwas anders aus, als das vorangegangene. Aber vielleicht gibt es ja wieder die üblichen Unterschiede zwischen der japanischen und der internationalen Ausgabe.

cover_ChristmasCarolswithLibera_500.jpg
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Hier noch der Link zur offiziellen Ankündigung, mit der Möglichkeit, in die Lieder auch schon reinzuhören :D

https://libera.org.uk/news/christmas-carols-with-libera-2/
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Re: Neue Christmas-CD 2019 "Christmas Carols with Libera"

Beitragvon mawi » Dienstag 29. Oktober 2019, 20:57

cd_christmaswithlibera_jp_600.JPG
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STANDING OVATIONS!

Nach einem gelungenen Konzert gehören Standing Ovations einfach zum guten Ton. Dass ich aber bereits beim Hören einer CD am Ende eines Liedes am liebsten zum applaudieren aufstehen möchte, das ist mir selber neu.
Gleich nach zwei Liedern der neuen CD Christmas Carols with Libera hatte ich dieses Verlangen, nach zwei Liedern, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

Da wäre einmal Walking in the Air. Ein Lied, das ich nun schon in schon von einigen Interpreten gehört habe, dabei auch von einigen sehr jungen Sängern, und das sich außer in der Gesangsstimme selten unterscheidet. So ist auch die Version vom St. Philips Choir aus dem Jahr 1997 eher das Werk eines Solisten mit einem schönen Instrumental, aber eben auch nicht mehr. Nightwish sticht da schon deutlich mehr heraus

Aber wir sind nun bei Libera und diese Gesangsgruppe macht immer irgendetwas anders als Andere. Statt mit einer instrumentalen Melodie beginnt das Lied mit einem langgezogenen und nicht enden wollenden Ton, auf den Libera mit sanften sphärischen Tönen das Lied anstimmt, dann begleitet von einer ebenso sanften und dezenten instrumentalen Begleitung. Wenn Luca Brugnoli zu singen beginnt, dann ertönt eine für das Alter des Solisten erstaunlich reife und sichere Stimme mit einer leicht gedeckten Note, jedoch ohne dabei an Brillanz in den Höhen einzubüßen. Immer wieder gesellen sich dezent Stimmen des Chores dazu, mal mehr, mal weniger, aber immer sich im Hintergrund aufhalten, so dass man sie gar nicht direkt wahrnimmt. Und der Chor begleitet auch die Instrumente, übernimmt Melodieteile und lässt den Höhrer die besungene Reise des Jungen und des Schneemannes förmlich miterleben. Eine besondere Stelle im Lied beginnt bei Minute 2:43, wenn eine gesungene Melodie die Pause zwischen den Strophen überbrückt und sich die höheren Stimmen aus dieser herauslösen, nach Erreichen des höchsten Punktes wieder zurückkehren, verstummen, um zum Abschluss der Melodie den tieferen Tönen noch einen kleinen Kontrast entgegenzustellen. Eine sehr gelungene Neuinterpretation des Liedes, sanft und intensiv zugleich, nie aufdringlich, Libera-like.

Da war es doch fast schon vorausschauend, dass wir im Dezember letzten Jahres in Brighton die Ausstellung zu dem Kinderbuch "The Snowman" besucht haben. Fällt mir gerade so eben ein.


Das zweite Lied, das zu spontanen Standing Ovations verleitet, das ist Ding Dong Merrily on High. "Fröhlich in der Höh", so klingt es dann auch, obwohl der Anfang dies noch gar nicht vermuten lässt. Denn in der erste Strophe erklingt der Chorgesang noch als recht einfacher gemeinsamer Gesang und die Fröhlichkeit erklingt von dem begleitenden Instrument. Schon in der zweiten Strophe ist dann wesentlich mehr Schwung und gesangliche Freiheit vorhanden und mit einem fröhlichen lalala geht es dann in das Zwischenstück. Wenn dann gegen Ende mit mehrfachem DingDong das Finale eingeläutet wird, dann klingt es so, als hätte man den Jungs gesagt: "jetzt singen wir gemeinsam ein Lied und jeder kann machen was er will." Selbstverständlich ist alles koordiniert und jeder Ton an seinem Platz, aber es wirkt wie eine fröhliche Gesangsrunde spielender Kinder. Ein wenig muss ich dabei an "Christmas Wrapping" aus dem Jahr 1990 denken, aber gleichzeitig auch an die gesanglichen Aufwärmübungen, von denen ein paar in einer Konzertrede schon einmal präsentiert wurden. Auch Gesangselemente, die man eher einem klassischen Kathedralenchor zuordnen würde kommen vor. Eine willkommene Abwechslung im Christmas-Carol-Alltag, wenn man mal auf Festlichkeit und Besinnlichkeit verzichten möchte.

So ähnlich ist es auch noch bei einem anderen Lied, dass zu meinen Favoriten gehört, seit ich es im Konzert gehört habe. Dabei war der erste Kontakt mit I saw three Ships in der Libera-Version erst einmal etwas befremdend, denn in der ersten Minute hört man gar nicht so den typischen Libera-Stil. Je länger das Lied dauert, desto mehr bekannte Elemente kommen dazu und vereinen sind letztlich zu einen ungewohnt dynamischen Song mit einem kräftigen Finale und einer Überraschung in der Beendigung des Liedes.

Nun besteht die CD noch aus 14 weiteren Liedern (in der Nicht-Japan-Version), von denen einige bereits von Libera gesungen wurden, andere aus kirchlichen Weihnachtsveranstaltungen bekannt sind und eines nun noch komplett unbekannt war. Für mich zumindest. Noel Nouvelet. Wie der Titel vermuten lässt kommt dieses Lied aus dem französischen, aber Libera verwendet die ursprüngliche Sprache nur für den Beginn und das Ende des Liedes. Wer könnte sich als Solist für dieses Lied besser eignen als Victor? Niemand, deshalb sing es ja auch Victor und bringt das typisch französische an dem Carol genauso gut rüber wie das typisch weihnachtliche.

Nun haben wir ja bis zur Eröffnung der Weihnachtszeit noch ein wenig Zeit und momentan möchte ich noch gar nicht die gesamt CD so intensiv hören, dass ich darüber schreiben könnte. Daher verschiebe ich dieses auf einen Zeitpunkt, der nach der Veröffentlichung der hiesigen Ausgabe liegt. Nur eines noch vorab: Isaac hat es auch auf diese CD geschafft. Denn im Gegensatz zu allen anderen Liedern ist Carol of the Bells keine Neuaufnahme, sondern stammt aus dem Jahr 2015 und ist auf der japanischen EP Angel und in Europa 2016 auf der EP Libera at Christmas veröffentlicht worden. Und die Liederöffnung und der Abschluss gehörten damals zu Isaac's Aufgaben.

to be continued
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Re: Neue Christmas-CD 2019 "Christmas Carols with Libera"

Beitragvon Filiarheni » Sonntag 3. November 2019, 13:12

Hier ist schon mal mein CD-Bericht. Obwohl ich das physische Album noch gar nicht in Händen halte. 8-) Aber es gibt ja auch andere Zugangsmöglichkeiten, wenn man die Spannung nicht aushalten kann, und deswegen existiert nun auch ein verfrühter Bericht in der Liedreihenfolge der japanischen Ausgabe.

Noch nie habe ich im Oktober dermaßen intensiv Weihnachtslieder gehört und dann auch noch mit 100 % Genuss! :shock:
_______________________________

The Angel Gabriel  
Arr.: Robert Prizeman
Solo: Victor Wiggin

Ein Lied, das ich wegen seiner schönen Melodie sehr mag und das indirekt mitschuldig daran ist, dass ich vor einigen Jahren zu Libera gefunden habe. Zu meiner großen Freude gehört es jetzt zu Liberas Repertoire! Es beginnt mit einem sich nach und nach steigernden, aber immer sanften gesungenen Gloria-Intro, bei dem mir warm wird. Dann eine Blockflöte, immer wieder gerne als Weihnachts-Musikinstrument eingesetzt, bevor Victor mit seinem Solo einsetzt. Seine Stimme klingt hier schon sehr ausgereift - toll hat er sich entwickelt! - und sein Gesang ist mit (oder trotz?) der leicht heiser klingenden Stimme, die er hat, sehr gut anzuhören. Das Arrangement sorgt für den typischen "Libera shine", den ich an Libera so liebe, und ist gleichzeitig verträumt. Ein ruhig dahinfließendes Lied, das in der letzten Strophe deutlich an Intensität und Strahlkraft gewinnt. Das Ende bringt gewissermaßen Symmetrie hinein, indem die Musik zurückgenommen wird und das anfängliche "Gloria" noch einmal erklingt. Wunderschönes Lied.


In Dulci Jubilo
Arr.: Robert Prizeman
Spürbar die schnellste Version aller bisherigen Aufnahmen dieses Liedes. Die langsamere Irland-Fassung wirkt genauso fröhlich, aber festlicher, während die jetzige mehr den Eindruck vermittelt, als tanze da jemand vor Freude. Gleichzeitig finde ich sie etwas poppiger. Das gefällt mir wiederum nicht so gut, fällt aber auch nicht weiter ins Gewicht, solange man nicht vergleicht. Armagh bleibt an erster Stelle; ich bin zu verliebt in das Album, sodass jede andere Version eines dort vorhandenen Liedes es schwer haben muss. Trotzdem haben beide In Dulci Jubilo ihren eigenen Reiz. Roberts Arrangement finde ich seit eh und je super gelungen, weil es die im Text ausgedrückte Freude perfekt in Musik umsetzt. Bis auf einige instrumentale Änderungen ist es das gleiche wie zuvor. Armaghs Zwischenspiel nach der dritten Strophe wurde um verspielte Chorvokalisen in Altlage bereichert. Und wie immer gefallen mir speziell die tiefen Stimmen, die dem hellen, lebhaften Lied ein solides Fundament geben.
Früher fand ich das Lied langweilig, weil es praktisch in jedem Weihnachtsgottesdienst in jeder Kirche gesungen wird, und dann auch noch meistens sehr getragen, als ob Weihnachtslied = langsam wäre. :roll: Nie hätte ich gedacht, dass es mir irgendwann mal gefallen könnte bis - Libera! Libera, Christmas Concert 2016, da hat sich das Lied für mich erneuert, und vielleicht ist es eins ihrer besten Beispiele dafür, wie Libera aus ungeliebten Liedern Musik machen kann, auf die man nicht mehr verzichten möchte.


Do You Hear What I Hear
Arr.: Robert Prizeman
Solo: Div.

Das Lied gehört seit vielen Jahren zu meinen absoluten Lieblingsweihnachtsliedern! Und Robert hat, was das Arrangement betrifft, meine Gedanken gelesen, denn so ähnlich schwebte es mir immer vor: Echos über Echos, die dann ihrerseits wieder Echos verursachen. Im Grunde ist da ja in der Melodie bereits so einkomponiert. :) Und wow - der Anfang! Die verschiedenen Solostimmen, zunächst einzeln und mit ausreichend Zeit zum Ausklingen, dann sich immer weiter überlagernde Echos, die interessanten Harmonien der Instrumente und - unglaublich gut dazu passend und wie aus einer anderen Welt - die tiefen Stimmen mit gregorianischem Touch. Ein geradezu hypnotisierendes Intro, in dem ich mich in bester Weise verliere, um dann zu dem klaren, geradlinigen Gesang der ersten Strophe wieder aufzuwachen. Ein bisschen kommt mir Venite Adoremus in den Sinn, wobei es sich bei Do You Hear What I Hear deutlicher anfühlt, als hätte man nach kurzer Orientierungslosigkeit plötzlich den richtigen Weg wiedergefunden. Jede Strophe ist anders arrangiert, und dass für die Echos unterschiedliche Soloinstrumente wie auch -stimmen beteiligt wurden, finde ich sehr gut, es macht das Lied farbenfroh. Die letzte Strophe ist, dem Text ab "Said the king to the people everywhere" entsprechend, geradezu majestätisch gestaltet und stellt mit vollem Orchester ein triumphierendes Finale zu einem Text dar, der eine liebenswerte kleine Geschichte erzählt. Ein Lied, das einen verzaubert!

Auf der internationalen CD wird Do You Hear What I Hear übrigens der Schlusspunkt sein, sehr passend zu einer fantastischen CD!


In the Bleak Midwinter
Arr.: Robert Prizeman
Solo: Dominik Clarke

Ich versinke in dem Gefühl von Hingabe, das dieses Lied in mir auslöst. So schön, so voller Frieden und Hoffnung! Robert hat hier ein außergewöhnliches Arrangement geschrieben.
In der ersten Strophe erklingt zunächst ein Bordun zu dem unisono gehaltenen Chorgesang, was mich schon in Brighton so beeindruckt hat, weil es exzellent die gefrorene Erde und die dunkle Zeit versinnbildlicht, während einige umspielende Töne der Flöte schon das Licht kommender Zeiten ahnen lassen. Dann beginnt das starre Eis zu tauen, Bewegung und auflebende Harmonien bringen mehr und mehr Farbe, und das anfangs so Abweisende löst sich in warme Freundlichkeit auf. Libera hat hier einen wundervoll strömenden Klang, und am Ende der dritten Strophe ist ein sehr schöner und sehr gut gesungener Chorsatz zu hören. Darauf folgt Dominiks Solo mit seiner grazilen Stimme, die den sanften Charakter des Liedes vollendet trifft. Ein in sich rundes, tief berührendes Lied. Seit Brighton und Moskau habe ich sehnsüchtig darauf gewartet, es wieder zu hören, und ich weiß sehr genau, warum.


Ding Dong Merrily on High
Arr.: Sam Coates
Okay. Okay okay. :lol:  Ich gebe zu, dass ich das Lied doch nicht ganz so übel finde, nachdem ich es jetzt in voller Länge zu mir genommen habe. Was übrigens einmal mehr beweist, dass man nicht vorschnell urteilen soll. Zumindest nicht negativ. Zumindest nicht, wenn es um Libera geht. :mrgreen: Und obwohl ich es bislang nie mochte, weil es mir einfach zu "ding-dong" ist, muss ich doch anerkennen, dass Sam Coates sehr kreativ damit umgegangen ist und auch noch jede Strophe unterschiedlich gestaltet hat, und das Ergebnis erhöht den Wert des Liedes für mich deutlich. Ich kann sogar meine auf dem Schnipsel basierende Sorge, dass das Lied zu gehetzt wirkt, korrigieren. Den Anfang mag ich zwar nach wie vor nicht. Aber dann macht es sich. Strophe 2 mit dem Bassrhythmus bringt mich bereits zum Lächeln ... und im weiteren Verlauf wird daraus unaufhörliches Lachen. Das quirlige Arrangement macht Spaß, und für nicht mehr und nicht weniger war das Lied sicherlich gedacht. Es klingt, als ob Libera gerade eine Pause von den ernsthaften Liedern einlegt, um sich zwischendurch einfach mal zu amüsieren. Weil sie ja im Studio nicht silent football spielen können. ;) Gegen Ende, wenn sie in eine Gloria-Schleife geraten, musste ich so lachen, dass ich die Stelle nur deswegen wiederholen musste, um zu zählen. :shock:
Es wird sicher keins meiner Lieblingslieder werden, aber wenn ich mal etwas zum Lachen brauche, dann wird das mein Lied sein! :D
(Ab 1:29 - die Stelle finde ich am schönsten - erinnert es mich übrigens kurzzeitig an Mike Oldfields Bearbeitung von Praetorius' Bourrée, den "Cuckoo Song" .)


Sing Lullaby (The Infant King)
Arr.: Robert Prizeman
Solo: Dominik Clarke

Das Lied geht unter die Haut. Der 3/4-Takt vollzieht die Wiegebewegung nach, und Liberas Gesang in diesem Lied kann ich nur fürsorglich nennen. Immer wieder beeindruckend, wie empfindsam diese Jungs singen können. Sam Coates' Arrangement klingt nach inniger Nähe, nach Geborgenheit. Aber man lasse sollte sich nicht täuschen lassen: Der schöne Klang verschleiert das furchtbare Schicksal, das dem Jesuskind bevorsteht und worauf der Text Bezug nimmt. Was sagt diese extreme Kontrastierung von Text und Musik aus? Vielleicht: Du wirst durch schweres Leid gehen, aber wir können bereits das Licht dahinter sehen, und am Ende werden ewiges Leben und unzerstörbarer Frieden stehen, wie es die letzte Strophe ausdrückt. Definitiv eine sehr interessante Komposition, was sich durch Liberas Arrangement und Gesang noch intensiviert. Ein unglaublich zu Herzen gehendes Lied.
Dominik, für dein Solo hier liege ich dir zu Füßen! Seine sehr sensibel wirkende Stimme ist wie für Sing Lullaby gemacht. Sie klingt sanft und sicher. Übrigens ist Dominiks Aussprachetechnik ebenfalls wirklich gut.
Je mehr das Lied fortschreitet, desto mehr Gänsehaut ...


I Saw Three Ships
Arr.: Sam Coates
Ein fulminantes Stück mit einer mitreißenden rhythmischen Struktur. Ich hatte das Glück, es zweimal im Konzert zu erleben - in wenigen Wochen hoffentlich auch ;) - und es ist so voller Schwung, schon von Anfang an, steigert sich aber dennoch im Verlauf immer noch weiter bis zum Schluss. Die gesamte Wirkung kann sich auf der CD gar nicht so entfalten wie live, aber das Lied ist natürlich trotzdem als Aufnahme unverzichtbar, und wir sind alle froh, dass sie nun existiert. :)


Walking in the Air
Arr.: Robert Prizeman
Solo: Luca Brugnoli

Über Roberts Entscheidung, dieses Lied noch einmal aufzugreifen, mit einem neuen Arrangement auszustatten und es auf ein Album wie auch, wie wir inzwischen aus Japan wissen, ins Konzert zu holen, freue ich mich richtig. :!: Ich habe es sehr gern, aber irgendwie konnte mich bisher keine der zahlreichen Interpretationen, die ich mir angehört habe, restlos zufriedenstellen. Entweder die Solostimme klang mir zu kindlich oder das Tempo war zu langsam oder ... oder ... Hier ist nun die in jeder Hinsicht perfekte Fassung, auf die ich immer gehofft hatte.
Das Intro besteht aus Echoeffekten der Chorvokalisen, was erst mal Spannung aufbaut, bevor sie sich mit der Überleitung zu Lucas strahlendem Sologesang löst. Lucas Stimme und Gesangstechnik kann ich gar nicht genug loben. (Eigentlich wollte ich jetzt schreiben "nur in den höchsten Tönen loben", aber das hätte gefährlich missverständlich sein können. :? )  Ein brillantes Solo! Luca ist ein außerordentlich begabter Sänger, und seine Stimme klingt nach höherem Alter, in dem andere Jungen auf dem Höhepunkt ihrer stimmlichen Entwicklung sind. Bei dieser Aufnahme war er 9! :o  Seine Stimme hat ein ganz leichtes Vibrato und klingt so natürlich, fließt so selbstverständlich und ist so homogen in allen Lagen, dass der Hörer (fälschlich) glaubt, es sei nichts einfacher als Singen. Phänomenal!
Das Arrangement lässt den Chor tatsächlich engelhaft klingen, wie es ja für ein Lied der Winter- und Weihnachtszeit ganz richtig ist.  ;)   Die seit eh und je bekannten instrumentalen Zwischenspiele werden jetzt vom Chor übernommen. Ihr wellenartiger Klang erinnert mich an das Meer, und das wird mir erst jetzt, da sie gesungen sind, bewusst! Die Chorstimmen intensivieren die Wirkung des Liedes; sie spielen eine essenzielle Rolle und sind damit auf Augenhöhe mit dem Solo. Oft hat man ja den Eindruck, dass der Chor ein Solo schlicht begleitet, ihm also untergeordnet ist. In Walking in the Air dagegen ergänzen sich beide in einem Ausmaß, dass das eine ohne das andere undenkbar wäre.


Once in Royal David's City  
Arr.: Robert Prizeman
Solo: Victor Wiggin, Daniel White, Mathias Montoro

Das kennen wir bereits von einem Video. Gut, dass es jetzt einen ordentlichen Platz auf einer Libera-CD erhalten hat. Victor beginnt allein, dann kommen Daniel und Mathias zu einem Terzett dazu. Hier genieße ich das schlichte Arrangement, das den Eindruck einer Ruhepause vermittelt - bis sich schließlich das für Libera so charakteristische Aufblühen Bahn bricht und das Lied mit rauschenden Harmonien beendet.


Carol of the Bells
Arr.: Robert Prizeman
Solo: Isaac London, Alex Montoro, Lucas Wood

Die Aufnahme ist uns bereits von "Santa Will Find You" (2015) and "Libera at Christmas" (2016) bekannt mit Isaac, der das Lied eröffnet. Da es nach jedem Christmas Concert besprochen wird, kürze ich heute ab: Grandioses Lied, das mich jedes einzelne Mal unter Strom setzt und das ich zahllose Male gehört habe und weiter höre. Meistens mit mindestens einer direkten Wiederholung. Egal zu welcher Jahreszeit. :mrgreen: Ich liebe Liberas Interpretation!


O Little Town of Bethlehem
Arr.: Robert Prizeman
Solo: Oliver Watt-Rodríguez

Beim Hören des Schnipsels dachte ich: Ein Lied muss nun mal den letzten Platz einnehmen, und es wird dieses sein. Nach vollständigem Hören sehe ich es ... nach wie vor so, was an den Harmonien im ersten Teil der Strophe liegt. Sie sind mir zu sentimental (Kategorie Have Yourself a Merry Little Christmas ). Libera rettet es allerdings in gewisser Weise. Tatsächlich gefällt mir das Intro gut, die mittlere Melodie ist schön, und ich bin froh, dass Olivers Stimme auf dieser CD ebenfalls festgehalten wurde. Obwohl ich sie live noch viel schöner finde. Hoffentlich wird es noch ein weiteres Album mit einem Hauptsolo für Oliver geben, dann bei einem Lied, das mir besser gefällt.


Poor Little Jesus
Arr.: Sam Coates
Solo: Luca Brugnoli

Ein Spiritual, a cappella gesungen und meisterhaft gesetzt. Irgendwie wirkt es erhebend. Zusätzlich strahlt es große Ruhe aus. Auch hier haben wir wieder die Beschreibung des vorgezeichneten Lebenswegs Jesu, musikalisch jedoch ganz anders umgesetzt: Melodie und Harmonien geben viel mehr davon preis und maskieren es nicht wie in Sing Lullaby. Besonders schätze ich, wie frei Robert (oder hat Sam das bereits so vorgeschrieben?) hier das Tempo nimmt und damit umso eindringlicher den Hörern den Sinn des Textes nahebringt. In dem Lied kommt eine unerschütterliche Hoffnung zum Ausdruck, dass am Ende alles gut werden wird. Es kann einen nicht kaltlassen. Und hier findet sich auch ein weiteres kristallklares Solo von Luca!


Noël Nouvelet
Arr.: Sam Coates
Solo: Victor Wiggin, Oliver Watt-Rodríguez, Neo Parson

Dessen Teaser hatte meine Neugier am stärksten geweckt. Ich mag diese Art Musik: atmosphärisch und geheimnisvoll durch Kirchentonarten und mit ansprechenden Melodien und reizvollen Dissonanzen, sie versetzt mich in längst vergangene Zeiten ... Außerdem höre ich supergerne Lieder in ihren Originalsprachen. Deswegen freut es mich, dass zumindest Anfang und Ende in Französisch belassen wurden, gesungen von Victor, einem der französischen Libera-Jungen.
Wieder ein sehr einfallsreiches Arrangement, in dem ständig etwas Neues passiert. Das könnte für manche Zuhörer sogar schon zu viel des Guten sein, aber mir gefällt es bisher wegen des durch das gesamte Lied hindurch sehr schönen Klangs. Ansonsten haben wir hier z. B. wieder ein gelungenes Terzett, diesmal mit Victor, Oliver und Neo, dann Glocken, die zu meinen Lieblings-Percussioninstrumente zählen, die Vielfalt der Harmonien und noch so viel mehr, das mich anzieht und mitschwingen lässt. Mit einem um ein paar bpm reduzierten Tempo hätte es mir noch besser gefallen. Das hätte die Eleganz des Liedes zusätzlich unterstrichen. Jedenfalls erinnert es an einen höfischen Tanz.
Noël Nouvelet werde ich sehr oft hören. Hoffentlich eines Tages auch live, aber nach der Japanreise, bei der es nicht gesungen wurde, bin ich leider nicht optimistisch, dass es dieses Jahr schon passiert.


Silent Night
Arr.: Robert Prizeman
Solo: Luca Brugnoli, Benedict Bywater, Dominik Clarke, Mathias Montoro, Victor Wiggin

"Stille Nacht" ist wahrscheinlich das bekannteste Weihnachtslied der Welt und hat alle möglichen Interpretationen durchlaufen. Hier wird es häufig am Schluss von Weihnachtsgottesdiensten gesungen, ohne elektrisches Licht, nur bei Kerzenschein. Roberts A-cappella-Fassung dieses Liedes, das eine unendlich friedliche Ausstrahlung hat, ist ganz schlicht und damit umso wirkungsvoller. Es wird nur von einem Quintett gesungen, was wie eine Reduzierung auf das Wichtige im Leben wirkt und darüber hinaus die außerordentlich schöne Melodie hervorhebt. Die Jungen singen wundervoll! Ein weiteres Juwel dieser CD, bei dem man unwillkürlich in andächtige Stimmung kommt.


What Child is This
Arr.: Robert Prizeman
Solo: Daniel White, Benedict Bywater

Eigentlich ziehe ich das Original "Greensleeves" eindeutig vor, aber Libera, was machst du nur immer? Auch hier erwischt mich das Arrangement. Es lehnt sich stark an Armagh an, unterscheidet sich aber in einigen Aspekten wie z. B. den kleinen, aber ausgefeilten neuen Chor- und Orchesterüberleitungen zur zweiten Strophe und später zum Zwischenspiel der Querflöte vor der dritten Strophe. Mit einem sicher gesungenes Solo von Daniel zu Beginn, dann einem Duett zusammen mit Ben gleitet man mehr und mehr in das Lied hinein. Dem Text folgend wird die Musik bewegter. Ich kann mir die Heiligen Drei Könige bildlich vorstellen, wie sie zunächst staunen, leise, um nicht zu stören. Wobei mir nicht klar ist, warum die erste Strophe vom Chor wiederholt wird. Vielleicht ist es zuerst als eine Art Vorhut gemeint, die erst mal nachgesehen hat, bevor andere folgen? Später überreichen sie ihre Geschenke und jubeln, und schließlich ziehen sie sich wieder zurück, um das Kind schlafen zu lassen. Und so beruhigt sich auch die Musik wieder.


Wexford Carol
Arr.: Robert Prizeman
Solo: Tadhg Fitzgerald

Es gibt Musikstücke, die sich anfühlen, als würden sie einen streicheln, und zu diesen gehört die traumhaft schöne Libera-Version von Wexford Carol. Es ist wirklich kein Wunder, dass es mein Lieblings-Weihnachtslied ist, seit ich Libera kenne.
Das Arrangement ist mit dem früherer Versionen nahezu identisch geblieben, wobei ich jedoch bei der aktuellen Fassung das mystische Flötenvorspiel aus Irland vermisse, das mich immer so gut auf den meditativen Charakter des Liedes einstimmt. Dieser beruht vor allem auch auf den sacht wiegenden Harmonien des Liedes. Liberas gesamte Version erfüllt mich unfehlbar mit innerer Zufriedenheit und Ruhe, und das ist wunderschön. Ich habe früher mal Wexford Carol als Synonym für "Atmosphäre" bezeichnet, und genau das trifft es. Die gälische Sprache zieht mich noch besonders an, und dafür, dass ich Isaacs Interpretation rettungslos verfallen bin und der Nachfolger unweigerlich in die größtmöglichen Fußstapfen treten musste, hat Tadhg, der eine völlig andere Stimme als Isaac hat, sich gut geschlagen.


Gaudete
Arr.: Robert Prizeman
Solo: Sam Collins

So. Endlich habe ich eine Aufnahme von Sam! Seine Stimme ist klar und leuchtend; ich bin sehr zufrieden. Die instrumentale Begleitung wurde in diesem Teil mehr in den Vordergrund geholt, sodass man sie bewusster erlebt. Für mich ist es fast wie ein gleichberechtigtes Miteinander von Solostimme und Instrumentalpart. Das Arrangement ist dem bekannten wieder ganz ähnlich, wobei es jetzt und auch früher schon immer mal kleine Modifikationen gegeben hat. Ein besonderer Genuss in dieser Fassung sind wieder einmal die tiefen Stimmen.
Ein bisschen wehmütig bin ich zwar, dass Sam "nur" mit einem Weihnachtslied verewigt wurde. Denn zu mehr wird die Zeit wohl nicht mehr reichen.
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"Christmas With Libera" (Japan) / "Christmas Carols With Libera" (international) ist eine breit gefächerte Mischung von Liedern unterschiedlichsten Charakters und mit sehr kreativen Arrangements. Hier finden mit Sicherheit alle etwas, wofür sie sich begeistern können. Der technische Sound ist strahlend hell und sehr angenehm im Ohr. Der Titel wiederum ist so gar nicht originell, da hätten sie sich mehr anstrengen können. Zum Beispiel hätten sie berechtigt dem Vorschlag eines der in Garden Grove interviewten Jungs folgen und das Album "Christmas Around the World" nennen können, da es Lieder aus Amerika, Deutschland, England, Frankreich, Irland, Österreich Spanien, der Ukraine und möglicherweise Finnland/Schweden (Gaudete) vereint.

Diesmal geht eine besondere Würdigung an Sam Coates! Mit seinen Arrangements auf dieser CD bin ich sehr einverstanden! :D Verglichen mit den vorhergehenden, die vor allem sehr dynamisch waren, s. das erwähnte Aufblühen, kommen jetzt weitere Dimensionen hinzu, und damit offenbart sich mehr denn je Sams Können, die Musik ganz in den Dienst der Aussage des Textes zu stellen.

Glückwünsche an Libera und alle Beteiligten! Libera ist sich auch mit diesem Album treu geblieben, und darüber bin ich sehr froh!
"A silent harmony, the sound of hope, a moment echoes through eternity"
(Ave Verum)
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