Christmas Concert in London, 03.12.2019

Gespräche rund um die Konzerte und sonstigen Auftritte von Libera

Christmas Concert in London, 03.12.2019

Beitragvon Filiarheni » Samstag 26. Oktober 2019, 19:20

Wir sind im Verzug; es ist höchste Zeit, Liberas Weihnachtskonzert auch hier anzukündigen.

Zeit: Dienstag (ja, richtig gelesen), 03.12.2019, 19:30
Ort: St John's Smith Square
Preis: £ 7,50 - £35
Tickets: Box Office oder unter +44 207 222 1061

Hätte ich geahnt, dass ich mich nach auf den Tag genau acht Wochen zu einem Libera-Konzert erneut dort einfinden würde, hätte ich bei dem anderen Konzert neulich mal ein bisschen mit den Sitzen herumprobiert. :mrgreen: Obwohl ich mit Reihe D (mit Absicht nicht Reihe A gewählt) an dem Tag völlig zufrieden war. Von dort konnte ich alles gut sehen, obwohl die Reihen auch nicht ansteigen, aber die Sicht ist frei, und die Bühne ist hoch genug.

St. John's Smith Square ist eine zu einem Konzertraum umgebaute ehemalige Kirche, nicht weit von der Westminster Abbey (ca. 6 Minuten zu Fuß).

Zur Geschichte:
https://en.wikipedia.org/wiki/St_John%27s,_Smith_Square

Zum ÖPNV:
https://www.sjss.org.uk/how-get-here

Dienstag. :roll: Genauso ungünstig wie Mittwoch. Hat die Woche nicht viel mehr andere Tage?!

Ich bin sehr gespannt auf die akustischen Verhältnisse und auf die Lichtchoreografie in dem Raum.
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Re: Christmas Concert in London, 03.12.2019

Beitragvon Filiarheni » Montag 28. Oktober 2019, 20:05

Ach so, kleine Chronologie der Ereignisse:

21.10.2019 abends: Kartenverkauf Box Office beginnt (nachmittags noch nachgesehen - da war noch nix zu sehen, nicht mal das Wort Libera), allerdings irrtümlich nur für Standardplätze, was man aber nicht erkennen kann; die Reihen A - G sind schlicht nicht anwählbar.

22.10.2019 vormittags: Premiumplätze (Reihen B - G) werden nach Anfrage von Yorkie, Libera-Dreams-Forum, freigegeben. Reihe A bleibt komplett geblockt, lt. Box Office hat Libera das so verfügt. Sie scheinen aus den Erlebnissen in Moskau gelernt zu haben. :)

22.10.2019 mittags: Libera kündigt das Konzert auf Facebook an und damit wahrscheinlich auch auf der Homepage, ich weiß es nicht mehr.


Hier ist der heutige Stand:

Libera Christmas Concert 2019 SJSS SQ 2019-10-28.JPG
Libera Christmas Concert 2019 SJSS SQ 2019-10-28.JPG (67.7 KiB) 2781-mal betrachtet
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Re: Christmas Concert in London, 03.12.2019

Beitragvon mawi » Dienstag 29. Oktober 2019, 21:12

Ich fand die Reihenfolge durchaus verwirrend. :?

Normalerweise sollte doch die Ankündigung zuerst durch Libera erfolgen, mit dem Hinweis, wann der Kartenverkauf startet.
Auf diese Weise hat man jedoch erfolgreich verhindern können, dass hundert potentielle Konzertbesucher gleichzeitig versuchen den selben Platz zu buchen. :mrgreen:

Der große Vorteil an dem Veranstaltungsort ist, dass sich gleich darunter ein Restaurant befindet. Nicht ganz preiswert, aber das Essen sah ganz gut aus, so ich es rein optisch bei meinem letzten Besuch beurteilen konnte.
Und nach dem Konzert ist ein Pub auch nicht weit weg und an einem Dienstag Abend (also 9:30 pm) gehe ich dann auch von einer entspannten Atmosphäre aus. Fällt mir gerade auf, war ja vor wenigen Wochen auch ein Dienstag. ;)
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Re: Christmas Concert in London, 03.12.2019

Beitragvon Filiarheni » Sonntag 3. November 2019, 10:15

mawi hat geschrieben:Ich fand die Reihenfolge durchaus verwirrend. :?

Normalerweise sollte doch die Ankündigung zuerst durch Libera erfolgen, mit dem Hinweis, wann der Kartenverkauf startet.

Ist ja nicht das erste Mal, dass Libera hinterherhinkt. Die Musik ist super, an der Orga können sie noch arbeiten. :lol:


mawi hat geschrieben:Und nach dem Konzert ist ein Pub auch nicht weit weg und an einem Dienstag Abend (also 9:30 pm) gehe ich dann auch von einer entspannten Atmosphäre aus. Fällt mir gerade auf, war ja vor wenigen Wochen auch ein Dienstag. ;)

Korrekt. Also keine entspannte Atmosphäre. :mrgreen:
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Re: Christmas Concert in London, 03.12.2019

Beitragvon mawi » Sonntag 1. Dezember 2019, 20:58

Letzte News zum Konzert in zwei Tagen:

- Die Plätze im Saal sind ausverkauft, Restplätze sind auf der Galerie und in den Seitenschiffen erhältlich.

- Souvenirs werden wieder verkauft, darunter natürlich die neue CD, ein Kalender für 2020 und Libera-Weihnachtskarten mit dem Motiv des neuen Albums.
Die Preise für das Programmheft haben angezogen, inzwischen werden 5 Pfund bzw. 10 Pfund für das signierte fällig. :o Macht nichts, ist ja für einen guten Zweck.
Zusätzlich gibt es noch das bereits bekannte Fotobuch 2018-2019 und das kleine Moose zu kaufen.

Auch wenn das Programm selber keine Überraschung sein wird, so wird doch sicher viel Neues für uns dabei sein.
Und nach drei Generalproben in Japan sicher ein perfekter Hörgenuss. :mrgreen:
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Re: Christmas Concert in London, 03.12.2019

Beitragvon mawi » Donnerstag 12. Dezember 2019, 21:21

Konzertbericht

Warum auch immer, als das Christmas-Concert für den 03.12.19 in St. John's am Smith Square in London angekündigt wurde war meine Freude etwas gedämpft. Lag es daran, dass der Kartenverkauf bereits vor der Ankündigung gestartet ist und bereits einige Reihen ausgebucht waren? Lag es daran, dass ich gerade erst genau in dieser Kirche gewesen bin, mich mit dem Gehörten aber nicht so anfreunden konnte, obwohl ein paar Mitglieder von Libera sich unter den Akteuren des auftretenden Chores befanden? War mir Weihnachten noch zu fern, oder konnte ich mich nicht mit dem Dienstag anfreunden?

Nun war ich aber vor Ort, Freude und Spannung wuchsen und schließlich konnte ich mich auch mit dem gebuchten Platz anfreunden. Knapp zwei Monate zuvor spürte ich an gleicher Stelle eine gewisse Form von Leere, womit ich nicht die Anzahl der Besucher meine. Libera hat aber gleich einmal dafür gesorgt, dass alle Plätze im Saal verkauft waren und somit auch die Galerie geöffnet wurde. Wir dürfen also gerne von einem ausverkauften Konzert sprechen. Bekannte Gesichter sah ich ebenso wie unbekannte und der Merchandisingstand füllte meine Taschen und leerte mein Portmonee.

Das anhaltende Gesäusel und Gemurmel im Saal verstummt irgendwann recht plötzlich. Es muss irgendein Zeichen gegeben haben, dass der Konzertbeginn bevorstand. Alsbald erschien auch Robert, der diesmal wieder dazu gezwungen wurde sich kurz vor dem Publikum mit einem bescheidenen Lächeln zu verbeugen. Ja, man hatte ihn bemerkt und prompt angefangen zu klatschen. Als dann auch die Musiker ihre Instrumente einsatzbereit hatten ertönte die bekannte Ansage (müsste nicht bald mal wieder ein Wechsel des Ansagers erfolgen?) und die Freude heute hier zu sein war einfach da.

An der Seite hatten sich bereits die ersten Sänger positioniert und ohne Beifall erklommen die ersten fünf die Stufen zur Bühne, auf der sie ihren vorgesehen Platz einnahmen und kurz verharrten. Und nun begann das Konzert mit einem gesungenen "Do you hear what I hear?", dem kurz darauf ein zweites folgte, ein drittes und ein viertes, jeweils von einem anderen Sänger und mit immer kürzeren Pausen, ein begleitendes Instrument kam dazu, eine tiefere Stimme produzierte hierzu eine Stimmung und während sich das ganze in den Wiederholungen zu einem Echo ausweitete, betrat nach und nach der gesamte Chor die Bühne. Erst die Hälfte der Sänger stand an ihrem Platz als das eigentliche Lied begann und so sangen einige Sänger, noch während sie die Bühne betraten. Bereits zu diesem Zeitpunkt hatte ich bezogen auf die Akustik so ein Gefühl, das sich später noch verstärkte. Aber dazu später mehr. Seit ich Do You Hear Waht I Hear das erste Mal gehört habe gehört es zu meinen Lieblings-Weihnachtsliedern, aber ich meine dabei die Version der Angel-Voices von 1997 oder auch von Aled Jones. Grundlegend anders ist die Neuinterpretation nicht, aber das Ende unterscheidet sich dann schon extrem. So fand das Lied an diesem Abend ein hohes und ekstatisches Ende, perfekt dafür geeignet einen ersten großen Applaus zu garantieren, während die eigentlich Stimmung des Liedes umgekehrt wurde.

Daniel White war als erster Solist des Abend zu hören, bei What Child is this. Und diesmal war mehr Daniel in der Stimme, keine Kopie eines vorangegangenen Solisten. Die zweite, begleitende Stimme mischte sich später dazu und ergänzte Daniel dezent. Ebenfalls dezent und mal wieder ein Zeichen dafür, wie Instrumental und Stimmen miteinander harmonisieren: zwischen der zweiten und der dritten Strophe liegt ein längeres instrumentales Zwischenstück, an dessen Ende die Sänger mit gesungener Melodie in den Textgesang überleiten. Zuvor aber, und das hatte ich fast nicht bemerkt, begleitete der Chor das Instrumental mit einem leisen Unterton, der am Anfang des Instrumentals noch da war. Bemerkt habe ich es eigentlich nur deswegen, da die Sänger mit gespitzem Mund ein sanftes "Uh" formten.

Daniel erwies sich in der folgenden Rede als wahrer Entertainer und Koji überraschte mit einer für einen so kleinen Kerl sehr kräftigen Stimme.

Es wurde beschaulich. In the bleak Mid-Winter, eines der besinnlichsten Lieder dieses Abends, entführte mich in eine einsame Winterlandschaft und verströmte gleichzeitig eine wohltuende Wärme. Dominik Clarke sang die letzten Zeilen des Liedes.

Es folgte ein Lied, das ich mit Spannung erwartet hatte und auf das ich mich besonders gefreut habe. Nicht eines der neuen und etwas ungewöhlichen interpretierten Lieder, sondern eines, das ich schon aus Nine Lessons and Carols kannte, wenn auch dort etwas anders. The Angel Gabriel (der ist ja nicht mehr im Chor), beginnend mit einem vierfachen Gloria in schöner Instrumentalumrahmung hat es mir irgendwie angetan. Und hätte ich ihn nicht gesehen, ich hätte den Solisten an der Stimme nicht erkannt. Es war Victor, der sich gegenüber seinem Solo in Smile deutlich anders, in erster Linie reifer, anhörte. Ich nehme an, dass er hier eine andere Gesangstechnik benutzte und dadurch freier singen konnte, statt sonst eher mit etwas unterdrückter Stimme. Unterdrücken musste Victor dann aber doch irgendetwas, denn am Ende seines Solos vermied er eine deutliche Aussprache der Worte. Ganz sicher war es aber diesmal kein Texthänger, denn mitten im Gloria wird er sicher noch gewusst haben, wie das Wort endet. Ab Strophe zwei übernahm dann ohnehin der Chor, so dass Victor ganz ruhig weitersingen konnte. Ein schönes Lied, wenn ich es prinzipiell umso schöner finde, je dezenter es gesungen wird.

Bei Gaudete hüllte das Licht den Solisten der ersten Gaudete-Rufe in ein merkwürdig dunkles Licht und ich dachte erst, Neo würde dort stehen. Aber es war Benedict Bywater, der für die Liederöffnung zuständig war.

Ist Angel eigentlich ein Weihnachtslied? Es wird in Japan als ein solches benutzt, zumindest von den Universal Studios und so gehen wir einfach mal davon aus, da es um Engel geht, und diese auch irgendwie etwas mit Weihnachten zu tun haben, dass es so ist. Daniel White machte auch dieses Lied zu einem Hörgenuss, natürlich zusammen mit dem Chor.

Okay, auch In Paradisum können wir jetzt nicht zu den Weihnachtsliedern zählen, zumal beim Hören des Liedes automatisch die Bilder des Videos im Kopf erscheinen. Und Rocco, aber der war ja gar nicht mehr Solist des Liedes. Oliver Watt-Rodriguez hatte in bereits in Arundel dieses Lied übernommen und klang damals ein Stück weit wie Rocco. Diesmal war hatte ich dieses Gefühl nicht so sehr, was ich nur feststellen möchte und keine Wertung bedeuten soll. Im weiteren Verlauf wurde Oliver von Dominik begleitet, eine durchaus gelungene Kombination zweier Stimmen.

Wieder fühlte ich mich ein wenig bei Nine Lessons and Carols, als Sing Lullaby ertönte. Ein sehr sanftes Lied mit warmem Instrumental und für den Solopart mit einem hervorragenden Solisten, nämlich Dominik.

Auf sehr charmante Weise bereitete Daniel nun das Publikum auf die bevorstehende Pause und die davor zu singenden beiden Lieder vor.

Das erste davon kannte ich wieder bereits aus Nine Lessons, aber auch schon von Konzert in Arundel. Poor Little Jesus, fast A Capella gesungen wirkte auf mich Anfang Dezember viel passender als Am Tag der Mittsommerwende. Und so verfehlte die teils minimalistische, teils intensive Komposition ihre Wirkung nicht. Etwas überrascht war ich, dass der ganze Chor am Lied beteiligt war und nicht nur die vorne stehende Sechsergruppe. Zumindest hatte ich in Erinnerung, dass nur eine kleine Gruppe das Lied in Arundel gesungen hatte, aber ich kann mich durchaus täuschen. Wie auch immer, der kleine Solopart von Luca Brugnoli gab dem Lied noch einen besonderen Akzent, bevor es sanft vom Chor beendet wurde.

Und nun wurde es fröhlich. Mit einem Lied, von dem ich geglaubt habe, dass man dies nicht so einfach live aufführen könnte, wobei ich ja vorher auch geglaubt hatte, dass dieses Lied niemals zum Repertoire von Libera gehören würde. Beides ist eingetreten. Und so baute sich Ding Dong Merrily On High langsam von Strophe zu Strophe auf und endete in eine fröhlichen organisierten Durcheinander. Gegenüber der CD hatte ich das Gefühl, dass die Stimmen gegenüber den Instrumenten ein wenig in den Hintergrund traten, aber das waren Nuancen. Die Intensität des Liedes, gerade zum Ende, verleitete zu einem stärkeren Beifall, als es bei vorangegangenen Liedern der Fall gewesen ist. Sehr passend, da damit auch der Abgang der Sänger von der Bühne länger begleitet wurde, denn das dauerte eine Weile.

Pause

Die zweite Hälfte begann fast schon ein wenig magisch. Robert verschaffte den Alt- und Tenorstimmen eine eigene Bühne, zumindest für einen kurzen Moment. Es gab erst einmal Beifall, als Robert zurückkehrt und als die ersten Sänger die Bühne betraten. Aber es waren nur sieben der Älteren (Alessandro, Peter, Alexander G., Alexander M., Taichi, Leo, Adam), die sich an der rechten Seite der Bühne aufbauten und Conditor Alme Siderum anstimmten. Wieder einmal dieses merkwürdige Gefühl, dass gerade in diesen Stimmen etwas Magisches liegt. (Die Namen hatte ich anders notiert, hier hatte ich jetzt etwas gespickt. Entweder hatte ich falsch gekuckt, oder ...)

Das Timing für die Rückkehr auf die Bühne für den Rest des Chores war perfekt. Denn während die älteren sangen bauten sich die jüngeren nach und nach auf, schon in der Formation des folgenden Liedes, und schlossen die kleine Einleitung mit einem gemeinsamen Amen ab. Das Instrumental jedoch verklang nicht, sondern schuf mit einer kleinen Schleife eine Überleitung zu Carol of the Bells. Was wäre ein Libera Christmas-Concert ohne dieses Lied? Ich liebe es, wie es im Laufe der Zeit immer mehr an Intensität zunimmt, die scheinbaren Brüche, die in Wirklichkeit nur den darauf folgenden Teil verstärken und das in einer wundervollen Harmonie und flüssigem Tempo. Neo und Ben sangen die kleine Wechselmelodie kurz vor dem Schluss und Cassius traute sich wieder das Geräusch der Glocke zu singen, worauf die gefürchtete lange Pause folgte, bevor Cassius mit "that is the song" das Lied endgültig beendete. Dabei war die Pause schon so lang, dass ich befürchtete, es würde letztlich doch noch jemand anfangen zu klatschen. Für den letzten Satz änderte Cassius das Tempo, denn während er üblicherweise im gleichen Rhythmus gesungen wird wie das "Ding dong ding dong", so verlangsamte Cassius das Tempo sehr deutlich und zog die Worte mehr in die Länge. Künstlerische Freiheit? Neue Variante? Oder wollte Cassius Robert ärgern?

Dominik Clarke sang als nächstes über die Engel Gottes, Angele Dei. Seine sichere Art zu singen und sein zwar freundlicher aber trotzdem etwas ernster Gesichtsausdruck machen ihn zu einem guten Botschafter.

Wieder folgte ein Lied, das ich mit großer Spannung erwartet habe, seit ich es auf der neuen CD gehört habe. Walking in the Air. Während sich der Chor hinkniete um somit den Schneemann und den Jungen von unten in den Himmel singen, nein heben zu können, baute sich Luca Brugnoli vor dem Publikum auf. Wobei, aufzubauen gab es nicht viel, denn der neunjährige Solist war jetzt gerade mal etwas größer als die meisten knie-enden Sänger. Dafür aber kam aus dem kleinen Körper eine große Stimme. Na gut, nicht Pavarotti, aber die Kraft und Sicherheit, die in der Stimme liegt vermutet man nicht bei einem Jungen in dem Alter. Luca singt deutlich, kann Töne lange halten und langsam ausklingen lassen und außerdem noch das gewisse Etwas in der Stimme, dass es interessant macht ihr zuzuhören (der Stimme). Wie auch auf der CD, so ging viel Instrumental von den Harmonien des Chores aus, dezent begleitet und aufgewertet durch das Orchester. Dabei ist mir auch aufgefallen, dass Luca nicht nur den Text sang, sondern auch die Harmonien mitsang, sobald er nichts anderes zu tun hatte. Dies ist mir in der Vergangenheit schon ab und an mal bei verschiedenen Solisten aufgefallen.

Am Sanctus hält Libera konsequent auch bei Weihnachtskonzerten fest, das war so schon in Armagh. Gesungen wurde wieder die neue Version vom Album "Beyond"

Bei O Little Town of Bethlehem wurde es wieder weihnachtlich, zugleich mit festlicher Wärme und dem Gefühl von Einsamkeit. Dies wechselte je nachdem, ob gerade Instrumente, bevorzugt Geigen, zu hören waren, oder Oliver Watt-Rodriguez als Solist, oder der Chor im Ganzen. Wenn ich jetzt nach den entstandenen Bildern gegangen wäre, dann hätte ich Bethlehem irgendwo im verschneiten Österreich gesehen.

Seit ich den Wexford Carol das erste Mal gehört habe gehört er mit zu meinen bevorzugten Weihnachtsliedern. Und wer ist Schuld daran? Ich sags lieber nicht. Aber die Variante mit dem Solo zum Beginn gefällt mir irgendwie besser, auch wenn das Solo dort kürzer ist. Trotzdem habe ich sowohl den Chorgesang, als auch Tadhg's in gälisch gesungenes Solo genossen. Ohne Blätter vor dem Gesicht konnte ich ihn so auch mal im Ganzen sehen. Für Insider.

Auf die Gefahr hin, dass ich das über andere Lieder bereits gesagt habe, aber auf Noel Nouvelet habe ich mich sehr gefreut. Nicht nur um Victor auf französisch singen zu hören, wenn auch nur in den ersten und letzten Textzeilen. Franzöische Lieder haben irgendwie einen eigenen speziellen Klang, durch Melodie und Liedrhytymus. Und kombiniert mit Roberts Arrangement war es live ebenso ein Genuss wie von CD.

Joesph verkündete das nahende Ende, nicht ganz so direkt wie sonst Johny, und entschuldigte sich schon fast dafür, dass das folgende Silent Night ja eigentlich viel zu früh gesungen wird. Es wurde wieder eine (fast) a capella-Version und diesmal war ich in Österreich ja richtig, wenn die entstehende Stimmung versetzte mich in die Zeit und Gegend der Entstehung des Liedes. Jetzt war ich damals natürlich nicht dabei, aber in Filmen oder Dokumentationenen wurde es wohl schon recht realistisch dargestellt.
Zu den fünf Solisten gehörten Dominik, Mathias, Victor, Ben und Luca. Luca hatte hierbei einen besonderen Part, denn seine Stimme löste sich stellenweise von den anderen Stimmen, war höher, lauter und er sang dann auch eine andere Melodie.

Ein beschwingtes In Dulci Jubilo folgte, mit dem schon von der CD her bekannten geänderten Instrumental (etwas irischer), aber immer noch mit dem gleichen Tempo. Das instrumentale Zwischenstück zwischen Strophe zwei und drei wurde nun auch mit einem der Melodie folgenden lalala aufgefüllt, schließlich sollen die Sänger ja nicht nur der Melodie lauschen.

Was ich am Anfang bereits befürchtet hatte, das Konzert war irgendwann zu Ende. Also genau jetzt. Aber es fehlte ja noch die Zugabe, die sich das Publikum dank ausreichend Beifall dann auch verdient hatte. Ich müsste lügen, wenn ich ein anderes Lied als "I saw three Ships" erwartet hätte, schließlich war die Setlist aus den Generalproben in Japan ja bereits bekannt. Sozusagen das Highlight zum Schluss. Das anfangs ungewohnte am Lied ist jetzt gerade das Interessante. Ein wenig vermisste ich den Kontrast zu den tieferen Stimmen und ich bildete mir ein, es schon ein wenig kraftvoller gehört zu haben. Man fängt an zu viel zu vergleichen anstatt einfach das gerade gesungene Lied als den wahren Moment zu betrachten. Nein, es war super-schön, sowohl I saw three ships, als auch das gesamte Konzert.

Die Akustik war hervorragend, denn die Lautsprecher nahm ich das gesamte Konzert über nicht war. Den gehörten Stimmen konnte ich eine Richtung geben, auch wenn ich vielleicht nicht immer sofort erkennen konnte, wer genau gerade singt. Lediglich bei den tieferen Stimmen verschob sich manchmal die Richtung. Auch ein Rauschen oder Knistern der Lautsprecher war nicht wahrnehmbar. Dazu hatte ich eine ganz gute Sicht, die Köpfe der Vorderleute störten nicht so sehr und ich konnte auch mal bequem von links nach rechts schauen, ohne den Kopf verdrehen zu müssen. Auf Socken konnte ich allerdings diesmal nicht achten. ;)

Es fehlen noch ein paar Reden, auf die ich nicht eingegangen bin und diverse Kleinigkeiten, die in vielleicht in einem anderen Zusammenhang noch mal zu erwähnen sind.

Zum Abschluss noch die Auflistung der 41 Sänger dieses Abends:

Hal Avery
Ethan Barron
Leo Barron
Nathaniel Bates Fisher
Luke Batteson Dalpiaz
Cameron Birmingham
Luca Brugnoli
Benedict Bywater
Daniel Catalogna
Dominik Clarke
Cassius Collard
Samuel-Francis Collins
Joseph Cranitch
Laurence Davey
Fredrick Day
Tadhg Fitzgerald
John Gardner
Alexander Gula
Adam Izghouti
Felipe Jackson
Peter Kielty
Ludwik Kowalczyk
Alessandro McKinnon-Botti
Alexandre Menuet
Alexander Montoro
Mathias Montoro
Fredrick Mushrafi
Oliver Mycka
Neo Parson
Lewis Quinn
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Re: Christmas Concert in London, 03.12.2019

Beitragvon mawi » Donnerstag 12. Dezember 2019, 21:59

und noch ein paar Bilder
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