Sommerkonzert am 22. Juni 2019 in Arundel

Gespräche rund um die Konzerte und sonstigen Auftritte von Libera

Re: Sommerkonzert am 22. Juni 2019 in Arundel

Beitragvon Filiarheni » Donnerstag 18. Juli 2019, 22:49

Wie viele Libera-Konzerte muss ich eigentlich besuchen, bis meine Berichte endlich kürzer werden? Ich entschuldige mich hiermit sehr für die Länge. Es dauert auch vier Absätze bis zum Konzert. Hier wäre also für eilige Leser Gelegenheit zur Abkürzung. 8-)

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"Arundel" - wie oben geschildert, der sagenumwobene Ort. Libera hat dort 2007, 2009, 2010, 2012 und 2014 Konzerte gegeben. Deswegen wartete ich sehnsüchtig auf meine eigene Chance. Man muss ja an der Vervollkommnung seines Libera-Lebens arbeiten. Kann sich also jemand vorstellen, wie elektrisiert ich war, als dieses Konzert angekündigt wurde? Das Wetter entschädigte uns in denkbar bester Weise für das, was es uns in Brighton angetan hatte. Durchschnittlich hatte es begonnen und sich dann Tag für Tag immer weiter hochgearbeitet, bis sich dann am Samstag alles zu einem großen Highlight zusammenballte - in jeder Hinsicht. :D Mit Sonne und unter strahlend blauem Himmel war ich dienstags von zu Hause abgereist und wurde in Arundel bereits am Bahnhof mit einer sehr netten Aussicht auf die Kathedrale in der Ferne begrüßt. Der Weg vom Bahnhof zu meiner Unterkunft war von Google mit 25 Gehminuten veranschlagt, aber ich brauchte wahrscheinlich die doppelte Zeit, weil ich dauernd stehen bleiben musste, um zu fotografieren - alle paar Meter ein neues Motiv des sehr fotogenen Arundel bzw. der Kathedrale, wer soll da widerstehen. Und dabei passierte etwas, worüber ich echt gerührt war: Mehrere Autofahrer stoppten ihr Auto mitten auf dem belebten Causeway, um mich ungestört fotografieren zu lassen. Das kenne ich nicht. :)

So begann mein Aufenthalt in Arundel gut und verbesserte sich direkt noch einmal. Denn in der ersten Nacht fand endlich mein regulärer Albtraum statt, den ich hier schon mehrfach beschrieben habe und bei dem es nur darum geht, aus allen möglichen und unmöglichen Gründen zumindest einen Teil des Konzerts zu verpassen! :shock: Damit war endlich auch das letzte noch fehlende Puzzleteil meiner vorkonzertlichen ToDos aufgetaucht. Ich war schon ganz beunruhigt gewesen. Aber es ist ja noch mal gutgegangen. Ein ganz zuverlässiger Albtraum ist das. :mrgreen:

Mit dem Teaser-Tweet vom 30. Mai, "Some surprises to be performed....", hatte Libera natürlich Spekulationen darüber ausgelöst, welcher Natur diese Überraschungen denn sein würden. Übertrieben hatten sie jedenfalls nicht! Während des Soundchecks, der hinter geschlossenen Kathedralentüren stattfand, hörten wir zu unserer großen Freude Salve Regina. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet und empfand es als Geschenk, aber es war ein anderes, das mein Herz zum Klopfen brachte: How Shall I Sing That Majesty. Es hatte von Tag 1 an auf meinem Konzertwunschzettel gestanden, und damit wurden mir an dem Abend gleich zwei lange und innige Wünsche erfüllt. Ohnehin kann ein bestimmtes Lied im Programm mich voll und ganz glücklich machen, egal wie der Rest ausfällt. In Ely letztes Jahr war es dasselbe mit Roberts Ave Maria.

Kürzlich hatte ich mit ein paar Fans darüber gesprochen, dass ich mich im Libera-Konzert am liebsten überraschen lasse, was das Programm und Solisten betrifft, und gerne bis zum letztmöglichen Moment in Ungewissheit lebe. Hinzufügen möchte ich, dass auch der Soundcheck das nicht verdirbt, denn dann erhalte ich die Info direkt von Libera. Das hat dann einen ähnlichen Stellenwert wie das Konzert selbst. Das Nette am Soundcheck ist auch, Überraschungen gleichzeitig mit anderen zu erleben oder die Lieder zu raten, wenn durch die dicke Tür nur ein unvollständiger Klang dringt. Das ist so ein bisschen wie Weihnachten, wo grade das Nichtwissen Spannung und Vorfreude steigert. Deswegen geht an dieser Stelle ein großes Danke an diejenigen, die einen solchen Wunsch respektieren und daraufhin andere Wege gewählt haben, die bevorstehende Setlist an Interessierte weiterzugeben, um das angenehme Mysterium :wink: für uns - ich war nicht allein damit - zu bewahren. :)

Das Konzert war sehr gut, allerdings für mich nicht unter den besten meiner bisherigen acht. Das lag in zweifacher Hinsicht am Klang. Nummer 1 könnte mein persönliches Problem gewesen sein: Der Chorklang erreichte mich in sehr unausgewogener Weise. Ich konnte die individuellen Stimmgruppen deutlich voneinander unterscheiden, was normalerweise natürlich gerade schön und auch interessant ist. In Moskau war der Klang brillant, weil er so transparent war. Aber hier war er schlicht zu heterogen in Dynamik und Farben der verschiedenen Stimmgruppen. So spürte ich manchmal das Bedürfnis, diese Teile zu nehmen, einander anzugleichen und wieder zusammenzufügen. Möglicherweise lag das an meinem Platz in der zweiten Reihe, vor allem weil der Abstand zum Chor diesmal sehr gering war. Dies wiederum bot mir einen kaum zu übertreffenden Blick auf den Gesichtsausdruck der Jungen, wovon ich natürlich begeistert war. Und trotz des überdifferenzierten Klangs habe ich es sehr genossen, einige von ihnen sehr deutlich mit ihren natürlichen Stimmen heraushören zu können. Das liebe ich!

Der zweite Punkt war die heute seltsam zurückhaltende Dynamik des - ansonsten in jeder Hinsicht exzellenten - Chores. Das kannte ich von ihnen so noch nicht. Stellen, an denen der Libera-Klang normalerweise richtig aufblüht, schienen sich diesmal nicht voll zu entwickeln; anderen fehlte die gewohnte Kraft. Das hat meinen Genuss dann auch ziemlich beeinträchtigt, weil es wirkte, als würden Gefühle zurückgehalten, und das wiederum färbte auf meine eigenen ab. Hatte man ihnen vor dem Konzert gesagt, sie sollten nicht vollständig aussingen, vielleicht aufgrund ihrer Nähe zum Publikum? Aber das Entfalten des Klangs, das Schwelgen darin, ist so typisch für Liberas Musik. Sollte vor dem Konzert eine entsprechende Anweisung ausgesprochen worden sein, so war sie m. E. unnötig.

Die zweite Hälfte des Konzerts fand ich weit besser als die erste. Dieser vorsichtige Gesang war hier kaum noch zu vernehmen. Auch mit dem oben ausgeführten Gesamtklang kam ich besser zurecht, oder vielleicht wurde auch etwas geändert oder es lag an der Art der Lieder? Auf jeden Fall war es ansonsten ein wunderbares Konzert mit vielen Highlights, viel Staunen und viel Anlass zu lächeln (für mich ;)).

Das Konzert begann diesmal ganz ungewöhnlich mit einer doppelten Überraschung in Sachen Lied und seine Besetzung: Ein Nonett versammelte sich weit hinter dem Altar und sang Veni Creator Spiritus, das im Programm nicht gelistet war. Wie ich später hörte, waren manche Zuhörer mit diesem Start ins Konzert nicht glücklich; die Jungen waren ihnen zu weit weg und zu leise. Möglicherweise war es auch einfach das Ungewohnte, was sie störte, aber ich fand es gerade deswegen attraktiv. Wenn sich in Liberas Konzerten schon die Lieder so stark wiederholen, ist es sicher nicht verkehrt, hier und da auf andere Weise Abwechslung zu schaffen.
Auch der Gesang gefiel mir. Ich bin mir nicht sicher, ob Robert die Jungen diskret dirigierte. Sie waren jedenfalls auf irgendetwas in ihrer Mitte konzentriert. Was das war, konnte ich nicht herausfinden. Vielleicht hat einer von ihnen sie angeleitet, oder sie konnten sich hierdurch besser aneinander orientieren. Aber das Ende des Liedes, das "Wann" und "Wie", wurde deutlich erkennbar von Tadhg angegeben. Schön zu hören und interessant zu sehen.

Dieser mystische Anfang, wie aus einer anderen Welt, bildete einen kompletten Kontrast zu der folgenden, so bodenständigen Musik von Orinoco Flow, die mich in die Wirklichkeit zurückholte.

Sanctus mit Libera im Halbkreis ist die ideale Gelegenheit, die Augen einfach nur von einem Jungen zum nächsten wandern zu lassen und sich Zeit für alle zu nehmen. Darüber hinaus war es Sams erstes Glanzstück - und das wiederholte sich an diesem Abend noch oft! Er hat eine schöne und klare Stimme und singt voller Energie. Dass er heute so oft solistisch in Erscheinung trat, freute mich sehr.

Angele Dei so schnell wieder aus dem Programm zu werfen - darüber war ich ja seit Ely 2018 fassungslos. :shock: Aber Robert hat wohl gemerkt, dass er nicht alles mit uns machen kann, und so war es jetzt wieder drin. :P Lustigerweise hatte ich ab und zu schon mal überlegt, dass ich mir Dominik bei diesem Lied gut als Solisten vorstellen kann, weil etwas Geheimnisvolles in seiner Stimme liegt, was wiederum zu dem mystischen Angele Dei passt. Und .... hier stand Dominik und sang es tatsächlich! :D
Anfangs schien er mir leicht nervös, aber sein Klang entwickelte sich während des Liedes wirklich gut. Besonderes Lob verdiente er für die Phrasen, bei denen eine sehr gute Technik erforderlich ist, um die einzelnen Töne nahtlos miteinander zu verbinden. Das gelang ihm sehr eindrucksvoll. Ja, das sind kleine, aber bedeutende musikalische Momente für mich, und wenn sie so gut gesungen werden wie heute von Dominik, hallt das noch lange nach einem Konzert in mir nach.

Das nächste Lied war The Prayer. Weiterhin verblüfft Daniel mich mit seiner für sein Alter sehr reif klingenden Stimme, die er zudem erstklassig führt. Stimme und äußere Erscheinung decken sich halt immer noch nicht. Mal gucken, wie lang das noch dauert. :lol: In seiner Stimme liegt auch sehr viel Ernst, wie auch in seiner Interpretation. Mit Angel hat er nun ein weiteres Hauptsolo bekommen, was ich begrüße, weil ich Angel lieber mag als The Prayer. An diesem gefällt mir allerdings die gedankenvolle Ruhe, mit der Libera es singt.

Salve Regina hat mich sehr überrascht. Obwohl nichts an dem Lied einer Live-Aufführung entgegensteht, kam mir nie in den Sinn, dass es tatsächlich mal im Konzert erscheinen würde. Als die ersten Orchestertöne mit der charakteristischen Oboe erklangen, war es immer noch ganz unwirklich für mich. Ich mag Tadhgs Stimme, und sie passt auch gut zu dem sanften Salve Regina. Allerdings darf er mutiger sein. Die vielen USA-Konzerte, die jetzt anstehen, sind da sicher hilfreich. :) Im Chor habe ich insbesondere die tieferen Lagen ausgiebig genossen, wie immer.

Sam Coates hat From a Distance wundervoll arrangiert! Der für mich zentrale Text des Liedes ist: "From a distance, you look like my friend even though we are at war. ... I cannot comprehend what all this fighting's for.", und es berührt mich jedes Mal tief, wenn ich diese Kinder damit höre. Dabei bleibt es ein Lied, das ich deutlich lieber live als von CD höre.

Oliver M. hat sich bei Stay With Me bislang kontinuierlich verbessert. Und trotzdem: Das Lied, das ihm an diesem Abend wie auf den Leib geschnitten war, folgte erst in der nächsten Konzerthälfte. Und Sam? Der sang erstklassige Vokalisen! :D

Auf Voca Me warte ich immer, und wenn sie es zwei-, dreimal oder öfter in einem Konzert singen würden, fände ich das nicht übertrieben ... Wie oben angedeutet, hatte Sam diesmal massenweise Hausaufgaben, die er fabelhaft ablieferte - nur Voca Me war heute nicht seins. Die Intonation, die in jedem seiner anderen Lieder tadellos war, wollte hier nicht richtig gelingen. Vielleicht spielte Aufregung eine Rolle, weil er so weit von den anderen entfernt stand, allein mit diesen anspruchsvollen Vokalisen. Sollte das der Fall gewesen sein, dann hat er mein volles Verständnis, weil ich eine solche Reaktion von mir selbst leider nur zu gut kenne, und zweifellos hat er die Situation weitaus besser gemeistert, als ich es jemals könnte!
Beim Zwischengesang verpasste er die erste Zeile. :lol: Ich fand das lustig, ja, das ist live! :mrgreen: Gleichzeitig bekam ich Angst, dass es ihn unnötig aus dem Konzept bringen würde. Aber dieser bewundernswerte Sam machte einfach mit der nächsten Zeile weiter, als wäre nichts gewesen. Wow!
Ähnliches habe ich mehrfach auch bei anderen Solisten wahrgenommen: Falls eine Phrase etwas wackelig geriet, haben sie sich doch nie entmutigen lassen, sondern fanden immer schnell zu ihrem sicheren Ton zurück; es ging auch nichts von der musikalischen Spannung verloren. Beeindruckende Professionalität, sie sind sehr gut auf die Konzertsituation vorbereitet!

Über die Beleuchtung an dem Abend kann ich so gut wie nichts berichten, weil ich sie unbewusst "mitnahm". Nur hier bei Voca Me gab es zwischenzeitlich eine Ausnahme. Kurz vor dem Höhepunkt erschienen meine Libera-Konzert-Lieblingsfarben: eine grün-blaue Kombination.


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Auf dem Höhepunkt selbst - vermutlich das, was du, mawi, immer als Schrei bezeichnest - wechselte das gedämpfte Licht ganz plötzlich zu Weiß. Die Musik Voca Me ist für mich wie eine Wanderung, wie ein Sog zu irgendetwas hin, dem man dann ganz unerwartet gegenüber steht. Das Licht hat das perfekt versinnbildlicht: Zuerst mysteriöse und dunklere Farben, dann das harte Weiß, als ob man auf einmal mit einer alles enthüllenden Wahrheit konfrontiert wird, die man nicht leugnen kann. Fantastischer Effekt, sehr kreativ!
Ansonsten kann ich nur sagen, dass die Lichtregie wie gewohnt perfekt auf die Gegebenheiten des Veranstaltungsortes abgestimmt war. Beidseitig der Bühne standen zwei Statuen, die in die Beleuchtung integriert wurden. Und ich versuchte, mir vorzustellen, wie es wohl sein mag, Licht oder Ton an einem Konzertort zu steuern, an dem man selbst einmal als Libera-Mitglied aufgetreten ist und von anderen mit der Technik versorgt wurde.

Joyful, Joyful schloss joyfully den ersten Teil des Konzerts.

Es folgte die Gänsehauthälfte, und es ging sofort los damit: Fünf Lieder lang erlebten wir ein wunderschönes Lied nach dem anderen, und jedes ging mir auf seine Weise unter die Haut.

Ich war selig über das ersehnte How Shall I Sing That Majesty. Zwar hatte ich mir gute Chancen darauf ausgerechnet, es irgendwann live zu hören, aber beim Soundcheck traute ich dann doch meinen Ohren und meinem Glück nicht. - Es war das erste Lied nach der Pause. Dominik ging allein auf die Bühne und sang den Anfang, und während der ersten Takte folgte der Chor. Kam das so schon einmal vor? Jedenfalls leuchtet es mir ein, sowohl das Lied als auch die neue Konzerthälfte auf diese Weise zu beginnen.
How Shall I Sing That Majesty ist ein traumhaftes Lied, eines derjenigen mit einer ganz besonders schönen Strophenmelodie, sanft und hell, bis sich dann der strahlende Chorklang über und über entfaltet; ein echtes Libera-Lied und eins meiner immerwährenden Lieblingslieder. Ich hoffe, dass Robert es für lange Zeit im Konzert hält. Chor und Solist sangen mich zur ersten Gänsehaut!

Wonderful World war ebenfalls nach einer Pause zurück im Programm, und Victor sang das Solo. Dieses Stück drückt textlich wie auch musikalisch entspanntes Wohlbefinden aus, was Victor mit der ihm eigenen ruhigen Fröhlichkeit widerspiegelt und so die Stimmung und Botschaft dieses Liedes in idealer Weise übermittelte. Ich versank darin und ließ die wunderbaren Tage, die ich in Arundel verbracht hatte, vor meinem inneren Auge vorüberziehen, während Libera den besten Soundtrack dazu lieferte.

Das nächste Highlight war In Paradisum, und zu meiner großen Freude war Oliver WR der Solist. Seit For the Future und How Great Thou Art habe ich eine besondere Vorliebe für ihn. In Paradisum sang er wunderschön. Und ich konnte etwas Interessantes beobachten. Den Verdacht hatte ich bereits früher: Die beiden Töne, mit denen Rocco sich schwer getan hatte, fielen auch Oliver nicht leicht, und m. E. liegt das an den Wörtern "angeli" und "suscipiat", die an dieser Stelle zu singen sind. Das "i" ist in dem Register schwierig, und das "n" schließt möglicherweise die Stimme, anstatt sie zu öffnen. Ich bin jetzt überzeugt davon, dass es nicht die Höhe an sich ist, da weder Rocco noch Oliver irgendein Problem hatte, den noch höheren Ton im Refrain zu erreichen. Im Gegenteil, beide haben ihn hervorragend gesungen. Es liegt bestimmt nicht an den eigenen stimmlichen Fähigkeiten, sondern an der Gesangstechnik. Darüber bin ich sehr froh. Die Stelle hat es wirklich in sich.
In Paradisum zählt nicht zu meinen Lieblingsstücken, ist aber trotzdem jedesmal sehr ergreifend! Schon während des Soundchecks hatte es äußerst vielversprechend geklungen, und dieses Versprechen wurde gehalten. Oliver steht immer mit einzigartiger Selbstverständlichkeit da vorn und singt sein Solo, und seine Stimme ist so schön! Ganz schlicht, ohne zu forcieren, sang er die melodischen Bögen wie aus einem Guss, so wie man es sich vorstellt. Das hat mich total gefangen genommen! Auch das Duett Oliver/Sam fand ich sehr gut.

Ich meine, es waren Wonderful World und In Paradisum, bei denen die abschließenden Töne so ausgezeichnet gehalten wurden. Diese langen Töne am Ende, solo und dann auch noch kaum oder gar nicht begleitet, sind eine Herausforderung. Der Hörgenuss bei einem Lied ist dann richtig rund, wenn diese nicht abbrechen. Zudem beweisen die Jungen damit ganz praktisch, dass sie in der Lage sind, mit ihrem Atem hauszuhalten und den Ton zu führen. Victor und Oliver meisterten diese schwierigen Stellen ohne das geringste Anzeichen von Anstrengung oder Atemnot - es war in der Tat ein Genuss. Sie waren nicht die einzigen Sänger, denen das heute so gut gelang, aber bei diesen beiden war es für mich am deutlichsten.

In meinen frühen Libera-Zeiten war die Traurigkeit mancher Fans, wenn ein Sänger sich langsam aus seiner Solistentätigkeit verabschiedet, seltsam für mich. Mit der Zeit konnte ich das dann immer besser nachvollziehen. Hier z. B. habe ich sehr bedauert, dass Oliver WR nicht mehr der Solist für How Great Thou Art ist. Seine Stimme passt so gut dazu. Andererseits war auch Mathias völlig in Ordnung, und ich denke, da werden noch mehr Lieder für ihn folgen.
Diese unvermeidlichen Veränderungen sind ja auch nicht nur traurig, sondern immer auch spannend, und machen alles lebendiger. Im Übrigen kann ich mir Oliver WR noch besser als Dominik für How Shall I Sing That Majesty vorstellen, ohne damit Dominiks Leistung schmälern zu wollen.
Und jedesmal vergesse ich, dass bei How Great Thou Artnur die erste Strophe solistisch besetzt ist. Nach der ersten Strophe freue ich mich auf die zweite - um dann zu merken, dass es das an Solo ja bereits war. :cry: Beim nächsten Mal muss ich noch bewusster genießen. ;)

Always With You ist ein nettes Lied, aber zu Hause höre ich es eher selten, und ich bin auch noch nicht auf die Idee verfallen, es in ein Konzert hineinzuwünschen. Vor diesem kämen erst mal eine ganze Reihe anderer Stücke. Aber wie man sich doch täuschen kann! Always With You wurde zum schönsten Lied des ganzen Abends! Es wurde einfach ganz unglaublich schön gesungen. Oliver M. habe ich noch nie so gut - und wirklich sehr gut - gehört! Er hat sich wirklich gemacht. Das Lied passt zu ihm, meiner Meinung nach viel besser als Stay With Me.
Zeit für die nächste Überraschung! Dahinten stand ein Junge und sang vollendete Vokalisen! Sein Gesicht wurde angestrahlt, und ich machte einen laaaangen Hals, um ihn zu erkennen, noch länger und länger, weil ich einfach nicht glauben wollte, was ich schließlich glauben musste: Es war mehr oder weniger ein Newbie, Luca, wie ich später erfuhr. Ich war total erstaunt, dass jemand nach so kurzer Zeit ein so spitzenmäßiges Solo präsentierte.
Auf seinem Part lag merklich Hall. Das hatte ich schon einmal bei einem anderen Sänger in einem anderen Konzert gehört, und damals hielt ich es - sicher bin ich nicht! - für eine Hilfestellung für den Solisten, der sich im Stimmwechsel befand. Heute jedenfalls ging es ganz sicher nicht um Unterstützung, sondern wurde m. E. gezielt als Stilmittel eingesetzt. Das Ergebnis war eine geradezu greifbare klangliche Dreidimensionalität mit einer enormen räumlichen Tiefenwirkung von Lucas Stimme in Richtung Altarraum. Das habe ich bei einem Libera-Konzert noch nie erlebt.
Lucas wundervolle, exakt gesetzte Vokalisen zusammen mit Olivers sanft fließendem Gesang waren schlicht Wellness für mich. Hervorragende Aufführung des Liedes, und am Schluss hatte ich nur einen Wunsch: Bitte wiederholen.
Von Luca hörten wir zu unserem Glück später noch einmal etwas ... :D

Irgendwie scheint Amazing Grace mir ein Testlied für neue Solisten zu sein, das manchmal zum Sprungbrett für größere Aufgaben wird. Aber vielleicht bilde ich mir das nur ein. Diesmal sang Cassius die Solostrophe und brachte mich zum Staunen. Mit ihm hatte ich noch gar nicht gerechnet, aber das war falsch! Dieses Lied ... hm ... ich möchte es ja furchtbar gern als Konzertlied loswerden, aber Cassius gefiel mir sehr. In ihm steckt sicher noch einiges, also: Amazing Grace, sei bitte besagtes Sprungbrett!

"Liberaaaaaaaa ...."
Oh ja! :)
Oh nein!! :shock:
Immer dieses zwiespältige Gefühl bei dem Lied! Ich liebe Libera, und ich liebe Libera. Aber dieses Lied in einem Konzert zeigt ja immer auch das nahende oder, vielleicht hier passender, drohende Ende an. Da ich das Programm nicht mitverfolge und auch nicht die Lieder zähle oder auf die Zeit achte, sondern jedes Lied nehme, wie es kommt, ist mir nie bewusst, wie weit wir mit dem Konzert sind. Die ersten Klänge von Libera lassen jedoch keinen Zweifel aufkommen, sodass mich jedesmal eine Mischung aus großer Freude und großem Bedauern überkommt - was mich aber glücklicherweise nicht daran hindert, die Musik dann doch zu genießen! :D

Ich kann die Überraschungen nicht mehr zählen. Schon wieder eine neue, deren Name passenderweise Neo war. Und er sang so schön! :D Zuerst die zweite Stimme des ausgezeichneten Duetts mit Tadhg, später dann die "Aeterna"s. Seine Stimme nenne ich golden, und die ganze Zeit lächelte er sein immerwährendes Lächeln, mit dem er so viel Lebensfreude versprüht! Wenn man ihn sieht, muss man einfach mitlächeln. :)

Wenn der Sommer gerade begonnen hat, dann ist es höchste Zeit für ein Weihnachtslied. Aber bedenkt man, dass dieses Jahr eine neue Weihnachts-CD in Sicht ist, ist es wahrscheinlich gar nicht so weit hergeholt, dem erwartungsvollen Libera-Fan im Sommerkonzert Poor Little Jesus unterzujubeln. Es muss jetzt einfach auf der CD landen. :P
Das Lied, mit dem ich nicht gerade vertraut bin, wurde im Fast-a-cappella-Stil aufgeführt, was uns ja nicht ganz unbekannt ist. Mir gefällt dieses vereinzelte Einstreuen "minimalistischer" Musik und die damit verbundene erweiterte Vielfalt in Liberas Konzerten sehr. Jetzt war auch die Zeit für Lucas zweites Solo gekommen: Er übernahm eine der Strophen. Wieder fand ich ihn bemerkenswert gut. Seine Stimme ist schlank und sicher, seine Intonation war perfekt. Ich bin wirklich gespannt, wie es mit ihm weitergeht!

Poor Little Jesus war das richtige Lied, um zur Ruhe zu kommen und sich noch einmal zu sammeln, bevor das abschließende lebhafte Exsultate an die Reihe kam. Hier vermisste ich die Bodhrán, nicht nur deswegen, weil es immer so unterhaltsam mit Jon Ormston und Eimear McGeown ist, sondern weil der Ersatz für die Bodhrán breiig klang. Ich weiß nicht, ob der Part auf einer Trommel des Schlagzeugs gespielt wurde; jedenfalls schien mir der Klang aus dessen Richtung irgendwo hinter der Bühne zu kommen, und das war in der Akustik dieser Kathedrale keine gute Idee. Damit mangelte es an der klanglichen Präzision, die das Lied sonst zum Grooven bringt.
Nun hatte Sam auch einmal ein Hauptsolo, und ich würde mich freuen, wenn er mehr davon bekäme. Nach dem stilistisch ähnlichen Gaudete und jetzt Exsultate wäre ich jetzt mal neugierig auf ein Sam-Solo in lyrischem Stil.

Während der heutigen Zugabe Smile wurde in den Reihen des Chores passenderweise viel gelächelt, animiert natürlich von Robert auf dessen gewöhnlich-ungewöhnliche Weise mit dem Taktstock quer unter der Nase oder zwischen den Zähnen (das konnte ich nicht genau sehen). Tadhg brauchte das nicht, weil er etwas ganz Eigenes mit einem anderen Jungen zu lachen hatte, er konnte einfach nicht mehr damit aufhören, und ich musste an meinem Platz mitlachen. Victor sang dieses Lied - "sein" Lied -, wie wir es von ihm kennen. Alex G. verstärkte, eine Oktave tiefer, sehr berührend Victors Melodie. Aus seiner früheren Stimme habe ich mir nicht viel gemacht, aber die jetzige tiefe Stimme höre ich gern.


Ein paar Bemerkungen zu den Jungs:

Ich werde mal genauer auf Calam achten. Bisher habe ich ihn nicht so wahrgenommen, aber an irgendeinem Punkt später im Konzert zog er plötzlich meine Aufmerksamkeit auf sich, und dann kam ich nicht mehr weg. Seine Augen funkelten vor Energie auf eine unbeschreibliche Weise! Damit hob er sich richtiggehend vom Chor ab. Faszinierend.

Libera verfügt nicht nur über exzellente Sänger, sondern auch über ausgesprochen fähige Sprecher. Einer der besten ist meiner Ansicht nach Joe. Zunächst gefällt mir seine Stimme: Sie ist klar und hat einen bestimmten charakteristischen Klang, so ein bisschen durch die Nase, den ich sehr mag, und sie ist kräftig. Seine Sprachmelodie ist superangenehm, und er betont sehr gut. Jedesmal höre ich seinen Ansprachen zu, als wären sie Musik. :) Außerdem hat er ein einzigartig zufriedenes Aussehen während des Konzerts! Dabei strahlt er nicht wie Victor oder Neo, sondern wirkt in aller Ruhe vollkommen im Einklang mit seinem Libera-Leben. Erstaunlich, dass diese Jungs in der Lage sind, beruhigend auf mich zu wirken, durch die Lieder, ihre Interpretation und auch ihre Persönlichkeit, soweit sich diese auf der Bühne offenbart.

Apropos Reden: Jedesmal freue ich mich auf Tadhgs Vorstellung von "the real Moose!" oder diesmal "The.Real.Moose!" :lol: Er schleudert diese Worte geradezu ins Publikum!
Und Victor heimste an diesem Abend den Preis dafür ein, mich am meisten - und immer noch bei der Erinnerung - zum Lachen zu bringen, und zwar für seine unnachahmliche Art, Liberas 'Reiseziel' Bournemouth zu präsentieren! Hochmotiviert listete er Fernziele von Libera auf, ließ dann eine dramatische Pause folgen ... und setzte, in deutlich gedämpfterer Stimmung, fort: "... and Bournemouth". Das klang derart gelangweilt, dass mir unwillkürlich "Boringmouth" in den Sinn kam. Es war bester comedy style. :mrgreen: Danke, Victor!

Wie erwähnt saß ich auf der rechten und gleichzeitig richtigen Seite, denn hier tat sich nicht nur das Meiste im Chor, sondern auch die Mini-Boys hatten hier ihren Platz vor der Bühne, wenn sie dran waren. Sie singen in ihrem Debütkonzert ja nur einige Lieder mit. :D

An Bord waren sieben Mini-Boys, wobei einer von ihnen, Hal, erst ganze sechs Jahre alt ist! So klein, um in einem so anspruchsvollen Chor mitzusingen. Aber ich halte das frühe Rekrutieren von Nachwuchs auch für ratsam, weil der Stimmwechsel sich zunehmend nach vorn verlagert. Es muss ja auch noch Zeit sein zu lernen und die Singstimme zu entwickeln, bevor es dann auch schon wieder vorbei ist.
Das älteste Libera-Mitglied der heutigen Konzertbesetzung war 13, wie wir einer der Reden entnehmen konnten. Hal ging voll in seinen musikalischen Pflichten auf! Überaus konzentriert und ernst, aber mit dem breitesten Lächeln, als er auf die Bühne gerufen wurde, um einen Extra-Applaus dafür einzuheimsen, dass er der Jüngste war. Ansonsten war er ein engagierter Sänger, offensichtlich ohne sich über den Text oder möglicherweise auch die Melodie ganz im Klaren zu sein, da die entsprechenden Mundbewegungen immer wieder einen Hauch zu spät kamen. ;) Das war schnuckelig, das und noch mehr - z. B. nahm ihn das Konzert so sehr in Anspruch, dass er einmal, als sie schon für ihr nächstes Lied vorn aufgestellt waren, zusammen mit dem Publikum immer noch für das vorhergehende Lied klatschte, als die anderen Mini-Boys längst damit aufgehört hatten. :)

Ein anderer Junge, dessen Name mir derzeit noch nicht bekannt ist, sah Jack so ähnlich, dass ich mich den ganzen Abend über fragte, ob sie Brüder sind. Dieses Kind wollte sehr gerne das ganze Konzert singen und nicht nur so eine abgespeckte Mini-Boy-Version. Und warum um alles in der Welt sollte er auch, wo er doch alle Texte wusste?! :o :mrgreen: Ich sah ihn singen, während er auf der Bank mit den anderen Mini-Boys pausierte; ich sah ihn singen, wenn es ein Lied für alle war, er aber eigentlich grade nicht dran war, und einmal erwischte ich ihn, wie er den Solisten unterstützte! :lol: Zu meinem Erstaunen wurde das von den anderen Mini-Boys ignoriert. Erst in einem der letzten Lieder hatte sein Nachbar zur Linken genug und stupste ihn genervt, woraufhin der singende Junge sofort schwieg, aber sehr missgelaunt guckte. So süß, all das! Und ich hatte den Impuls, ihn zu trösten: Bald, nur noch ein paar Monate, dann darfst du alles mitsingen, und vielleicht freut sich ja irgendwann auch ein Solopart auf dich. :)

Die Mini-Boys wurden, wie es aussah, von Barbara angeleitet, die mit auf ihrer Bank saß, d. h. sie bedeutete ihnen, zu welcher Zeit sie kommen oder gehen und wo entlang sie in die Konzertpause gehen mussten. Zumindest bin ich mir nicht bewusst, dass Robert den Kindern Zeichen gab. Nach dem Singen setzten die Mini-Boys sich jeweils, in zwei Gruppen aufgeteilt, beidseitig in die erste Bank.
Da ich sie diesmal aus nächster Nähe beobachten konnte, habe ich einen großen Teil des Abends auch dafür genutzt. Es hat mich sehr angerührt, wie aufmerksam sie ihren großen Kollegen auf der Bühne zuhörten. Sie verhielten sich absolut diszipliniert und schienen aktiv zuzuhören und nicht lediglich auf ihren nächsten Auftritt zu warten. Bestimmt werden sie gut in den Chor passen.

Jetzt habe ich so viel über Solisten, Sprecher und Mini-Boys geschrieben, aber wer eigentlich das größte Lob verdient, ist der Chor als Ganzes! Wieder war ich so beeindruckt von Liberas klarem, strahlendem Klang und ihrer 100-prozentigen Intonationssicherheit. Ich kann das nie genug bewundern! Auch ihre Interaktion als Gruppe zu beobachten - und ein Chor, der auf der Bühne ständig in Bewegung ist, muss viel interagieren - macht jedesmal Spaß.

Während des Konzerts ertappte ich mich immer wieder beim Lächeln. Diejenigen, die dieses Konzert nicht erlebt haben, Libera aber in den USA oder Japan sehen werden, können sich auf so viel freuen! Viele neue, sehr gute Solostimmen, Rollenwechsel, ein breitgefächertes Programm, Libera in Bestform. Die größtmögliche Vorfreude ist grade das richtige Maß! :)

Ich gehe oft ins Konzert, und nach den meisten bin ich sehr guter Stimmung, oft auch motiviert. Aber eins hat nur Libera allein: Ich verlasse jedes Konzert stärker als vorher. Danke, Libera mit Robert, für das, was ihr mit eurer Musik in mir bewirkt! :D


Und jetzt nach der langen Lektüre noch etwas Entspannung:

  • An einem der Tage besuchte ich die Kathedrale in Chichester. Dort steht ein Sarkophag mit Skulpturen eines Paares. Nach dem Lesen der dazugehörigen Erläuterungen, u. a. dass es sich bei dem Mann um einen Ritter ("Knight") handelte, hatte ich für den Rest des Tages When A Knight Won His Spurs im Kopf. :mrgreen:

  • Als ich wieder zu Hause war, erlebte ich noch eine weitere Überraschung: Im Konzertprogramm ist der Text von Exsultate nicht vollständig. :shock: Es fehlen die Zeilen "Exsultate ...", "Jubilate ...". Ist mir nie aufgefallen, dass das zumindest in Ely 2017 auch schon der Fall war. :P

  • Ich hatte ein signiertes Programm gekauft, wo ein gewisser "COB" gleich zweimal unterschrieben hatte! Ein anderer Fan freute sich für mich und betonte: "So you got one of them for free!" Wie privilegiert sich das anfühlte! :lol:

Aber im Ernst: Ich bin privilegiert: Ich habe Libera gefunden.

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Und noch einige Fotos (leider sind sie beim Verkleinern unscharf geworden, ich verstehe es nicht).

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"A silent harmony, the sound of hope, a moment echoes through eternity"
(Ave Verum)
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Re: Sommerkonzert am 22. Juni 2019 in Arundel

Beitragvon Filiarheni » Sonntag 4. August 2019, 11:36

Und hier endlich auch noch die Set List und die anwesenden Mitglieder:

  1. Veni Creator Spiritus (Nonett)
  2. Orinoco Flow
  3. Sanctus (Sam)
  4. Angele Dei (Dominik)
  5. The Prayer (Daniel)
  6. Salve Regina (Tadhg)
  7. From A Distance (Victor)
  8. Stay With Me (Oliver M, Vokalisen: Sam)
  9. Angel (Daniel)
  10. Voca Me (Vokalisen: Sam)
  11. Joyful Joyful
  12. How Shall I Sing That Majesty (Dominik)
  13. Wonderful World (Victor)
  14. In Paradisum (Oliver WR, Duett mit Sam)
  15. How Great Thou Art (Mathias)
  16. Always With You (Oliver M, Vokalisen: Luca)
  17. Amazing Grace (Cassius)
  18. Libera (Neo, Tadhg)
  19. Poor Little Jesus (Luca)
  20. Exsultate (Sam, Oliver WR)
    Zugabe: Smile (Victor, Alex)


Line-Up:

  1. Hal Avery (Miniboy)
  2. Ethan Barron
  3. Leo Barron
  4. Nathaniel Bates Fisher
  5. Luke Batteson Dalpiaz
  6. Cameron Birmingham (Miniboy)
  7. Luca Brugnoli
  8. Dominik Clarke
  9. Cassius Collard
  10. Samuel-Francis Collins
  11. Joseph Cranitch
  12. Laurence Davey
  13. Frederick Day (Miniboy)
  14. Tadhg Fitzgerald
  15. John Gardner
  16. Alexandra Gula
  17. Felipe Jackson
  18. Ludwik Kowalcyk (Miniboy)
  19. Alexandre Menuet
  20. Mathias Montoro
  21. Frederick Mushrafi
  22. Oliver Mycka
  23. Neo Parson
  24. Lewis Quinn (Miniboy)
  25. Koji Shinokubo
  26. Taichi Shinokubo
  27. Nathan Slater (Miniboy)
  28. Jack Spicha
  29. Laurence Taylor
  30. Nicholas Taylor
  31. Rocco Tesei
  32. Romeo Tesei
  33. Calam Tamana
  34. Oliver Watt-Rodriguez
  35. Victor Wiggin
  36. Daniel White
  37. Morgan Wiltshire(Miniboy)
"A silent harmony, the sound of hope, a moment echoes through eternity"
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Re: Sommerkonzert am 22. Juni 2019 in Arundel

Beitragvon mawi » Mittwoch 14. August 2019, 21:06

Fünf Jahre ist es nun her, seit LIBERA das letzte Konzert in Arundel gegeben hat. Drei Mal war ich nun selber schon in Arundel, aber es war erst mein zweiter Konzerbesuch in der Kathedrale und es war das erste Mal, dass ich Arundel tatsächlich näher kennenlernen konnte, immerhin hatte ich vier Übernachtungen gebucht.

Jetzt ist es nicht so, dass man vier Tage benötigt, um sich Arundel anschauen zu können. Im Prinzip hat man nach einer Stunde bereits das Gefühl alles gesehen zu haben. Aber es gibt viele Orte zum Verweilen, Lokalitäten zum Ausprobieren und die Umgebung zu erkunden, wovon es reichlich gibt.

Und bevor ich wieder mit nebensächlichen Dingen beginne verlege ich meinen Bericht doch gleich in die Kathedrale von Arundel, genauer gesagt die „Cathedral Church of Our Lady and St Philip Howard“, die ihren für den zwei Tage vorher gelegenen Fronleichnamstag angelegten Schmuck wieder sicher verstaut hatte. Damit meine ich in erster Linie den Blütenteppich im Mittelgang, die Blumegestecke im Altarbereich waren noch vorhanden. Eine Bühne versperrte nun aber den direkten Weg dorthin. Die Musiker hatten Randplätze neben der Bühne zugewiesenen bekommen und die reservierten Plätze in der allerersten Reihe wurde tatsächlich von den Miniboys belegt. Niemand anders hätte auch durch die schmale Lücke durchgepasst.

Die letzten Minuten vor dem Konzert waren irgenwie recht unruhig und so brauchte ich einen kurzen Moment der Besinnung, um tatäschlich bereit zu sein. Licht ausmachen ging auch nicht am längsten Tag des Jahres – noch dazu bei vollem Sonnenschein – und so traten die ersten Sänger gut erleuchtet im hintersten Bereich der Kathedrale in Erscheinung. Eine Gruppe von sechs, sieben oder acht Sängern begann a-cappella Veni Creator Spiritus zu singen, anfangs sehr leise, aber sich auch langsam steigernd. In der zweiten Hälfte des Liedes bemerkte ich, wie Tadhg seitlich stand und einen Teil der Sänger dirigierte. Wer noch alles dort stand? Keine Ahnung, ich hatte noch nicht einmal Dominik als Solisten ausmachen können.

Zu Orinoco Flow fanden sich dann alle Sänger auf der Bühne ein. Nein, nicht ganz, die sieben Miniboys bauten sich gemeinsam rechts vor der Bühne auf und standen daher nur knapp zwei Meter vor dem Publikum. Leider kam die gewohnte Intensität des Liedes nicht rüber, zu leise, zu schwach waren die Stimmen. Dies kann daran gelegen haben, dass vorne zwar Lautsprecher standen, diese aber nicht für die Stimmen gedacht waren. So hörten wir, ähnlich wie in Moskau, die Stimmen mehr von der Bühne, aber mit der Akustik der Kirche. Dazu kam, dass Robert einige Details aus der von dem Album "New Dawn" gewohnten Version geändert hat und mich das Lied nun an eine der Ursprungsversionen aus der Angel Voices-Zeit und an die Celtic Women erinnerte. Auch beim folgenden Sanctus, die hohen Noten übrigens von Samuel-Francis Collins gesungen, war trotz der Nähe zur Bühne eine ziemliche Distanz zur Musik zu spüren. Ging mir jedenfalls so.

In der folgenden Rede wurde deutlich, wie die Zeit vergangen ist. Joe und Koji stellten Libera vor und merkten an, dass die beiden Ältesten im Chor, Alex Gula und Rocco Tesei, bei ihrem letzten Besuch 2014 bei beiden jüngsten Sänger waren. Der allerjüngste am heutigen Abend, aber wohl auch in der Geschichte von Libera, war Hal Avery mit gerade einmal sechs Jahren.

Wenn ich jetzte schreiben würde, dass sich die akustische Wahrnehmung beim dritten Song besserte, dann wäre das eine wahnsinnige Untertreibung. Es war ein Wechsel in andere Gefilde. Angele Dei erklang vom ersten Ton an in einer Dreidimensionalität, die ich so und mit dieser Wirkung nicht erwartet hatte und die ich bis zum Ende genoss. Traumhaft gesungen von Dominik Clarke als Solisten, aber natürlich auch von sämtlichen Sängern, die zu dieser atemberaubenden Stimmung beitrugen. :D Das schafft meine Stereoanlage noch nicht. :(

Wenn sich der Chor hinkniet, dann ist The Prayer nicht weit. Und mit ihm Daniel White. Vergleiche mit vorangegangenen Sängern sind immer ein wenig unpassend, aber es schien mir wiedereinmal so, dass ich ein wenig von Isaacs Stimme in Daniel wiederentdeckte. Die Unterschiede würde ich so beschreiben: bei Isaac war Gefühl, bei Daniel ein Hang zur Perfektion. Überzeugend gesungen, auf jeden Fall und wieder auch mit Gänsehauteffekt, als bei Minute 3:00 (CD) nach dem gesungenen Instrumentalteil der gesamte Chor einstimmte.

Salve Regina, mit Tadhg als Solisten, erklang leicht klagend und erinnerte mich ein wenig an Stabat Mater. Das könnte Tadhg derzeit sicher auch sehr gut singen. Ich muss zugeben, ich mag seine Stimme und Art, wie er vor dem Publikum steht.

Alexandre Menuet und Victor Wiggin erzählten nun über ihre vielen und weiten Reisen und Victor konnte es nicht lassen auch Bournemouth wieder zu erwähnen. Ich hatte es leider noch nicht bis dorthin geschafft. Muss ein sagenhaft schöner Ort sein. ;)

Und Victor war auch gleich als nächster dran, mit From a Distance, was ja so wunderbar zur vorangegangenen Rede passte. Und natürlich passte auch Victors Gesang, der wie das gesamte Lied sehr harmonisch war.

Keine Überraschung, Stay with Me wurde von Oliver Mycka gesungen. Die Vokalisen steuerte Samuel-Francis Collins bei, der überhaupt an diesem Abend reichlich zu tun hatte. Aber schließlich hatte er ja auch Leo's Aufgabe übernommen.

Wieder musste ich an Isaac denken (das kann so nicht weitergehen), als Daniel den Song Angel sang. Wieder klang seine Stimme recht ähnlich und wieder fehlte irgendetwas. Mir liegt das Wort Hingabe auf der Zunge, aber es mag auch nicht wirklich treffend sein. Ich möchte aber auch anmerken, dass Daniel deutlich jünger ist, als Isaac zum Zeitpunkt der Aufnahme.

Voce Me, ein Song, vollgefüllt mit Klängen und Stimmen und inzwischen habe ich mich sogar an die neue Variante des Songs gewöhnt. Eine ungewohnt ruhige Passage tauchte plötzlich in dem Lied auf und ich dachte schon an eine weitere kleine Abwandlung, als Sam mit den Vokalisen einstimmte. Aus unbekannten Gründen (die können vielfältig sein) hatte er den ersten Teil ausgelassen und stimmte aber genau zum richtigen Zeitpunkt mit dem richtigen Teil der Melodie wieder ein. Die meisten Besucher dürften davon gar nichts mitbekkommen haben.

Koji und Daniel bereiteten das Publikum auf die bevorstehende Pause vor und erzählten über den Song Angel, der ihnen in Japan freien Eintritt in den größten Vergnügungspark der Welt beschert. Auch eine Art der Bezahlung.

Die erste Hälfte endete mit Joyful Joyful, wunderbar dynamisch und intensiv mit einem ekstatischen Ende. Perfekt.

Dominik eröffnete die zweite Konzerthälfte, wobei er zu Beginn von How shall I sing that Majesty alleine auf der Bühne stand. Doch sehr schnell gesellten sich auch die anderen Sänger dazu (wurden ja schließlich auch benötigt), so dass sich daraus kein besonderer Effekt ergaben hat. Bei einem längeren Intro wäre es sicher anders gewesen.

Cassius und Tadhg stellten nun das weitestgereiste Moose der Welt vor, noch dazu eines mit Twitteraccount. Die Art und Weise wie Tadhg die Einmaligkeit von Moose dem Publikum erklärt ist auch einmalig. Die Bühne gehörte Tadhg.

Dass Victor Wonderful World toll gesungen hat, wer zweifelt daran? Es war aber auch so gut, dass selbst einer der Miniboys vor mir zu klatschen begann. :lol:

In Paradisum, Roccos Lied, und obwohl Rocco nicht sang hörte ich ihn. Oliver Watt-Rodriguez hat stimmlich eine erstaunliche Ähnlichkeit und er schaffte es zusätzlich in bestimmten Passagen Töne und Silben besser aufzulösen. Es ist schön, dass ein solch schönes Lied durch einen neuen Solisten mit gleicher Wirkung weiterleben kann. Sam gab hierbei noch die zweite Stimme dazu.

Mathias Montoro
stimmte How Great Thou Art an, wie üblich als unscheinbar und verhaltenes Lied beginnend und als sehr intensives Lied endend.

Joe erklärtem dem Publikum, dass Kinder verschiedenster Nationalitäten dem Chor angehören (oder zumindest die Eltern anderer Natinalität sind) uns als Besipiele standen Oliver Mycka, Alexandre Menuet, Victor Wiggin, Oliver Watt-Rodriguez, Tadhg Fitzgerald, Koji Shinokubo und Mathias Montoro parat. Und sicher hätte man auch noch ein paar weitere daneben stellen können. (Rocco, Romeo, Jack, Dominik, Luca, Ludwick, Alex G., Neo, Taichi,...)

Nun hätte ich fast gesagt, dass der nächste Song im Programm live noch nie gesungen wurde, aber das stimmt nicht. Always with You war bereits 2015 zu hören, nun aber erneut. Für Oliver Mycka nun sein zweites Solo, mit weicher, zarter Stimme souverän vorgetragen. Irgend jemand hielt sich im Hintergrund auf und sang die Vokalisen und das in excellenter Form. Bei seiner Rückkehr in die Formation konnte ich zwar das Gesicht ausmachen, kannt aber den Namen nicht dazu. Laut anderer Quellen ist dies Luca Brugnoli, der noch vor Kurzem sein erstes Konzert gesungen hat. Gerade bei diesem Lied sind die Vokalisen besonders wichtig, da sie einen elementaren Teil der Melodie ausmachen. Und wir sollten noch mehr von Luca hören.

Jetzt aber war erst einmal Cassius dran, mit Amazing Grace. Ich erinnere mich nur zu gut an das Konzert in St. George's 2016, als Cassius sein erstes Konzert als Miniboy mitgemacht hat und dabei bei seinen Einsätzen drei Meter vor meinen Augen stand. Schon damals war zu sehen, dass Cassius sich auf das Singen konzentrierte, die Augen über das Publikum hinweggerichtet und auch seine Stimme war zu hören. Diesmal war sie noch deutlicher zu hören, logisch. Cassius meisterte sein erste Solo mit Bravour und ganz sicher wird sein Lied in Amerika einen ganz besonderen Stellenwert haben. (gehabt haben, so langsam bin ich geworden!) :oops:

Tadhg
und Neo waren die Solisten für Libera (das Lied) und nach seinem Ausklingen kam, wer kommen musste. John. Ich habe ja nichts gegen ihn, aber er verkörpert seit einger Zeit das nahende Ende der Konzerte, sozusagen ein Rausschmeißer. Und so war es dann auch. Auf höfliche Art bedankte er sich beim Publikum für das Erscheinen und auf bestimmte Art machte er klar, noch zwei Lieder, dann ist Schluss.

Seit einiger Zeit ist das vorletzte Lied immer ein besonders ruhiges und so auch diesmal. Poor Little Jesus war aber gleichzeitig auch ein neues Lied im Programm (vom St. Philips Choir wird es aber schon regelmäßig gesungen) und obendrauf gab es auch noch einen neuen Solisten. Luca Brugnoli, eben noch mit Vokalisen beschäftigt, durfte sich bei diesem sanften und tragenden Lied bewähren. A-Capella, auch wenn ein Cello später noch eine ganz feine Untermalung lieferte.

Für den Abschluss war wieder ein dynamisches Lied mit einem extatischem Ende vorgesehen. Exultate (oder Exsultate) höre ich als Abschluss der ersten Hälfte wesentlich lieber, aber natürlich ist es auch am Ende des Konzertes ein passendes und wunderschönes Lied. So konnten sich die Kids noch einmal richtig auspowern um danach ordentlich Beifall einzuheimsen. Natürlich sah man viele glückliche Gesichter … und auch die Sänger strahlten um die Wette. Samuel-Francis Collins und Oliver Watt-Rodriguez hatten bei Exsulate die Soloparts zu meistern, während Eimear McGeown mit der Flöte auf der Bühne Präsenz zeigte. Aber es fehlte, es fehlte, es fehlte, ja es fehlte die Bodhran. Irgendwie habe ich Jonathan Ormston als Gegenspieler zu Eimear schon ein wenig vermisst.

Wie schon gesagt, es gab natürlich reichlich Beifall mit Standing Ovations und Victor bemühte sich grinsend den Beifall gerecht auf Sänger, Musiker und musikalischen Leiter zu verteilen. Sollte ja jeder etwas abbekommen.

Und da Victor gerade am grinsen war, da passte Smile als Zugabe doch wunderbar dazu. Auch wenn es nicht wirklich als fröhliches Lied zu verstehen ist. Victor sang wieder einmal hervorragend, die zweite und etwas tiefere Stimme kam von Alex Gula. So klang das Konzert mit leichten und nachdenklichen Klängen aus und unter dem Beifall des Publikums verließen die Sänger winkend, glücklich und sehr wahrscheinlich auch müde die Bühne.

Anscheinend hatten aber nicht alle gleich nach dem Konzert den Ort verlassen, denn am nächsten Morgen sah man an manchen Stellen vertraute Gesichter (Bahnhof, Frühstücksraum...) Den freien Tag haben machen Familie sicher dazu genutzt gemeinsame Zeit zu verbringen. Ich kann mir vorstellen, dass manche Kinder gar nicht so häufig zu Hause bzw. bei ihren Eltern sind. Wo sie ja nun gerade schon wieder in Amerika waren und Japan steht quasi schon vor der Haustür.

Über Arundel und Umgebung gibt es im Anschluss noch einen kleinen Reisebericht, sonst dauert es noch ein halbes Jahr mit dem Bericht. Inzwischen hat Libera schon wieder fünf Konzerte gesungen und morgen besuche ich mein nächstes (nein, es ist etwas völlig anderes). 8-)
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Re: Sommerkonzert am 22. Juni 2019 in Arundel

Beitragvon mawi » Sonntag 18. August 2019, 20:12

Filiarheni hat geschrieben:Und dabei passierte etwas, worüber ich echt gerührt war: Mehrere Autofahrer stoppten ihr Auto mitten auf dem belebten Causeway, um mich ungestört fotografieren zu lassen. Das kenne ich nicht.


Das ist das besondere an dem Land. Man nimmt gegenseitig Rücksicht und achtet auch auf andere. Mir ist es auch häufig passiert, dass Passanten stehen geblieben sind, obwohl ich eigentlich schon damit gerechnet hatte, dass sie durchlaufen. Passiert in Deutschland nicht. Hast Du eigentlich beim Fotografieren auf der Straße gestanden?


Filiarheni hat geschrieben:So begann mein Aufenthalt in Arundel gut und verbesserte sich direkt noch einmal. Denn in der ersten Nacht fand endlich mein regulärer Albtraum statt


Gut, dass Alles so seinen geregelten Platz hat. ;)


Filiarheni hat geschrieben:Mit dem Teaser-Tweet vom 30. Mai, "Some surprises to be performed....", hatte Libera natürlich Spekulationen darüber ausgelöst, welcher Natur diese Überraschungen denn sein würden. Übertrieben hatten sie jedenfalls nicht!


hmm, ich warte immmer noch auf die Überraschungen. :shock: Dass mal wieder „ältere“ Lieder ins Programm kommen und auch ein neues dabei ist, neue Solisten eingesetzt werden und die Minis mit dabei sind, dass gehört ja irgendwie dazu.


Filiarheni hat geschrieben:Das lag in zweifacher Hinsicht am Klang. Nummer 1 könnte mein persönliches Problem gewesen sein: Der Chorklang erreichte mich in sehr unausgewogener Weise. Ich konnte die individuellen Stimmgruppen deutlich voneinander unterscheiden, was normalerweise natürlich gerade schön und auch interessant ist. In Moskau war der Klang brillant, weil er so transparent war. Aber hier war er schlicht zu heterogen in Dynamik und Farben der verschiedenen Stimmgruppen. So spürte ich manchmal das Bedürfnis, diese Teile zu nehmen, einander anzugleichen und wieder zusammenzufügen. Möglicherweise lag das an meinem Platz in der zweiten Reihe, vor allem weil der Abstand zum Chor diesmal sehr gering war. Dies wiederum bot mir einen kaum zu übertreffenden Blick auf den Gesichtsausdruck der Jungen, wovon ich natürlich begeistert war. Und trotz des überdifferenzierten Klangs habe ich es sehr genossen, einige von ihnen sehr deutlich mit ihren natürlichen Stimmen heraushören zu können. Das liebe ich!

Der zweite Punkt war die heute seltsam zurückhaltende Dynamik des - ansonsten in jeder Hinsicht exzellenten - Chores. Das kannte ich von ihnen so noch nicht. Stellen, an denen der Libera-Klang normalerweise richtig aufblüht, schienen sich diesmal nicht voll zu entwickeln; anderen fehlte die gewohnte Kraft.


Ich finde es interessant, dass diese Empfindungen nicht einseitiger Natur waren. Ab Angele Dei war es bei mir allerdings weg, oder ich habe nicht mehr darauf geachtet, aber am Anfang wusste ich nicht so recht, ob Libera überhaupt schon auf der Bühne war.


Filiarheni hat geschrieben:Ein Nonett versammelte sich weit hinter dem Altar und sang Veni Creator Spiritus, das im Programm nicht gelistet war. Wie ich später hörte, waren manche Zuhörer mit diesem Start ins Konzert nicht glücklich; die Jungen waren ihnen zu weit weg und zu leise.


Ein wenig leise war es und ich kann natürlich nicht wissen, wie es weiter hinten angekommen ist. Aber gerade durch den leisen Beginn wurde ich aufmerksam und konzentrierte mich noch mehr auf den Gesang. Ein solches Stück, mit einer gewissen Mystik versehen und a-capella gesungen, finde ich als Intro zum Konzert eigentlich sehr geeignet.

Filiarheni hat geschrieben:Angele Dei so schnell wieder aus dem Programm zu werfen - darüber war ich ja seit Ely 2018 fassungslos. Aber Robert hat wohl gemerkt, dass er nicht alles mit uns machen kann, und so war es jetzt wieder drin. Lustigerweise hatte ich ab und zu schon mal überlegt, dass ich mir Dominik bei diesem Lied gut als Solisten vorstellen kann, weil etwas Geheimnisvolles in seiner Stimme liegt, was wiederum zu dem mystischen Angele Dei passt. Und .... hier stand Dominik und sang es tatsächlich!
Anfangs schien er mir leicht nervös, aber sein Klang entwickelte sich während des Liedes wirklich gut. Besonderes Lob verdiente er für die Phrasen, bei denen eine sehr gute Technik erforderlich ist, um die einzelnen Töne nahtlos miteinander zu verbinden. Das gelang ihm sehr eindrucksvoll. Ja, das sind kleine, aber bedeutende musikalische Momente für mich, und wenn sie so gut gesungen werden wie heute von Dominik, hallt das noch lange nach einem Konzert in mir nach.


Bei Angele Dei muss ich an das Chirstmas-Concert 2016 denken, als das Lied erstmals gesungen wurde und Alex Montoro einen seiner seltenen Soloeinsätze hatte (was echten Gesang betrifft). Er stand damals tatsächlich wie ein Engel vor dem Publikum, wie ein Engel, der eine Botschaft überbringt. Leider gab es dieses Bild sehr selten zu sehen. Dominiks gesangliche Fähigkeiten sind hervorragend und für mich war Angele Dei an dem Abend das beeindruckendste Stück.

Frage: was sind in der Musik „Phrasen“ :?:



Filiarheni hat geschrieben:Über die Beleuchtung an dem Abend kann ich so gut wie nichts berichten, weil ich sie unbewusst "mitnahm".


Es gab einen großen Spotscheinwerfer, der von außen in die Kathedrale strahlte. Das große runde Fenster über der Orgel sorgte für Lichteffekte. Gut, dass das Konzert nicht in Guildford stattgefunden hat.

Ich habe tatsächlich von der typischen Liberabeleuchtung nichts mitbekommen, sicher ein Nachteil der kurzen Distanz zu Bühne und der Terminierung im Sommer.


Filiarheni hat geschrieben:Es war das erste Lied nach der Pause. Dominik ging allein auf die Bühne und sang den Anfang, und während der ersten Takte folgte der Chor. Kam das so schon einmal vor? Jedenfalls


So, oder so ähnlich, kam es schon vor. z.B. in Moskau 2015. Damals hatte Sam Wiggin sozusagen eine Einleitung gesungen, es war noch nicht der Beginn des Liedes. Ich fand es diesmal allerdings nicht so passend, da der Chor mit sehr kurzem zeitlichem Abstand dazu kam.


Filiarheni hat geschrieben:In Paradisum sang er wunderschön. Und ich konnte etwas Interessantes beobachten. Den Verdacht hatte ich bereits früher: Die beiden Töne, mit denen Rocco sich schwer getan hatte, fielen auch Oliver nicht leicht, und m. E. liegt das an den Wörtern "angeli" und "suscipiat", die an dieser Stelle zu singen sind. Das "i" ist in dem Register schwierig, und das "n" schließt möglicherweise die Stimme, anstatt sie zu öffnen. Ich bin jetzt überzeugt davon, dass es nicht die Höhe an sich ist, da weder Rocco noch Oliver irgendein Problem hatte, den noch höheren Ton im Refrain zu erreichen. Im Gegenteil, beide haben ihn hervorragend gesungen. Es liegt bestimmt nicht an den eigenen stimmlichen Fähigkeiten, sondern an der Gesangstechnik.


Sehr schön, dass diese Stelle von jemandem mit Praxiswissen durchleuchtet wird. Die zweite Textzeile irritierte mich schon von Beginn an, wobei ich den etwas seltsamen Klang des Wortes „Angeli“ auf die eigenartige Melodieführung in Kombination mit dem bereits recht hohen Beginn der Textzeile geführt habe. Bei der zweiten Strophe ist es mir bei „suscipiat“ gar nicht so aufgefallen. Die Melodie ist ja bereits im Original so.

Lustigerweise habe ich gerade an völlig anderer Stelle eine Aussage zu einer solchen Problematik gehört. Dazu muss ich etwas ausholen. Meine Mutter ist ausgesprochener Fan von Karel Gott und vor einigen Wochen gab es zu seinem 80. Geburtstag ein paar Sendungen auf mdr. Ich hatte etwas davon aufgenommen und mir eine Dokumentation angesehen. An einer Stelle beschrieb Karel, wie er Probleme hatte bestimmt Worte zu singen, z.B. Weg oder gehn, da sich hier der Hals schloss. Er fragte schließlich Rene Collo, der dann antwortete: „ganz einfach, ich singe „gaaaan“. Sein Kommentar: „Opernsänger halt“. Bis dahin hatte ich gar nicht damit gerechnet, dass es Probleme gibt in bestimmten Situationen bestimmte Worte zu singen.


Filiarheni hat geschrieben:In meinen frühen Libera-Zeiten war die Traurigkeit mancher Fans, wenn ein Sänger sich langsam aus seiner Solistentätigkeit verabschiedet, seltsam für mich.


Die Zeiten scheinen sich zu ändern...


Filiarheni hat geschrieben:Und jedesmal vergesse ich, dass bei How Great Thou Art nur die erste Strophe solistisch besetzt ist. Nach der ersten Strophe freue ich mich auf die zweite - um dann zu merken, dass es das an Solo ja bereits war. Beim nächsten Mal muss ich noch bewusster genießen.


Das geht mir auch manchmal so. Es gibt ja auch nicht so viele Lieder, wo die Solisten alle Stropfen singen, wie z.B. Stay With Me. Beim neuen Sanctus ertappe ich mich immer wieder, wie ich auf den dritten Teil der neu vertexteten Melodie warte, nur um festzustellen, dass bereits der zweite Teil der Abschluss des Liedes ist. :oops:


Filiarheni hat geschrieben:Während der heutigen Zugabe Smile wurde in den Reihen des Chores passenderweise viel gelächelt, animiert natürlich von Robert auf dessen gewöhnlich-ungewöhnliche Weise mit dem Taktstock quer unter der Nase oder zwischen den Zähnen (das konnte ich nicht genau sehen). Tadhg brauchte das nicht, weil er etwas ganz Eigenes mit einem anderen Jungen zu lachen hatte, er konnte einfach nicht mehr damit aufhören, und ich musste an meinem Platz mitlachen. Victor sang dieses Lied - "sein" Lied -, wie wir es von ihm kennen. Alex G. verstärkte, eine Oktave tiefer, sehr berührend Victors Melodie. Aus seiner früheren Stimme habe ich mir nicht viel gemacht, aber die jetzige tiefe Stimme höre ich gern.


Zum Glück hatte Tadhg keine Solorolle in dem Lied. Ich konnte es leider nicht sehen, Tadhg stand wohl mehr auf deiner Seite. Früher standen ja auch die Solisten mitten unter den anderen und vielleicht hat man diese dann lieber nach vorne geholt, damit sie sich von anderen nicht ablenken lassen. So etwas passiert natürlich unbewusst, aber wenn es passiert, dann gibt es auch kein Halten mehr.

Filiarheni hat geschrieben:Ich hatte ein signiertes Programm gekauft, wo ein gewisser "COB" gleich zweimal unterschrieben hatte


vielleicht fehlt die Unterschrift dafür auf einem anderen Heft. Ich habe vorsichtshalber nachgeschaut :idea: , bei mir ist sie vorhanden. Sonst hätte ich das COB jetzt bei dir angefordert. Zu den Initialien könnte vom Ansatz her Cameron Birmingham passen. Witzig finde ich, dass fast alle für ihre Namen wenig Platz benötigen, nur Romeo beansprucht für fünf Buchstaben ¾ der Heftbreite. :lol:
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Re: Sommerkonzert am 22. Juni 2019 in Arundel

Beitragvon mawi » Montag 26. August 2019, 19:31

Als Ergänzung nun noch ein paar Bilder vom wichtigsten Tag der Reise:
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Re: Sommerkonzert am 22. Juni 2019 in Arundel

Beitragvon mawi » Montag 26. August 2019, 19:33

Teil 2
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Re: Sommerkonzert am 22. Juni 2019 in Arundel

Beitragvon Filiarheni » Sonntag 1. September 2019, 00:12

Danke für deinen Bericht, mawi!

mawi hat geschrieben:Eine Gruppe von sechs, sieben oder acht Sängern begann a-cappella Veni Creator Spiritus zu singen, anfangs sehr leise, aber sich auch langsam steigernd. In der zweiten Hälfte des Liedes bemerkte ich, wie Tadhg seitlich stand und einen Teil der Sänger dirigierte. Wer noch alles dort stand? Keine Ahnung, ich hatte noch nicht einmal Dominik als Solisten ausmachen können.

Diese neun waren es:
Daniel. Dominik. Mathias. Neo. Oliver x 2. Sam. Tadhg. Und Victor.

Ganz ruhig. Ich wusste auch nur die Anzahl. Bei den Namen habe ich geschummelt und einen Experten gefragt, der 4/5 der USA-Konzerte besucht hat. Der muss es wissen. :mrgreen:

mawi hat geschrieben:Vergleiche mit vorangegangenen Sängern sind immer ein wenig unpassend, aber es schien mir wiedereinmal so, dass ich ein wenig von Isaacs Stimme in Daniel wiederentdeckte. Die Unterschiede würde ich so beschreiben: bei Isaac war Gefühl, bei Daniel ein Hang zur Perfektion.


Mal sehen, wie es mit Daniel weitergeht, aber im Moment sollten wir noch den Altersunterschied und die Erfahrung einbeziehen, meine ich. Isaac war 11, als er 2014 mit The Prayer angefangen hat, und war da schon länger Solist.
(Quelle: http://libera-passion.exprimetoi.net/t8 ... aac-london)

Natürlich liegt es auch am Charakter, aber wenn man älter ist, ist man hoffentlich meistens auch reifer, und dann kommt auch mehr Gefühl in die Interpretation.

mawi hat geschrieben:Voca Me [...] Die meisten Besucher dürften davon gar nichts mitbekkommen haben.

Das haben sehr viele gesagt. :lol:

mawi hat geschrieben:Das ist das besondere an dem Land. Man nimmt gegenseitig Rücksicht und achtet auch auf andere. Mir ist es auch häufig passiert, dass Passanten stehen geblieben sind, obwohl ich eigentlich schon damit gerechnet hatte, dass sie durchlaufen. Passiert in Deutschland nicht. Hast Du eigentlich beim Fotografieren auf der Straße gestanden?

In Deutschland erlebe ich schon sehr häufig, dass Passanten Rücksicht auf Fotografierende nehmen. Aber das mit den Autos war Premiere. Ich hatte auf der einen Straßenseite gestanden und versucht, durch die Bäume auf der anderen Straßenseite hindurch die Kathedrale in der Ferne zu fotografieren. Zwischen den Bäumen und mir fuhren Autos oder eben auch nicht. ;)

mawi hat geschrieben:hmm, ich warte immmer noch auf die Überraschungen. :shock: Dass mal wieder „ältere“ Lieder ins Programm kommen und auch ein neues dabei ist, neue Solisten eingesetzt werden und die Minis mit dabei sind, dass gehört ja irgendwie dazu.

Vielleicht bin ich zu dienstjung und erlebe deswegen mehr als Überraschung als du. :lol: Was ist denn mit Luca? War das keine Überraschung für dich? So neu, so jung, so irre Vokalisen bei Always With You und dann noch ein Wortsolo in Poor Little Jesus.

mawi hat geschrieben:
Filiarheni hat geschrieben:Ein Nonett versammelte sich weit hinter dem Altar und sang Veni Creator Spiritus, das im Programm nicht gelistet war. Wie ich später hörte, waren manche Zuhörer mit diesem Start ins Konzert nicht glücklich; die Jungen waren ihnen zu weit weg und zu leise.


Ein wenig leise war es und ich kann natürlich nicht wissen, wie es weiter hinten angekommen ist. Aber gerade durch den leisen Beginn wurde ich aufmerksam und konzentrierte mich noch mehr auf den Gesang. Ein solches Stück, mit einer gewissen Mystik versehen und a-capella gesungen, finde ich als Intro zum Konzert eigentlich sehr geeignet.

Ich auch, das war so ein sanftes Hineingleiten in das Konzert. Was die betrifft, die anderer Meinung waren: Es hieß, dass manche gar nicht mitbekommen hätten, dass es bereits angefangen hatte, und sich weiter unterhalten hätten. Was ich dann allerdings einigermaßen unverschämt finde, denn da war ja schon Daniels technische Ankündigung vorbei, und so hätte im Publikum eigentlich Ruhe herrschen müssen.

Das war übrigens auch eine Überraschung, oder? Ein Nonett? :P

mawi hat geschrieben:Frage: was sind in der Musik „Phrasen“ :?:

Kleinere Teile, die in sich zusammengehören und als Einheit gesungen werden sollten. Ich habe das hier zugegebenermaßen nicht ganz korrekt benutzt, Motiv wäre richtig. Gemeint habe ich die Stellen "guardian", "commit me", "at my" z. B. in der ersten Strophe und dann eben alle noch folgenden dieser Art.

mawi hat geschrieben:Es gab einen großen Spotscheinwerfer, der von außen in die Kathedrale strahlte. Das große runde Fenster über der Orgel sorgte für Lichteffekte. Gut, dass das Konzert nicht in Guildford stattgefunden hat.

An diesen besonderen Scheinwerfer muss schwer dranzukommen sein, denn oft haben sie ihn nicht dabei. In Brighton war er wohl richtig zu teuer, desgleichen in Vallendar.

mawi hat geschrieben:Sehr schön, dass diese Stelle von jemandem mit Praxiswissen durchleuchtet wird. Die zweite Textzeile irritierte mich schon von Beginn an, wobei ich den etwas seltsamen Klang des Wortes „Angeli“ auf die eigenartige Melodieführung in Kombination mit dem bereits recht hohen Beginn der Textzeile geführt habe. Bei der zweiten Strophe ist es mir bei „suscipiat“ gar nicht so aufgefallen. Die Melodie ist ja bereits im Original so.

[...] An einer Stelle beschrieb Karel, wie er Probleme hatte bestimmt Worte zu singen, z.B. Weg oder gehn, da sich hier der Hals schloss. Er fragte schließlich Rene Collo, der dann antwortete: „ganz einfach, ich singe „gaaaan“. Sein Kommentar: „Opernsänger halt“. Bis dahin hatte ich gar nicht damit gerechnet, dass es Probleme gibt in bestimmten Situationen bestimmte Worte zu singen.

Jeder Vokal wird ja durch eine bestimmte Stellung im Mund und in der Kehle gebildet. Wenn du das nächste Mal singst, probier mal aus, alle Vokale auf einem Ton zu singen dann wirst du feststellen, dass sich in der Kehle etwas tut. Und das ist u. a. die Kunst beim Singen: die Kehle offenzuhalten. Bei i auf einem hohen Ton ist das sehr schwer. Deswegen ist es schon richtig, nicht genau i zu singen, so wie wir es sprechen würden, sondern eine andere Vokalstellung zu wählen, damit es rund klingt und nicht gepresst. In der Höhe ähneln sich die Vokale mehr was physikalische Gründe hat; da kann man sich dann also gut mit anderen Vokalen behelfen.
Bei langen Tönen sollte man bei ei/ai statt a-i übrigens immer lieber a-e singen. Das hört der Hörer trotzdem als ai, und es klingt einfach viel besser.

mawi hat geschrieben:
Filiarheni hat geschrieben:Ich hatte ein signiertes Programm gekauft, wo ein gewisser "COB" gleich zweimal unterschrieben hatte

vielleicht fehlt die Unterschrift dafür auf einem anderen Heft. Ich habe vorsichtshalber nachgeschaut :idea: , bei mir ist sie vorhanden. Sonst hätte ich das COB jetzt bei dir angefordert. Zu den Initialien könnte vom Ansatz her Cameron Birmingham passen. Witzig finde ich, dass fast alle für ihre Namen wenig Platz benötigen, nur Romeo beansprucht für fünf Buchstaben ¾ der Heftbreite. :lol:


:shock: Neulich wollte schon mal jemand mein zweites COB haben. Das funktioniert natürlich nur im Tausch. Kennst du eigentlich diese Galerie, eine etwas andere Variante der Signatur?

https://twitter.com/Libera_rule_ok/stat ... 0836114432


:) Vielen Dank auch für deine wunderschönen Fotos! :D
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Re: Sommerkonzert am 22. Juni 2019 in Arundel

Beitragvon Filiarheni » Sonntag 1. September 2019, 09:43

mawi hat geschrieben:[Es gab einen großen Spotscheinwerfer, der von außen in die Kathedrale strahlte. Das große runde Fenster über der Orgel sorgte für Lichteffekte. Gut, dass das Konzert nicht in Guildford stattgefunden hat.

Das hatte ich noch vergessen: Was war denn in Guildford?
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Re: Sommerkonzert am 22. Juni 2019 in Arundel

Beitragvon mawi » Sonntag 1. September 2019, 21:18

Filiarheni hat geschrieben:
mawi hat geschrieben:[Es gab einen großen Spotscheinwerfer, der von außen in die Kathedrale strahlte. Das große runde Fenster über der Orgel sorgte für Lichteffekte. Gut, dass das Konzert nicht in Guildford stattgefunden hat.

Das hatte ich noch vergessen: Was war denn in Guildford?



Ich beantworte das mal so:

2013_05_Guildford_P1090809_800.jpg
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Re: Sommerkonzert am 22. Juni 2019 in Arundel

Beitragvon Filiarheni » Montag 2. September 2019, 15:50

:o

Wird schon seinen Grund gehabt haben, dass Robert sich damals dafür entschieden hat. Und die Beleuchtungscrew hatte an dem Tag keinen Stress, sondern konnte einfach mal das Konzert genießen. Trotzdem hat sie ganz offensichtlich ihre Daseinsberechtigung. Solche Außenscheinwerfer sollen ausgesprochen schwerfällig auf musikalische Entwicklungen reagieren und manchmal sogar daneben liegen.

:mrgreen:

Mal ernst jetzt: Das sieht schon toll aus! Dazu kann ich mir gut Secret vorstellen. :)
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